Sprinttraining mit Übungen zur Optimierung der Schnelligkeit

Im Artikel zum Sprinttraining werden zwei Trainingsübungen beschrieben, zusätzlich findest du für jede Übung einen PDF-Download. Die Abläufe werden in den Grafiken deutlich dargestellt.

Die Aufbauten und Abläufe wurden bewusst reduziert und in einer Übung kommt zusätzlich der Ball ins Spiel. Warum dies auch im Sprinttraining wichtig ist, erfährst du im theoretischen Teil dieses Artikels.

Sprinttraining im Fußball, aber nicht langweilig

Das Sprinttraining kann einfach gestaltet werden: Von Punkt A zu B sprinten und dabei möglichst schnell laufen, oder wir starten langsam und auf Trainerkommando geht dann die Post ab. Funktioniert, ist aber langweilig, du wirst es an der Trainingsbeteiligung merken.

Sprinttraining mit Hindernissen und geistiger Schnelligkeit

Was hilft und motivierend ist, sind kleine Parcours mit verschiedenen Aufgaben und auch der Ball muss beim Sprinttraining nicht grundsätzlich fehlen. Dazu integrieren wir im Ablauf noch leichte Hindernisse, die den Kopf beschäftigen, denn dort beginnt der Sprint und geht anschließend in die Beine. Es gibt Spieler, die sind richtig schnell, kommen im Fußball aber ständig zu spät, weil sie die Situation nicht rechtzeitig erkennen. Ihnen fehlt die geistige Schnelligkeit, sie starten zu spät oder zu früh.

Wichtig ist die Abwechslung und für die sorgt der Trainer mit immer neuen Trainingsideen. Unterschiedliche Distanzen werden mal mit aber auch ohne Ball bewältig, Pässe und sogar Torschüsse, interessante Parcours werden aufgebaut, so wird das Sprinttraining zum Highlight.

Trainingshilfsmittel für Trainer und Vereine

Betrachten wir den modernen Fußball, werden schnelle Spieler immer wichtiger, die zusätzlich den Ball kontrollieren können. Alle aufstrebenden „Superstars“, wie zum Beispiel Kylian Mbappé, sind verdammt schnell und übertragen wir dies in den Amateur- und Jugendfußball, machen sprintstarke Spieler oft den Unterschied aus.

Ruhe und Übersicht und dann in den Sprint

Anders als in anderen Sportarten, wechseln im Fußball langsame Spielsituation ständig mit Sprintaktivitäten ab. Kurze Distanzen werden dabei überwunden, geschätzt maximal 25 Meter. Größere Strecken sind relativ selten, dafür sind in einem Spiel ca. 20 bis 30 kurze Sprints zu meistern.

Da im Kinderfußball der Spaß am Sport und die Ballbeherrschung die wichtigsten Lernziele sind, sollte mit dem Sprinttraining nicht zu früh begonnen werden. Natürlich ist dies auch wieder abhängig vom Leistungsniveau, die Kinder sollten aber mit Sprinttraining nicht überfordert werden.

Du solltest das Sprinttraining nur im belastungsfreien Zustand durchführen, sonst verfehlt es sein Ziel. Das Sprinttraining findet in Intervallen statt, dem Sprint folgt immer eine Erholungsphase, deshalb sind kurze Wartezeiten oder traben nach dem Sprint durchaus gewollt. Ein Training darf deshalb nicht komplett mit Sprinteinheiten angeboten werden.

Der Ball gehört beim Sprinttraining durchaus dazu. So trainieren wir nicht einseitig, denn Tempo wird im Spiel auch mit Ball gefordert. Zunächst geht es aber darum, die Grundschnelligkeit zu entwickeln, um dann den Ball mitzunehmen und zusätzlich die Ballkontrolle zu trainieren.

Kreuzverkehr - Mitspieler stören auf der Sprintstrecke

Trainingsübung Kreuzverkehr als PDF

Beachte unbedingt die Varianten zur Übung. Störend für den Sprinter sind die gleichzeitigen Diagonalläufe der Mitspieler. Der Sprinter hat immer Vorfahrt!

