Charaktere im Mädchen- und Frauenfußball

-Ohne Anspruch auf Vollständigkeit - Wir lieben Frauenfußball!

Die Torhüterin liebt Rechtecke, die Verteidigerin hasst die Farben Rot und Gelb, die Spielmacherin ist sehr sensibel, die Mittelfeldspielerin bastelt gerne, die Mittelstürmerin denkt nicht und der Trainer ist depressiv.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit

Um das gleich klarzustellen: Soccerdrills.de ist aus dem Mädchenfußball entstanden, es gibt nichts Schöneres. Die Texte hätten auch auf viele Jungs oder Männer gepasst. Wenn jemand Spaß verträgt, dann die weiblichen Fußballer, die vor vielen Jahren bei der Erstellung dieser Texte mitgewirkt haben. Ist auch egal, so sind sie eben und, wer das nicht versteht, muss ja nicht weiterlesen.

Die Torhüterin

Trainingshilfsmittel für Fußballtrainer

Das kennen wir: wer eigentlich auf keiner Position so richtig benötigt wird, kommt ins Tor.
Sie ist die einzige Spielerin, die die Gesundheitsrisiken der Torwartposition nicht kennt. Von Ihren Mitspielerinnen unterscheidet sie sich durch die Trikotfarbe und ihren, extra für sie abgegrenzten Raum, wo sie nicht angegriffen werden darf. Deshalb verlässt sie diesen Raum auch nur ungern, denn hier fühlt sie sich sicher.

Keine wird so schnell zur Looserin, ein einziger Fehler und niemand spricht mehr mit der Torhüterin.
Sie liebt Hechtsprünge für die Galerie und das lautstarke Antreiben der Hintermannschaft bei Freistößen und Eckbällen.

Ihre größten Feinde sind die Sonne und das Flutlicht.

Eigentlich mag sie keiner so richtig, aber sie wird dringend benötigt, weil sich sonst niemand findet, die sich ins Tor stellt. Die Abneigung der Mannschaft gegen sie geht häufig soweit, dass sie abgesondert vom Team trainiert. Ihr wird das als Sondertraining verkauft, damit sie nicht beleidigt ist.

Kontakt zur Mannschaft versucht sie durch die ständig gleichen Witze und Scherze zu bekommen, aber auch das gelingt ihr nur selten.

Sie hat eine Vorliebe für Rechtecke und die Zahl "0". Ausflüge mag sie nicht und verlässt deshalb ihre Wohnung nur, um im Tor zu stehen. Auch im Sommer trägt sie gerne eine Mütze und Handschuhe.
Im Alter lebt sie häufig vereinsamt und zurückgezogen.

Die Verteidigerin

Schönheit ist nicht ihr Spiel. Sie ist die geborene Spielverderberin, macht mehr kaputt, als das sie zu einem vernünftigen Spiel beiträgt.

Ihre Art Fußball zu spielen bekommt besonders ihre direkte Gegenspielerin zu spüren. An der Verteidigerin kommt keine vorbei, jedenfalls nicht aufrecht.

Sie macht grundsätzlich alles richtig. Bekommt das Team zu viele Gegentore, ist das Mittelfeld, die Torhüterin oder der Trainer schuld.

Die Abseitsregel wird sie nie ganz verstehen, komplizierte Vorgänge sind nicht ihr Ding. Den Ball will sie eigentlich nicht haben, zerstören ist ihr Leben.

Ihre technischen Fähigkeiten sind äußerst gering, deshalb spielt sie lieber mit Muskelkraft, zum Leidwesen der medizinischen Abteilung der gegnerischen Mannschaft.

Sie hasst die Farben Rot und Gelb, Schiedsrichter und schauspielerische Einlagen ihrer Gegenspielerinnen.

Im Leben nach dem Fußball ist sie wortkarg, schüchtern und möchte niemals im Vordergrund stehen.
Auf Mannschaftsfotos gelingt ihr selten ein Lächeln.

Die Spielmacherin

Es gibt keine auf dem Feld, die wichtiger für ein gutes Spiel der Mannschaft ist - meint sie.
Niemand kann so gut mit dem Ball umgehen, niemand spielt so elegant. Schönheit und Ästhetik, das ist ihr Spiel. Kampf und Einsatzfreude überlässt sie ihren Mannschaftskameradinnen, die ihr alle untergeordnet sind.

Verspringt ihr mal ein Ball, so gibt sie dem Platzwart die Schuld. gelingt ihr etwas, schaut sie sich prüfend um, ob auch alle ihr Können würdigen.

