Fitness- und Technikkreis im Fußballtraining

Klare Instruktionen vor Beginn einer Trainingsübung, sorgen für einen erfolgreichen Ablauf. Du solltest aber auch deine Begeisterung zeigen und dosiert, weitere kurze Anweisungen geben. Ohne langes Coaching aber motivierend, sorgst du für positive aggressive Stimmung und selbst die beste Trainingsübung wird noch dynamischer und erfolgreicher.

Die Aufgaben Fitness- und Technikkreis nutzen wir, um die Wichtigkeit von gezielten Instruktionen zu erläutern. Zusätzlich findest du im Text die Übungsabläufe als PDF.

Trainerinstruktionen für einen erfolgreichen Fitness- und Technikkreis

Die erste Instruktion ist bekannt: Freude wird durch Lob unterstützt und das Selbstvertrauen entsprechend gesteigert. „Niedermachen“ gibt es nicht, jedes gute Spielverhalten, jede gute Aktion wird gewürdigt.

Jede Übung hat ein Ergebnis, sie soll gemeistert werden. Sage den Spielern deutlich, was du erwartest und gebe dazu klare Instruktionen zur Dynamik, Tempo und Konzentration.

Sorge dafür, dass die Spieler das Übungsfeld verstehen und die Abläufe wahrnehmen. Erläutere die Aufgaben und Verhaltensweisen auf den Positionen exakt.

Beobachte die Abläufe und gebe kurze Korrekturen, beispielhaft beachte den Artikel: Schlagwortregister zum Passspiel, zur Ballannahme und Ballkontrolle

Trainingshilfsmittel für Trainer und Vereine

Niemals abschalten, sonst droht Ballverlust

Die Spieler sollen rennen, sich gegenseitig durch genaues Passspiel und gutes Anbieten unterstützen. Dabei ist es wichtig, geistig nicht zu pausieren. Den Ablauf immer beobachten, insbesondere wenn man nicht direkt an einer Aktion beteiligt ist. Durch Ballverlust oder schnelles Spiel kann sich die Situation blitzartig ändern. Fatal, wenn man dann nicht bereit ist.

Hohes Tempo beim Dribbling macht es Verteidigern schwerer zu stören. Die Spieler dribbeln bereits beim Start schnell und beim Dribbling aufs Hütchentor (siehe Übung) geben sie richtig Gas, dribbeln hindurch und dann erfolgt der sofortige Antritt mit Ball ins Zentrum.

Überlasse den Spielern die Wahl, ob lange oder kurze Pässe gespielt werden. Durch hohes Tempo verringert sich der Abstand zwischen Passgeber und Passempfänger. Kurze Pässe geben Sicherheit, meistens lässt sich der Ball leichter kontrollieren, weil der Pass genauer ankommt.

Passschärfe provoziert Fehler, die erlaubt sind

Fordere mit zunehmender Übungszeit Passschärfe. Ein Zusammenspiel fordert Passdruck, die Ballkontrolle wird dadurch erschwert, aber der Ablauf enorm beschleunigt.

Gebe den Hinweis, dass im komplexen Ablauf, genau wie in Spielsituationen, Fehler entstehen und diese auch erlaubt sind. Erhöhe aber den Druck und sage deutlich, dass einfache Fehler den Spielfluss stören und insbesondere bei Ballverlust, die Mitspieler zusätzlich belastet werden.

Fordere von den Spielern Blick-, Pass- und Lauffinten, unterschiedliche Ballannahmen, Pass- und Dribbeltechniken. Niemals die Beidfüßigkeit vernachlässigen.

Fitness- und Technikkreis

Sämtliche Informationen zur Übung mit den dazugehörigen Grafiken, findest du am Ende der Übungsbeschreibung.

Wir starten einfach! Im Ablauf A lassen wir die zusätzliche Kreisbewegung zunächst weg. Haben die Spieler den Einstieg verinnerlicht, geht es weiter mit Ablauf B.

Aufbau:

  • Insgesamt werden 16 Hütchen und 4 Bodenmarkierungen benötigt. Wir haben uns für ein großes Übungsfeld entschieden, andere Abmessungen sind möglich.
  • Das innere Quadrat wir mit 4 Hütchen gekennzeichnet. (Seitenlänge ca. 6 Meter / Leistungsvermögen beachten)
  • Die Ecken des zweiten Quadrats werden mit insgesamt 4 Bodenmarkierungen gekennzeichnet. Jeweils mittig an den vier Seiten stellen wir Hütchen auf (insgesamt 4). (Seitenlänge ca. 12 Meter / Leistungsvermögen beachten)
  • Das größte Quadrat markieren wir in den Ecken mit insgesamt 4 Hütchen. Jeweils mittig an den vier Seiten stellen wir Hütchen auf (insgesamt 4). (Seitenlänge ca. 18 Meter / Leistungsvermögen beachten)
  • Im Zentrum postieren wir an jedem Hütchen einen Spieler. Die anderen Spieler postieren wir gleichmäßig an den vier Ecken (mindestens 2 Spieler pro Ecke) des äußeren Quadrats. Dort stehen ausreichend Bälle zur Verfügung.

