Spielformen - Vom Überzahlspiel bis zur Orientierungsfähigkeit

Die Orientierung im Raum ist im Fußball ein wichtiges taktisches Mittel. Wir stellen hier zwei Spielformen vor, die die Wahrnehmung deutlich verbessern. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung ist, dass die Spieler den Ball gut kontrollieren können.

Beide Spielformen werden mit Grafiken dargestellt und von der Organisation bis zum Ablauf beschrieben. Zusätzliche PDFs stehen zur Verfügung.

Das Thema „Räume erkennen“ wird im Fußballtraining oft vernachlässigt. Die Ballorientierung allein wird nicht reichen und häufiger und langer Ballbesitz für einen Spieler, wird nicht zum Erfolg führen. Es ist gemessen worden, der Ballbesitz pro Spieler beschränkt sich pro Spiel auf drei oder vier Minuten.

Die räumliche Wahrnehmung im Training gezielt verbessern

Deshalb ist im Training ein Umdenken erforderlich, Fußball bedeutet Orientierung im Raum, Räume suchen und einnehmen, um jederzeit anspielbar zu sein. Ballverluste resultieren weniger daraus, dass ein Spieler nicht über die technischen Fertigkeiten verfügt, es fehlen die einfachen Anspielmöglichkeiten, weil die Mitspieler Räume nicht besetzen oder öffnen.

Überzahlspiel, Zonenspiel, Ballhalten und Passoptionen

Die hier vorgestellten Spielformen orientieren sich am Offensivspiel und die Teams versuchen, den Ball sicher in die andere Spielfeldhälfte zu transportieren. In der Verbotszonen-Spielformen kommen dann Tore hinzu, der Druck auf die Spieler wird deutlich erhöht. Gute Ballzirkulation, enge Ballführung und im richtigen Moment aufdrehen sind gefordert. Dazu gehören dann das Erkennen und das Einnehmen von freien Räumen, möglichst im Rücken der Verteidigung.

Trainingshilfsmittel für Fußballtrainer

In den Spielformen wird bewusst auf starre Spielzüge verzichtet. Das Team lernt spielerisch freie Räume einzunehmen und der Ballbesitzer sucht den, in den Raum startenden Teamkollegen, für ein sicheres Anspiel. Wir fördern die Spielintelligenz, es wird frei gespielt und Provokationsregeln unterstützen das Erlernen der Raumintelligenz.

Soviel zum „Räume suchen“, dies allein reicht aber nicht aus. Der Ballbesitzer wird nur dann einen erfolgreichen Pass spielen können, wenn er die Situation erkennt und dies ist dann besonders schwierig, wenn er nicht das komplette Geschehen im Blickfeld hat. Dies gelingt nur mit aktiven Bewegungen und mit dem peripheren Sehen, dem Blick aus den Augenwinkeln. Dazu gehört eine gute technische Ausbildung, denn nur wer den Ball beherrscht, kann den Blick vom Ball in vielen Spielsituationen lösen. Die vorgestellten Spielformen machen deshalb erst Sinn, wenn deine Spieler den Ball gut kontrollieren können.

Dreifelder Spielform

Dreifelder-Spielform als PDF

Für die Trainingspraxis: Überhangspieler üben in gesonderten Feldern im 2 gegen 1 oder 3 gegen 2, ansonsten erfolgen schnelle Wechsel.

Diese Spielform lässt sich schnell organisieren und du wirst erkennen, welche Probleme dein Team bei der Ausführung hat. Fordere hohe Laufbereitschaft, aggressive Abwehrarbeit und weise auf die Spiellösungen A und B in Theorie und Praxis hin.

Organisation:

  • Wir markieren ein Spielfeld mit den Abmessungen 40 x 30 Meter.
  • Die drei Felder im Spielfeld markieren wir mit Bodenmarkierungen, in der Grafik erkennst du insgesamt 10 Markierungen. Die Felder links und rechts sind jeweils 15 Meter breit, das Feld in der Mitte 10 Meter.
  • Im Zentrumsfeld werden 4 Abwehrspieler postiert, 2 starten immer in das Feld, wo sich der Ball befindet.
  • Im linken und rechten Feld werden jeweils 4 Spieler postiert.

Standardablauf:

  • Team Orange spielt in seinem Feld gegen zwei Verteidiger aus Team Rot.
  • Nach mindestens drei (vier, fünf) Pässen steht ein Angreifer so günstig, dass er auf die andere Spielfeldseite zu Team Weiß passen kann.
  • Die beiden Abwehrspieler im Zentrum versuchen, den Passweg zuzustellen.
  • Kommt der Ball auf der anderen Übungsseite an, starten die beiden Verteidiger aus dem Zentrum ins Feld und stören. Die Abwehrspieler, die vorher auf der anderen Seite verteidigt haben, sprinten ins Zentrum.
  • Wird der Ball abgefangen, folgt ein schneller Aufgabenwechsel.

Spiellösung A:

  • Die ballbesitzende Mannschaft bewegt sich im „allgemeinem Viereck“ und die Spieler versuchen, sich immer in den Lücken zum Passspiel anzubieten.

Spiellösung B:

  • Der Pass vor dem Seitwechsel erfolgt in die offene Stellung des Mitspielers. Dieser dreht auf und passt auf die andere Seite.

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Verbotszonen-Spielform

Verbotszonen-Spielform als PDF

In dieser Spielform schränken wir die Freiheit des Ballbesitzers ein. In vorher bestimmte Zonen darf nicht gepasst werden und dies stellt nicht nur den Passgeber vor Probleme. Bieten sich die Mitspieler in den Verbotszonen zum Anspiel an, sind sie dort wertlos, sie müssen alternative Räume finden.

Organisation:

  • Wir haben im Spielfeld 24 Felder mit insgesamt 25 Tellern markiert. Das Spielfeld wird mit 4 Hütchen begrenzt. Zusätzlich werden zwei Tore aufgestellt.
  • Das gesamte Spielfeld hat eine Größe von ca. 40 x 60 Metern. Die einzelnen Felder sind ca. 10 x 10 Meter groß. Andere Abmessungen und eine Verringerung sind möglich, je nach Trainerintension und Anforderungsprofil.
  • Bei uns Spielen zwei Teams mit je 6 Spielern und einem Torwart gegeneinander. Fürs Spiel benötigen natürlich einen Ball.

Ablauf:

  • Die beiden Teams spielen mit einer Provokationsregel gegeneinander: Vertikale Querpässe sind nicht erlaubt. Dies gilt für sämtliche Felder, die sich entsprechend auf gleicher Höhe befinden.
  • Ein Pass in ein verbotenes Feld wird mit einem Freistoß geahndet.

Variante:

  • Wie oben, aber: Es darf nicht vertikal und horizontal gepasst werden. Somit bleiben nur Diagonalpässe übrig.
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