Kommunikations- und Kennlernspiele

Kommunikations- und Kennlernspiele sind im Mannschaftssport nicht nur in der Saisonvorbereitung Trainingsbestandteil, dürfen in der Zeit aber nicht im Training fehlen. „Kennenlernen“ bedeutet nicht, dass ein Team komplett neu zusammengesetzt wurde, es reicht schon aus, wenn ein Spieler hinzugekommen ist.

Die vorgestellten Spiele, die auch als PDFs zur Verfügung stehen, sind nicht nur für den Kinderfußball geeignet, auch ältere Jahrgänge haben mit den Abläufen ihren Spaß. Weiterhin eignen sich die Kommunikations- und Kennlernspiele auch in der Saison immer wieder als lockere Einlage oder als Einstieg ins Training.

Kommunikations- und Kennlernspiele unterstützen das Teambuilding

Kommunikation kann man lernen

Mit guter Kommunikation lassen sich im Mannschaftssport viele Abläufe verbessern, Fehler können vermieden werden. Kommunikation bedeutet nicht nur miteinander sprechen, sie kann auch durch Gesten stattfinden.

Dies hat den Vorteil, dass nicht jeder mitbekommt, was gefordert wird, insbesondere der Gegner. Diese nonverbale Kommunikation kann schon das Heben eines Arms sein, um Anspielbereitschaft anzuzeigen, aber auch der Blickkontakt. Sehr beliebt ist das Anzeigen mit dem Arm in eine gewünschte Pass- und Laufrichtung.

Kommunikation kann trainiert werden und dazu gehört, dass die Spieler sich untereinander verstehen. Wir beginnen mit Kommunikationsspielen, die nicht nur im Fußball angeboten werden sollten. Die angebotenen Kommunikationsspiele, sind ein einfacher Einstieg in der Gruppe, will man aber erfolgreich sein, muss in den Spielen kommuniziert werden. Wir bauen zunächst Hemmungen ab und legen so den Grundstein dafür, dass überhaupt kommuniziert wird.

Trainingshilfsmittel für Trainer und Vereine

Kennlernspiele fürs Teambuilding

Durch Kennlernspiele, die nicht fußballspezifisch sein müssen, wird die neu zusammengesetzte Gruppe zu einem Team, dass gemeinsam Probleme löst. Dabei ist es egal, ob mehrere Spieler neu im Team sind oder nur einer. In den Kennlernspielen machen sich die Spieler miteinander vertraut. Bei neuen Spielern wirst du schnell erkennen, welche bereits ins Team integriert wurden, ob sie noch unsicher und zurückhaltend sind oder extrovertiert und als Wortführer agieren.

1. Sortierungsspiele

Die Abläufe der Sortierungsspiele können um weiter Aufgaben ergänzt werden, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Du solltest allerdings Aufgaben vermeiden, die Spieler bloßstellen könnten, so wurde in den Beispielen bewusst auf eine Sortierung nach Körpergewicht verzichtet.

Eine Variante steigert zusätzlich den Spielspaß. Die Akteure sollen mit Händen und Füßen versuchen, sich verständlich zu machen. Albern und Lachen sind grundsätzlich nicht nur erlaubt, sondern sogar gewünscht.

Sortierungsspiele als PDF

Organisation:

  • Teile zwei Gruppen ein, die Anzahl der Personen pro Team sollte zwischen 5 und 10 liegen.
  • Jede Gruppe bildet einen Kreis.
  • Ziel ist, die gestellte Aufgabe dadurch zu lösen, dass sich die Personen in der richtigen Reihenfolge von links nach rechts nebeneinander aufstellen.
  • Welche Gruppe erfüllt als erste die nachfolgenden Aufgaben?

Abläufe:

Für alle Abläufe gilt: Hat sich eine Gruppe sortiert, wird dies laut mitgeteilt oder alle Spieler heben einen Arm.

  • Alphabetisch sortierte Aufstellung nach dem Vornamen.
  • Alphabetisch sortierte Aufstellung nach dem Nachnamen.
  • Aufstellung sortiert nach dem Geburtsmonat. Bei identischen Monaten wird weiter nach Tag sortiert. (siehe Grafik)
  • Aufstellung sortiert nach dem Geburtsdatum.
  • Aufstellung sortiert nach Körpergröße.
  • Aufstellung sortiert nach Schuhgröße.
  • Jeder Person wird vom Trainer eine Zahl zugeflüstert, die Aufstellung erfolgt nach der Höhe der Zahl, die tiefste steht links.

Variante:

  • In den Abläufen darf nicht gesprochen werden, die Personen nutzen die Zeichensprache, um sich zu sortieren.

Trainertipp:

  • Nach jeder Aufgabe werden die Teams neu gemischt.


2. Kreisball-Passspiel

Wir starten ins Kreisball-Passspiel mit den Händen. Dies ist ein Kennlernspiel und die Inhalte müssen deshalb nicht fußballspezifisch sein. So liegt der Fokus auf den Namen und später, wenn die Namen kein Problem mehr sind, geht es weiter mit dem Passspiel und der Ballannahme mit den dazugehörigen technischen Vorgaben.

