HIT-Spielformen +Überzahlspiel - Saisonvorbereitung

Spielformen sind immer motivierender als irgendwelche Trainingsformen ohne Ball, allerding gibt es Dinge zu beachten, damit die Spielformen auch wirklich zum „Hit“ werden und optimale Trainingserfolge ermöglichen.

Wir fügen den Spielformen später Provokationen hinzu, damit steuern wir die Spiele gezielt, um unsere Lernziele zu erreichen.

Nachdem wir mit den Inhalten aus den Artikeln „Die Saisonvorbereitung - Kondition, Taktik und Teambuilding“, „Saisonvorbereitung - High-Volume oder High-Intensity?“ und „Grundlagenausdauer in der Saisonvorbereitung trainieren“ die Theorie und die Säulen einer optimalen Vorbereitung dargestellt haben, wird das Training jetzt richtig intensiv.

Klare Empfehlung: Damit die Saisonvorbereitung abwechslungsreich und interessant für die Mannschaft abläuft: Nutze im HIT nicht nur Spielformen, sondern auch Parcours, siehe zum Beispiel: „HIT-Parcours mit und ohne Ball - Saisonvorbereitung“.

Trainingshilfsmittel für Trainer und Vereine

HIT-Spielformen - Schnell aufgebaut und spielnah, aber …

Spielformen sind immer motivierender als irgendwelche Trainingsformen ohne Ball, allerding gibt es Dinge zu beachten, damit die Spielformen auch wirklich zum „Hit“ werden und optimale Trainingserfolge ermöglichen:

Wie intensiv hier gespielt werden soll, zeigen schon die Spielzeiten. HIT bedeutet, eine Belastung von 4x4 Minuten und hier beim 2 gegen 2 auch 6x2 Minuten. Zwischen den Intervallen bieten wir, je nach Mannschaftsgröße, 2 oder 3 Minuten Pause an.

Die Intensität der Abläufe lassen sich vom Trainer, insbesondere bei größeren und mehreren Spielfeldern schwer kontrollieren. Sind wirklich alle Spieler aktiv dabei, werden eventuelle Vorgaben einhalten, sind die Abläufe wirklich überall optimal? Der Trainer muss seine Spieler zusätzlich anfeuern und so zum Beispiel höheres Tempo, schnelleres Passspiel und häufigere Positionswechsel einfordern.

Die richtigen Mannschaftsgrößen finden

Die Trainingsbeteiligung und/oder Mannschaftsgröße ist kein Wunschkonzert. Bei einer geraden Teilnehmerzahl findet sich immer eine Lösung, allerdings oft mit unterschiedlichen Mannschaftsgrößen. So kann bei 12 Spielern auf einem Feld 4 gegen 4 gespielt werden und auf einem anderen 2 gegen 2, auch zweimal 3 gegen 3 ist möglich.

Bei einer ungeraden Teilnehmerzahl oder wenn du bewusst vielleicht nur 3 gegen 3 spielen lassen möchtest, kommt es zu „Überhangspielern“. Damit hier keine lange Pausen entstehen, solltest du zusätzlich einen HIT-Parcours aufbauen. Dieser dien nicht als „Lückenfüller“, hier wird auch richtig intensiv trainiert.

In den Spielformen Schwerpunkte vorgeben

Du solltest deine Spieler zunächst frei spielen lassen, damit sie sich an die Gegebenheiten gewöhnen und von Beginn an die Intensität hochgehalten wird.

Später solltest du aber wissen, wo du dein Team bis zum Saisonstart verbessern möchtest. Bereits in den Spielformen kannst du die Schwerpunkte deiner Lernziele in der Saisonvorbereitung einbauen. Sollen die Spieler vermehrt Zweikämpfe suchen, willst du das Passspiel fördern oder taktische Elemente umsetzen, wie zum Beispiel das Hinterlaufen oder, wie hier in den Übungen, das Überzahlspiel verbessern?

Füge den Spielformen entsprechende Provokationsregeln hinzu: Bevor ein Tor erzielt werden darf, muss jeder Spieler einer Mannschaft den Ball berührt haben, ein Spieler eine Finte ausgeführt haben oder die gesamte Mannschaft sich in der gegnerischen Hälfte befinden.

