Krea-k-tive Handlungen auf dem Platz, überraschend anders und individuell!

Intuition im Fußball bedeutet, Entscheidungen auf dem Feld planlos, ohne Verstand zu treffen. Hört sich nicht gut an? Bist du sicher? Der Fußball lässt sich nicht immer planen, um erfolgreich zu sein, sind gut ausgebildete intuitive, kreative Fähigkeiten die Zukunft.

Matthias Nowak beschreibt in diesem Artikel nicht nur die Wichtigkeit der Intuition, zwei Videos zeigen, wie einfach die Trainingspraxis ist.

Der Wunsch nach Planbarkeit versus Intuition im Fußball

Urs Siegenthaler (seit 2005 Spielbeobachter der deutschen Nationalmannschaft), Quelle: Morgenpost.de:

Das sind auch Fragen, mit denen sich gerade Oliver Bierhoff in der DFB-Akademie beschäftigt. Was sind die Trends, wohin entwickeln wir den Fußball? Wir schauen viel auf andere Sportarten. Dort erleben wir, dass die Spieler in gewissen Situationen exakt wissen, was zu tun ist.

Ich glaube, dass im Fußball generell oft noch viel aus der Intuition passiert. Aber schauen Sie zum Basketball: Da holt sich der Spielmacher hinten den Ball und hält die Finger zu einer Vier hoch. Und alle Mitspieler wissen dann, wohin sie laufen müssen. Der Spielzug ist von vorn bis hinten komplett durchgeplant und jeder im Team weiß, wer am Ende den Abschluss macht.

Trainingshilfsmittel für Trainer und Vereine

Könnte dies im Fußball den Moment des Kreativen ersticken?

Kreativität entsteht erst durch Ordnung. Wenn der Sechzehnmeterraum voll von Abwehrspielern ist, dann muss ich einen Plan entwickeln, wie ich dort überhaupt noch hindurch komme. Durchgeplante Angriffe könnten eine Lösung sein.

Ist beim High-Speed-Fußball verstärkt die Intuition der Spieler gefragt?

Was meinst du?

Ist es im Fußball wichtig, Entscheidungen zu treffen, ohne logischen und analytischen Einsatz des Verstandes, ohne bewusste Abläufe? Inwieweit sind Abläufe planbar, oder ist die Intuition als Element der kreativen Entwicklung der Weg zur Unberechenbarkeit? Erschließt die Intuition nicht sogar neue Möglichkeiten, neue und vor allem flexiblere Pläne, macht die Intuition die Spieler nicht schneller und kreativer?

Oder ist es doch besser, was offensichtlich Herr Siegenthaler favorisiert, Spieler zu Informations-Junkies auszubilden? Ist der Vergleich mit dem Basketball überhaupt zulässig und sinnvoll?

Trainer und Spieler wünschen sich die Planbarkeit, die Kontrolle übers Spiel mit vorgegebenen Abläufen. Dies ist verständlich, denn je genauer und komplexer dabei Matchplan und Player Mission angelegt werden, umso besser.

Trainer blockieren die Spieler

Genau aus diesem Grund benötigen wir natürlich die qualitativ hochwertigere Intuition der Spieler, nur so werden die nicht planbaren Abläufe im Spiel erfolgreich gemeistert. Trainer pressen ihre Spieler fast ausschließlich in planbare Abläufe, so haben beide Seiten immer alles unter Kontrolle, aber nur im Training. Im Wettkampf sieht es dann anders aus und deshalb blockieren Trainer, insbesondere im Kinderfußball, die wertvolle Fähigkeit des intuitiven Spiels.

Wertvoll auch, weil Intuition Fußballspieler glücklich macht. motiviert und deshalb sollte es gerade im Wettkampf heißen: Intuitiv handeln statt denken! So ist es für die Spieler möglich, kreative Antworten jenseits des eigenen, geplanten Systems zu finden und genau das kann trainiert werden. Diese Fähigkeit zur Anarchie macht dann den Unterschied(s)spieler. Meine aktuellen Beispiele hierzu sind Spieler wie Hazard (Chelsea London) und Sane (Manchester City).

Förderung der Intuition und Kreativität so früh wie möglich

Diese Schwerpunkte sind dringend in der Talentförderung zu berücksichtigen und die Integration ins Ausbildungskonzept sollte schnellstens, umfangreicher umgesetzt werden. Klartext: Wir benötigen vom DFB einen großen Wurf, viel Mut und keine faulen Kompromisse.

Willst du so lange warten?

Starte den Weg des "Unbekannten" und des "Experimentierens", werde du als Kindertrainer oder Jugendtrainer zum Entdecker und einem starken Förderer unserer Talente! Was oder wer hält dich davon ab?

Beispiele: So einfach geht's

Ich "zwinge" meine Spieler dazu, sich in meinen Übungen vertrauensvoll an ihr eigenes Bewegungssystem zu wenden...und zwar im Hier und Jetzt.

Einmal ganz ohne Druck (Video 1), zum Einstieg:

Dann mit enormen Entscheidungsdruck (siehe Video 2 am Ende des Artikels), genau der Moment, wenn es im Wettbewerb darauf ankommt. Diese intuitive Problemlösung blockieren wir oft bereits als Trainer, aber woher kommt dieses Wissen? Es klingt merkwürdig und paradox, die Top-5-Benefits liefern hierfür die Antworten!

Die Top 5 - Benefits für unsere Talente

  1. Durch die kognitiven Aufsetzer in den Bewegungsaufgaben, soll es zu einer ersten Abkoppelung der Aufmerksamkeit von der Motorik kommen, oder: Sensomotorische Kontrolle ja, aber keine/kaum mentale Kontrolle mehr erforderlich.
  2. Aktives Ressourcen-Management durch den Spieler wird möglich.
  3. Für den Spieler stehen weitere Kapazitäten für die Entscheidungsfindung zur Verfügung. Das Hirn ist nicht mehr mit wichtigen Informationen überlastet und kann Lösungen jenseits des Systems finden.
  4. Deutliche Steigerung der Entscheidungsfreiheit und Spielfreude auf dem Platz.
  5. Dein Team entwickelt sich und die Spieler werden risikobewusster, intuitiver und kreativer.

DVD – Dynamic Brain Vol. 1 und Vol. 2 – Matthias Nowak und Samir Tanjo im Coachshop

Liebe Trainerkollegen/innen, es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

In diesem Sinne, euer
Matthias Nowak

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