Egal wie, was du am Ende der Trainingseinheit unbedingt anbieten solltest, ist die Namen-Spielform unten. Bei der Nutzung als Kennlernspiel vertiefst du die Namen nochmal und bei Nutzung als Kommunikationsspiel, förderst du die Kommunikation auf dem Feld spielnah.

Kreisball-Passspiel als PDF

Organisation:

  • Die Spieler stellen sich im Kreis auf.
  • Je nach Gruppengröße halten ein oder zwei Spieler jeweils einen Ball in der Hand oder er liegt am Fuß.
  • In der Variante werden unterschiedlich aussehende Bälle benötigt.

Abläufe:

  • Der Ball wird von einem zum nächsten Spieler am Kreis geworfen. Wer wirft, ruft seinen eigenen Namen. Auf Trainerkommando wird die Wurfrichtung am Kreis geändert.
  • Der Ball wird wahllos zu einem Mitspieler am Kreis geworfen. Wer wirft ruft seinen eigenen Namen.
  • Der Ball wird von einem zum nächsten Spieler am Kreis geworfen. Wer wirft, ruft den Namen des Ballempfängers. Auf Trainerkommando wird die Wurfrichtung am Kreis geändert.
  • Der Ball wird wahllos zu einem Mitspieler am Kreis geworfen. Wer wirft, ruft den Namen des Ballempfängers.
  • Wie in den vorherigen Abläufen, jetzt wird der Ball mit dem Fuß gepasst.

Variante:

  • Zwei unterschiedliche Bälle sind im Spiel (in der Grafik = weiß und rot). Der weiße Ball wird mit dem Fuß gepasst, der rote mit den Händen geworfen. Wie oben in den Abläufen, wird nach Vorgabe der Name des Passgebers oder Passempfängers gerufen. Als Kombination wird mit dem weißen Ball beim Pass der eigene Name und beim Wurf mit dem roten Ball der Name des Empfängers gerufen … oder umgekehrt.


3. Begrüßungschaos

Ein schönes Begrüßungsspiel, welches wohl seinen Platz im Kinderfußball einnehmen wird. Kinder lieben Rituale, dazu gehört auch die Begrüßung und deshalb kann dieses Spiel immer mal wieder angeboten werden.

Liest sich einfach, aber warum dieses Spiel „Chaos“ beinhaltet, wirst du auf dem Platz bemerken. Jeder Spieler begrüßt mehrere Spieler und es kann passieren, dass ein Spieler von drei anderen begrüßt wird. Er muss aber selbst andere begrüßen und schon entsteht das Chaos.

Die Spieler ahnen beim Übungsstart nicht, was auf sie zukommt. Beobachte das Chaos und erfreue dich daran.

Begrüßungschaos als PDF

Organisation:

  • Markiere ein Übungsfeld, die Seitenlängen betragen ca. 10 x 12 Meter.
  • An einer Seite werden Bälle bereitgelegt. Dahinter, in ca. 8 Meter Entfernung, wird ein Mini-Tor (Stangentor, Hütchentor) aufgestellt.
  • Beim Übungsstart befinden sich alle Spieler außerhalb des Spielfeldes.

Ablauf:

  • Jeder Spieler notiert sich gedanklich 4 andere Spieler.
  • Auf Trainerkommando geht es los, die Spieler starten ins Feld.
  • Sie laufen bzw. gehen zu einem vorher gedanklich festgelegten Spieler und begrüßen ihn mit einem freundlichen „Guten Tag, Max!“, natürlich mit Handschlag.
  • Hat ein Spieler seine 4 Spieler begrüßt, startet er zu einem Ball und schießt ihn ins Tor.
  • Welcher Spieler ist am schnellsten und trifft anschließend?

Variante:

  • Jeder Spieler dribbelt mit einem Ball ins Feld und begrüßt dann die anderen Spieler. Anschließend folgt das Dribbling zur Abschusslinie am Spielfeldrand, dann geht es weiter mit dem finalen Torschuss.


4. Namen-Spielform

Die Namen-Spielform ist kein innovatives Highlight, wird aber losgelöst von Kommunikationsspielen immer wieder im Training gespielt.

Es fördert die Kommunikation automatisch, denn ein Verstoß gegen die Regeln, zieht einen Freistoß fürs andere Team nach sich. Die Spieler werden freiwillig kommunizieren und je öfter du diese Spielform anbietest, desto automatisierter wird die Kommunikation auf dem Spielfeld werden.

Namen-Spielform als PDF

Organisation:

  • Zwei Teams, ein ganz normales Fußballspiel.

Ablauf:

  • Bei jedem Pass ruft der Passgeber seinen eigenen Namen.
  • Vergisst er dies, gibt es Freistoß fürs andere Team.

Varianten:

  • Bei jedem Pass ruft der Passgeber den Namen des Passempfängers.
  • Bei jedem Passspiel ruft der Passgeber den Namen des Passempfängers und der Passempfänger bei der Ballannahme den Namen des Passgebers (siehe Grafik).
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