So funktioniert das Spielform-Überzahlspiel

Auf Überzahlspiele kann in den vorgestellten Spielformen komplett verzichtet werden, insbesondere beim 2 gegen 2 bzw. 3 gegen 3, oder es wird als Variante später hinzugefügt. Das Überzahlspiel in den Spielformen wird durch die zusätzlichen Bälle am Spielfeldrand ermöglicht, dazu gibt es zwei Varianten:

  1. Kurzzeitiges Überzahlspiel
    Hat ein Spieler einen Ausball zu verantworten, holt er den Ball wieder und legt ihn auf ein freies Hütchen. Anschließend darf er sofort wieder mitspielen.
  2. Spielbedingtes Überzahlspiel
    Auch hier holt der Spieler den Ball wieder, den er ins Aus befördert hat und legt ihn auf ein frei gewordenes Hütchen. Er bleibt anschließend so lange aus dem Spiel, bis ein anderer Spieler einen Ausball verursacht.
    Variante:
    Der Spieler bleibt so lange aus dem Spiel, bis ein Spieler der gegnerischen Mannschaft den Ausball verursacht. Spielt in der Zwischenzeit ein Spieler seiner Mannschaft den Ball ins aus, holt er auch diesen Ball. Er legt die Bälle immer schnell auf ein freies Hütchen.

HIT-Spielformen mit möglichem Überzahlspiel

HIT-Spielformen als PDF

Damit die Spielformen ohne große Unterbrechungen reibungslos ablaufen, benötigen wir Ersatzbälle. Deshalb markieren wir die Spielfelder etwas intensiver, wir wollen diese Ersatzbälle möglichst auf Hütchen ablegen, wenn die Hütchen das hergeben. Ansonsten werden die Bälle außerhalb des Spielfeldes hinter den Hütchen abgelegt.

Beispielhaft findest du hier Grafiken zum 2 gegen 2 und 5 gegen 5.

Organisation:

  • Wir markieren das Spielfeld mit Hütchen. Beim 2 gegen 2 und 3 gegen 3 markieren wir dazu die Endlinien und die Mittellinie (insgesamt 6 Hütchen). Beim 4 gegen 4 und 5 gegen 5 dritteln wir das Spielfeld, dazu benötigen wir insgesamt 8 Hütchen.
  • Feldgrößen: 2 gegen 2 = ca. 18 x 10 Meter, 3 gegen 2 = ca. 30 x 22 Meter, 4 gegen 4 = 40 x 30 Meter, 5 gegen 5 = 40 x 30 Meter.
  • Wir benötigen einen Spielball, je nach Spielform die richtige Spieleranzahl und auf jedes Hütchen (oder dahinter) wird ein Ball abgelegt. Beim Überzahlspiel bleibt ein Hütchen frei (siehe Varianten).
  • Pro Spielfeld werden zwei Tore aufgestellt und ab 3 gegen 3 sind Torhüter möglich.

Ablauf:

  • Die beiden Teams spielen gegeneinander.
  • Spielerdauer: 6x2 Minuten beim 2 gegen 2 (2 Minuten Pause), ab 3 gegen 3 4x4 Minuten (3 Minuten Pause).
  • Geht der Spielball ins aus, holt die berechtigte Mannschaft sofort einen neuen Spielball vom Spielfeldrand und wirft oder rollt diesen ein.
  • Beim 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 keine Eckstöße.

Varianten:

  • Überzahlspiel (je nach Intension erst ab 3 gegen 3 oder 4 gegen 4): Verursacht ein Spieler einen Ausball, muss er den Ball holen und auf einem freien Hütchen ablegen. Erst dann darf er wieder ins Spiel eingreifen oder er muss sogar warten, bis der Ball wieder im Aus ist. Weiterhin kann er so lange draußen bleiben, bis ein Spieler der gegnerischen Mannschaft den Ausball verursacht.
  • Tore dürfen nur aus der gegnerischen Hälfte erzielt werden.
  • Tore werden nur dann gezählt, wenn sich bei Torabschluss alle Spieler des Teams in der gegnerischen Hälfte befinden.
  • Ab 4 gegen 4 nur drei (zwei) Ballkontakte erlaubt.

Trainertipps:

  • Feuere die Teams an.
  • Arbeite mit Provokationsregeln.
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