Sie ist eine Mimose, Kritik kann sie nicht ertragen. Als Kopf des Teams bestimmt sie, wo es lang geht. Diskussionen sind ihr fremd, es zählt nur ihr Wort. Bei Niederlagen sucht sie die Schuld bei ihren Mitspielerinnen. Siege hat sie aufgrund ihrer überragenden Fähigkeiten allein errungen.

Im Alltag ohne Fußball ist sie mehr die Außenseiterin. Sie strebt nach ewigem Einzelruhm und ist sehr sensibel.

Die Spielmacherin benötigt deshalb viel Liebe und Zuneigung.

Die Mittelfeldspielerin

Die Mittelfeldspielerin gehört zur Kreativabteilung des Teams.

Sie zieht die Fäden, bestimmt das Spieltempo und glänzt durch ihr unerhört gepflegtes und attraktives Aussehen.

Wäre da nicht die Spielmacherin, wäre sie der Mittelpunkt eines Fußballspiels. Deshalb gibt es zwischen der Mittelfeldspielerin und der Spielmacherin häufig zwischenmenschliche Probleme.

So versucht die Mittelfeldspielerin durch ständige Kritik an der "Nr. 10", den Posten irgendwann zu übernehmen. Ein Traum, für den sie in jedem Spiel schwer bezahlen muss, wenn sie von der Spielmacherin wieder wie eine Untertanin behandelt wird.

Sie ist sowohl für den Angriff als auch für die Abwehr zuständig. Konditionsstark Muss sie sein, deshalb raucht und trinkt sie nicht und besucht keine Partys am Abend vor einem Spiel, was sie beim Rest des Teams zur Außenseiterin macht.

Jeder Trainer ist stolz, solche Spielerinnen im Kader zu haben. Vorbildlich, auch wenn dem Team das egal ist.

Im wirklichen Leben ist sie ein Arbeitstier, sehr hilfsbereit und versucht auch hier ständig Karriere zu machen. Die Mittelfeldspielerin bastelt gerne, denn Kreativität ist ihr Ding. Alle mögen sie, nur die Spielmacherin nicht.

Die Mittelstürmerin

Die Mittelstürmerin ist die faszinierendste Persönlichkeit auf dem Feld, denn sie kennt nur eins, den zählbaren Erfolg.

Schönheit, Gerechtigkeit, und Ästhetik sind ihr egal. Sie wirkt oft desinteressiert.
Sie denkt nicht, dies ist aber keine Schwäche, sondern eine Stärke.

Sie sieht immer ihre Chance, auch wenn niemand sonst sie sieht. Sie grübelt nicht und verschwendet keine Frage an einen zweiten Gedanken, denn der zweite Gedanke ist immer der Falsche.

Im krassen Gegensatz zur Torhüterin kann sie durch eine einzige gelungene Aktion ihr Ansehen schlagartig verbessern, ohne sich vorher bewegt zu haben. Sie bleibt bis zum Spielende im Strafraum und wenn sie dort niemand abholt, dann wartet sie dort noch auf ihre Chance, während die Anderen längst im Clubhaus feiern.

Ihre Zielstrebigkeit und ihre Unkompliziertheit sind nicht erlernbar. Glücklich ist, wer eine Mittelstürmerin in seinen Reihen hat, solange es nur um den Erfolg geht.

Die/Der Trainer/in

Wer Spaß am absoluten Chaos hat, wird Trainer oder Trainerin einer Frauen- oder Mädchenfußballmannschaft.

Ein starkes Nervenkostüm, Humor, Geld, Organisationstalent, Animateur-Ausbildung, Fingerspitzengefühl, viel Zeit, ca. drei Telefonanschlüsse, Szenenkenntnisse, Modebewusstsein und eine verständnisvolle oder keine Familie, dies sind die Grundvoraussetzungen für den perfekten Trainer eines weiblichen Teams.

Fußball-Fachwissen ist nicht erforderlich, im Gegenteil eher störend. Ein "Feierbiest" sollte man sein und sich bei Neuheiten auf dem Fußballschuh-Markt bestens auskennen.

Trainer, die dies alles auf sich vereinigen, gibt es nicht. Insoweit ist jeder, der ein Frauen- oder Mädchenteam übernimmt, zum Scheitern verurteilt.

Die Trainerkarriere endet häufig depressiv oder im Alkoholrausch.

Diese Zeilen sind zwar hart, weil sich bisher niemand getraut hat, die Wahrheit auszusprechen. Wir wollen dies tun, denn im Frauen- und Mädchenfußball werden alle Probleme offen angesprochen, stundenlang, tagelang, wochenlang, monatelang, nur der Trainer weiß nichts davon! 

Die Mittelstürmerin © fotolia.com/creative studio