Die Saisonvorbereitung - Kondition, Taktik und Teambuilding

„Die Saisonvorbereitung war optimal“, wenn Trainer das sagen, ist wohl alles richtig gelaufen und einem erfolgreicher Start in die neue Saison wird vom Trainer, aber auch von den Spielern erwartet.

Um dies umzusetzen, ist eine exakte Planung der Saisonvorbereitung wichtig. Wie das geht und was du beachten musst, erfährst du in diesem Artikel.

Alle fühlen sich gut und die angestrebten Ziele sind durch hartes Training erreicht worden. Wie eine erfolgreiche Saisonvorbereitung aussieht ist im Breitenfußball häufig subjektiv, denn selbst im Profifußball gibt es nicht „die Saisonvorbereitung“, eine Standardisierung liefert uns nicht einmal die Wissenschaft.

Die Vorbereitungsperiode ist eine sehr komplexe Zeit und die Erwartungen der Trainer und Spieler an diese Zeit sind hoch. In dieser Zeit werden die Grundlagen für eine erfolgreiche Saison gelegt und deshalb ist der Trainer gefordert diese Trainingsphase optimal vorzubereiten. Das Team soll topfit sein, die Taktik steht und das Team ist gebildet worden, es ist eine Einheit. An diesen Zielen orientiert sich die Saisonvorbereitung, zu erreichen sind diese in wenigen Wochen allerdings nicht. Eine Mannschaft benötigt Zeit, um zu wachsen und sich zu finden, spielerisch aufeinander abgestimmt zu sein. Nicht wenige Teams sind erst in der Rückrunde richtig erfolgreich, auch im Profifußball. Erst die Spielpraxis mit Erfolgen und Rückschlägen lassen aus einer Mannschaft ein Team werden.

Trainingshilfsmittel für Trainer und Vereine

Auf Soccerdrills findest du in der Magazin-Rubrik „Saisonvorbereitung“ einige Orientierungshilfen zur Organisation und Durchführung für die Vorbereitungsperiode. Von der Trainingsmethodik bis zu Spiel- und Übungsformen, die ständig weiterentwickelt werden. Es geht um den richtigen Mix, zwischen Kondition, Taktik und Teambuilding.

Exkurs – Saisonvorbereitung im Kinderfußball

In der Literatur fehlt oft die Angabe der Altersklasse und die Angaben zur Intensität der Saisonvorbereitung. Deshalb sieht man auf den Trainingsplätzen immer noch Kindermannschaften, die Kondition bolzen. Diese Trainingsinhalte sind seit vielen Jahren in der Ausbildung junger Spieler kein Bestandteil mehr. Das Ausbildungskonzept im deutschen Fußball gibt ganz klar vor: Im Kinderfußball gibt es keine Vorbereitungsperiode, es werden kontinuierlich über die gesamte Saison Lernziele vermittelt, die die Kinder zu guten Fußballern ausbilden, mit viel Spaß und Motivation. Sind Finten und Zweikämpfe Ausbildungsinhalte, dann werden dies auch trainiert, egal in welcher Phase der Saison.

Exkurs – Saisonvorbereitung im Jugendfußball und unterem Amateurbereich

Eine intensive Saisonvorbereitung wird in Teilen erst ab der C-Jugend U14/U15 empfohlen. Allerdings gilt hier das Leistungsprinzip und diese Abhängigkeit erstreckt sich bis in den Seniorenbereich. Entsprechend der Leistungsklasse, ist die Saisonvorbereitung dosiert durchzuführen. Es macht wenig Sinn an konditionellen Fähigkeiten zu arbeiten, wenn die Grundvoraussetzungen des Fußballspiels fehlen. Die Trainingsschwerpunkte sollten dann auch in der Vorbereitungsphase auf fußballerische Elemente liegen. Nur mit dem Ball arbeiten und technische, taktische Inhalte stehen im Vordergrund.

Für die Saisonvorbereitung in den unteren Leistungsklassen und den unteren Altersklassen des Jugendfußballs gibt es keine Vorgaben. Selbst der DFB beschränkt sich bei seinen Vorgaben lediglich auf leistungsstarke Teams.

Hier sind die Trainer gefordert, sollten ihr Team richtig einschätzen und entscheiden, mit welchen Trainingsinhalten sie das Team stärker machen wollen.

Fünf bis sechs Wochen Vorbereitung - Was sind die Inhalte?

Hast du beim Lesen der Überschrift gedacht: „Fünf bis sechs Wochen? Schön wärs, aber die Zeit hab ich nicht!“?