Aufbau Ablauf A und B:

  • Wir benötigen eine Startmarkierung und 11 Hütchen. Für den Ablauf B kommen ausreichend Bälle hinzu.
  • Die Startmarkierung liegt einige Meter vom „Hütchentor zum Sprint“ entfernt. Die Entfernung sollte ausreichen, um im Ablauf B ein Passspiel einzufügen.
  • 3 weitere Hütchen stehen in einer Linie, sie markieren die Sprintstrecke.
  • Versetzt zur Sprintstrecke stehen auf jeder Seite 2 Hütchen.
  • Zwischen Startmarkierung und Sprinttor stellen wir versetzt 2 weitere Hütchen auf, diese werden für Ablauf B benötigt.
  • Sämtliche Entfernungen bestimmst du, angepasst ans Leistungsvermögen und Trainingsziel. Empfohlen wird eine Sprintstrecke von ca. 20 Metern. Der Abstand der seitlichen Hütchen zu den Hütchen im Zentrum beträgt ca. 11 Meter.
  • Für Ablauf B benötigen wir zusätzlich einige Bälle.

Ablauf A:

  1. Trainerstartkommando! Der Startspieler trabt zum Sprinttor.
  2. Er sprintet parallel zu den Hütchen auf die andere Seite. Der Sprint wird erst beendet, wenn das letzte Hütchen passiert wurde.
  3. Anschließend trabt der Spieler im Slalom auf die Startposition zurück.

Varianten A:

  • Vor dem Sprint trabt der Spieler um das/die Hütchen vor dem Sprinttor herum.
  • Auf der Trabstrecke vor dem Sprinttor werden verschiedene koordinative Lauf- oder Sprungbewegungen nach Trainervorgabe ausgeführt.

Ablauf B:

  1. Trainerstartkommando! Der Startspieler trabt ums Hütchen und bietet sich im Zentrum zum Passspiel an.
  2. Der erste Spieler der anderen Gruppe (dort liegen Ersatzbälle bereit), passt auf den Startspieler, der den Ball auf den nächsten Spieler der Passgruppe klatschen lässt.
  3. Anschließend geht es für den Startspieler durchs Sprinttor auf die Sprintstrecke.
  4. Jetzt trabt der Sprinter im Slalom und schließt sich dann der Passgruppe an.

Varianten B:

  • Wir verändern das Passspiel: Pass und der Sprinter lässt den Ball klatschen, wie gehabt. Der Passempfänger legt den Ball jetzt kurz hinters Sprinttor für den Startspieler vor. Es folgt ein Tempodribbling auf der Sprintbahn und anschließend ein langsames Slalomdribbling in die Passgruppe. Hier werden ausreichend Bälle benötigt.
  • Der Startspieler beginnt mit einem Dribbling, dann passen und anschließend geht es in den Sprint. Der Passempfänger schließt sich mit Ball der Startgruppe an. Hier werden ausreichend Bälle benötigt.

Trainertipps:

  • Bei zu hoher Belastung auf ausreichend Pausen achten.
  • Die Sprinter haben Vorfahrt beim Kreuzen der Traber.

 

Nummernkreislauf - Sprint

Trainingsübung Nummernkreislauf als PDF

Beachte unbedingt die Varianten!

Aufbau:

  • Wir markieren einen Kreis (Mittelkreis zur Orientierung möglich).
  • In einiger Entfernung vom Kreis stellen wir, gleichmäßig verteilt, Stangen auf.
  • Die Spieler werden festen Gruppen zugeordnet. Innerhalb einer Gruppe nummerieren wir die Spieler durch. In der Grafik haben wir 3 Gruppen mit jeweils 4 Spieler, die Spieler erhalten die Nummern 1 bis 4. Im Ablauf verändern sich die zugeordneten Nummern wieder.

Ablauf:

  • Die Gruppen traben um den Kreis und sollen die Abstände halten.
  • Auf Trainerkommando (in der Grafik = 2) löst sich der aufgerufene Spieler aus der Gruppe, sprintet um eine Stange und schließt sich schnell wieder ans Ende seiner Gruppe an.

Varianten:

  • Auf Trainerkommando „Change“ ändern die Gruppen die Laufrichtung.
  • Der erste Spieler hält beim Start einen Ball in den Händen. Die Gruppe versucht im Ablauf immer dem Spieler den Ball zu übergeben, der sich aus dem Sprint anschließt.

Trainertipps:

  • Niemals die höchste Nummer aufrufen, dieser Spieler ist gerade gesprintet.
  • Intervalle beachten - Erholungsphase nach ca. 3 bis 4 Minuten.
Cruyff