Ablauf A:

  1. Der Startspieler dribbelt vom äußeren Hütchen an und passt zum Mitspieler im Zentrum.
  2. Der Passempfänger zieht den Ball um die Markierung herum, dribbelt durchs Hütchentor und kehrt ins zweite Quadrat zurück. Gleichzeitig folgt der Startspieler seinem Pass, umläuft die Markierung im Zentrum und bietet sich an.
  3. Der Dribbler passt zum Startspieler, der den Ball in den Lauf zurück passt (klatscht).
  4. Kurzes Dribbling und Rückpass auf den nächsten Spieler in der Startgruppe.
  • Der Startspieler übernimmt die Position im Zentrum, der Spieler, der bei Übungsstart im Zentrum postiert war, schließt sich der Startgruppe an.

Variante zu A:

  • Bei Übungsstart befinden sich die Bälle bei den Spielern im Zentrum.
  1. Der Spieler startet von außen diagonal ins Zentrum und erhält dort das Zuspiel vom Mitspieler.
  2. Der Passgeber umläuft das Hütchen und startet zum Hütchentor. Der Passempfänger dribbelt kurz und passt dann zum gestarteten Spieler, möglichst dicht vors Hütchentor. Nach dem Pass umläuft er das Hütchen und bietet sich an.
  3. Der Spieler durchdribbelt das Hütchentor und kehrt ins Zentrum zurück.
  4. Jetzt passt er zum Mitspieler am Hütchen im Zentrum. Anschließend kehrt er ohne Ball in die Startgruppe zurück.

Ablauf B:

  • Wie A, aber:
  1. Der Spieler, der aus dem Slalomdribbling kommt, bietet sich nach seinem Pass im Feld rechtsseitig an und erhält dort den Rückpass.
  2. Anschließend dribbelt er in Richtung der nächsten Gruppe im Quadrat und passt dort zum nächsten Spieler in der Stargruppe. Der Ablauf erfolgt so kreisförmig gegen den Uhrzeigersinn ums äußere Quadrat herum.
  • Der Startspieler übernimmt die Position im Zentrum, der Spieler, der bei Übungsstart im Zentrum postiert war, schließt sich der nächsten Gruppe im Quadrat an.

Variante B (ohne Abbildung):

  • Wie B, aber:
  • Wir nutzen die Lauf-, Pass und Dribbelwege der Variante zu A.
  • Der letzte Passgeber passt gegen den Uhrzeigersinn zum nächsten Spieler ins Zentrum und schließt sich in der nächsten Gruppe den Spielern ohne Ball an.

Varianten A und B:

  • Ablauf B und Variante B im Uhrzeigersinn.
  • Der Startspieler und/oder Slalomdribbler führt vor dem Hütchen eine Finte aus.
  • Verschiedene Dribbeltechniken fordern.

Trainertipps:

  • Die Markierungen dienen lediglich zur Orientierung.
  • Auf Beidfüßigkeit achten.

Trainingsübung Fitness- und Technikkreis als PDF

Hilfen für die Trainingspraxis - Vom schnellen Aufbau zur einfachen Durchführung

Mit nur wenigen Praxistipps lassen sich Trainingsübung einfach und schnell aufbauen. Als Beispiel nehmen wir diese Trainingsübung, sie erscheint auf den ersten Blick sehr komplex, wenn man den Aufbau in der Grafik betrachtet.

Du benötigst, dies ist in vielen Trainingsübungen so, einen zentralen Punkt. Lege zuerst eine Markierung (Ball, etc.) aus, die das Übungszentrum markiert. Ist der Übungsaufbau beendet, kannst du diese wieder entfernen, sie wird nicht im Ablauf benötigt.

Im nächsten Schritt markieren wir das innere Quadrat mit Hütchen. Hierzu führen wir vom zentralen Punkt, jeweils seitlich mittig, beispielhaft 6 Schritte vom Punkt weg aus und zwar zu jeder Seite. Insgesamt platzieren wir so vier Hütchen und erhalten unsere vier Ecken für das innere Quadrat. Entsprechend geht es von jeder Ecke in einem Winkel von 45 Grad nach außen und dies genau aus jeder Ecke zweimal. Fürs nächste Quadrat vielleicht 10 und im zweiten 5 Schritte. So erhalten wir zwei weitere Quadrate. Der Aufbau der restlichen Hütchen an den Seiten der zwei äußeren Quadrate ist dann schnell erledigt.

Wann werden Hütchen und wann Markierungsscheiben genutzt?

Wann mit welchen Hilfsmitteln markiert wird, ist abhängig von den Spielzielen und den geforderten Verhaltensmustern. Hütchen bieten sich immer dann an, wenn echte Hindernisse generiert werden sollen, Hütchentore sorgen für zielgenaue Passspiele. Markierungsscheiben sind immer dann sinnvoll, wenn sie lediglich zur Orientierung dienen. Sie behindern kaum die Laufwege oder das Passspiel.

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