Dieser Zeitraum wird benötigt, um eine gute Saisonvorbereitung durchzuführen und ist schon sehr knapp bemessen. Ferien, Urlaub und eine eventuelle Platzsperre, so sieht die Realität im Breitenfußball aus. Es ist deshalb eine Herausforderung an die Trainer, in der kurzen Zeit die konditionellen, technischen, taktischen Elemente zu verbessern und dann noch erfolgreiches Teambuilding umzusetzen. Den einen Weg gibt es nicht, aber welche konkreten Inhalten sollten im Mittelpunkt stehen und wie steuere ich optimal die Belastung?

So klappt es mit der Saisonvorbereitung

Kondition und Athletik

Früher ging es darum, in der Saisonvorbereitung möglichst viele Laufrunden zu absolvieren oder viele Kilometer im Wald zu laufen. Heute herrscht Einigkeit, diese Inhalte entsprechen nicht den Erfordernissen des modernen Fußballs. Fußball ist kein Dauerlauf, sondern zeichnet sich durch viele intensive Aktionen aus: Kurze Sprints, schnelle Richtungswechsel und Sprünge, viele dieser Aktionen werden durch den Ball zusätzlich zur besonderen konditionellen Herausforderung. Der Fußball erfordert eine intervallartige Belastungsbewältigung und ist kein Marathonlauf.

Taktisch, technische Elemente

Sich in der Saisonvorbereitung nur auf die Bildung athletischer Fähigkeiten zu konzentrieren, reicht schon lange nicht mehr aus. Das Ziel der Vorbereitungsphase ist es auch, ein gemeinsames taktisches Konzept zu entwickeln. Hier die richtige Wahl zu treffen, ist abhängig von der Trainerintension und von der Leistungsstärke der Mannschaft. Letztlich wird der Trainer die Inhalte umsetzen, die ihm in der Vorsaison als Defizite aufgefallen sind. Bevor du die Trainings konzipierst, sollten deine Ziel klar definiert sein. Was willst du verbessern? Erst dann kannst du eine optimale Vorbereitung im Detail planen.

Teambuilding

Die Vorbereitungsphase ist auch die Zeit, in der sich ein Team findet. Dabei schaut ein Trainer nicht nur zu, er greift aktiv mit teambildenden Maßnahmen ein. Lese hierzu auch unseren Artikel „Der Teamgeist im Fußball - So funktioniert ein Fußballteam“.

Testspiele

Die Zeit ist kurz und trotzdem gehören Testspiele unverzichtbar in der Vorbereitungsphase dazu. Training ist gut, die Wahrheit liegt aber auf dem Platz. Wähle die Testspiel-Gegner nach deinen Zielen aus. Spiele gegen eine höherklassige Mannschaft, wenn du dein Team defensiv fordern möchtest und wähle ein unterklassiges Team, wenn du das Zusammenspiel, Passspiel fördern willst. Testspiele sind ebenfalls wichtig für die Motivation und den Rhythmus. Nur Training liefert keine Erkenntnisse und die Spieler sind schnell frustriert.

Saisonvorbereitung - Die Planung

Um die Saisonvorbereitung optimal zu absolvieren, ist eine exakte Planung notwendig. Dazu solltest du folgenden Dinge in deine Überlegungen einbeziehen:

Welche Inhalte möchtest du als Schwerpunkte bis zum Saisonstart absolvieren?

Mach dir nichts vor, du hast nicht viel Zeit. Springe nicht durch die Inhalte, konzentrieren dich auf das, was du unbedingt umsetzen willst. Nicht die Masse der Inhalte zählt, sondern die Qualität.

Welche Zeit, wie viele Trainingseinheiten stehen zur Verfügung?

Erstelle einen Zeitplan. Hierzu gehört die Feststellung, wie viele Trainingseinheiten bis zum Saisonstart möglich sind. Beachte dabei ein gutes Verhältnis zwischen hoher Belastung und Ruhephasen. Die Körper der Spieler benötigen Erholungen, nur so können sie regenerieren und weitere Ressourcen abrufen.

Mit welcher Trainingsbeteiligung rechnest du, wann ist wer im Urlaub?

Inhalte durchziehen, egal wer anwesend ist, wird nicht zielführend sein. Es geht darum, jeden Spieler zu verbessern und deshalb sollte das Training entsprechend gut strukturiert sein. So machen taktische Inhalte wenig Sinn, wenn nicht alle Spieler oder bestimmte Mannschaftsteile vollständig anwesend sind. Insofern musst du in der Lage sein, wenn bestimmte Spieler fehlen (auch kurzfristig), die Trainingsinhalte zu verändern.

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