Der Teamgeist im Fußball - So funktioniert ein Fußballteam

Fußballtrainer kennen ihn, aber niemand hat ihn jemals gesehen oder gemessen, den Teamgeist. Teamgeist führt zum Erfolg, jeder hat ihn schon in einer Gruppe gespürt.

Wie funktioniert er und wie kannst du aus deiner Mannschaft ein Team formen? Ein Artikel nicht nur für Fußballtrainer.

Manchmal funktionieren Dinge ganz einfach. Wenn du deinen Spielern den Teamgeist erklären möchtest, kopiere die für dich wichtigen Passagen aus diesem Artikel, füge sie in ein Textprogramm ein, drucke den Text aus und überreiche deinem Team die Inhalte. Es wirkt Wunder, wenn banale Dinge plötzlich wichtig sind und erklärt werden. „Ich habe verstanden!“ und dann klappt es auch mit dem Teamgeist.

Fußballer sind auch nur Menschen

Fußballer sind Menschen und Menschen sind soziale Wesen. Kommen mehrere Fußballer zusammen, bildet sie nicht nur eine Gruppe von unterschiedlichen Individuen, sie sind eine Gemeinschaft. Es entsteht ein neues Ganzes und wie sagte schon Aristoteles (384 v.Chr. - 322 v.Chr., griechischer Philosoph):

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Ein Team besteht eben nicht nur aus 6, 9, 11 oder mehr Spielern, es besteht aus einer Einheit und je besser diese Einheit funktioniert, desto „größer“ wird sie.

Trainingshilfsmittel für Fußballtrainer

Manchmal reiben wir uns im Fußball die Augen, wenn ein Außenseiter den großen Favoriten besiegt. Sowas gibt es nicht nur im Fußball, auch in anderen Sportarten und dies müssen nicht einmal Mannschaftssportarten sein. Beim Staffellauf in der Leichtathletik gewinnt nicht immer die Staffel mit den schnelleren Einzelläufern. Es ist zu einfach, nur die Einzelteile zu addieren, denn das Ganze, das Team bildet einen neuen Maßstab und dies wird häufig unterschätzt.

Keiner weiß was Teamgeist ist

Großer Teamgeist führt zum Erfolg. Keiner weiß, was Teamgeist eigentlich ist und was ihn ausmacht, aber jeder hat ihn schon in einer Gruppe gespürt. Es ist eben der „TeamGeist“ und Geister sind bekanntlich nicht zu messen. Dieser Geist im Fußball treibt jeden einzelnen Spieler weiter an und kann dafür sorgen, sogar als Außenseiter ein Spiel zu gewinnen und eine ganze Saison erfolgreich abzuschließen.

Wann funktioniert ein Fußballteam?

Nicht jede Ansammlung von Menschen wird zum Team. Bei einem Besuch in der Schwimmhalle treffe ich andere Menschen, wir bilden eine Gruppe, aber zum Team werden wir deshalb nicht. Jeder Besucher hat eigene Interessen, anders ist das bei einer Fußballmannschaft. Diese Gruppe hat ein gemeinsames Ziel, aber welches?

Das gemeinsame Ziel gibt der Trainer vor

Nur mit einem gemeinsamen Ziel ist Teamgeist überhaupt möglich. Dieses Ziel wird vom Fußballtrainer definiert und die Mannschaft darauf eingeschworen. Das gemeinsame Ziel bedeutet nicht nur die Erreichung eines bestimmten Tabellenplatzes am Saisonende, oft sind es kleine Dinge, die ein Ziel ausmachen.

„Heute spielen wir zu null!“ oder sogar „Wir wollen nicht zweistellig verlieren!“ sind Ziele, die ein Team zusammenschweißen können. So wird dann auch aus einer Niederlage ein Erfolg, weil das Ziel erreicht wurde. Die vereinbarten Ziele dürfen nicht utopisch sein, ab und zu sollten diese auch erreicht werden, sonst nimmt sie keiner mehr ernst und das schadet dem Teamgeist.

Teamgeist macht abhängig

Jedem Spieler muss bewusst sein, dass Teamgeist abhängig macht. Ich benötige meine Mitspieler, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Gerade leistungsstarke Fußballer vergessen dies manchmal und müssen entsprechend daran erinnert werden. Diese Abhängigkeit von seinem Team sollte jedem Fußballer bewusst sein.

In einem Laufduell haben zwei Fußballer auch ein gemeinsames Ziel. Sie sind aber keine soziale Gruppe und deshalb nicht voneinander abhängig.

Teamgeist funktioniert nur mit Regeln

Ein Team benötigt Regeln. Dazu gehören die, über die man gesprochen hat, aber auch die, über die nicht gesprochen wurde.

Viele Regeln wird der Trainer mit seinem Team besprechen und notfalls werden diese Regeln in einem Strafenkatalog festgehalten. Beispielhaft sei hier die Pünktlichkeit genannt.

Es gibt auch unausgesprochene Regeln bzw. Rituale, die direkten Einfluss auf den Teamgeist haben können, allerdings positive und negative. So können sich im Team Rituale entwickeln, vor dem Training oder vielleicht vor und nach dem Spiel. Zum Beispiel wird ein Kreis gebildet, um sich nochmals zu motivieren. Negative Regeln können der übermäßige Alkoholkonsum nach Spielen und/oder Training sein. Solche negativen Regeln und Rituale entwickeln sich schleichend und du solltest als Trainer diese immer im Auge behalten und notfalls korrigieren.

Jedes Teammitglied ist wichtig

Jeder in der Fußballmannschaft ist wichtig, egal welche Leistungsstärke er erreicht, denn jeder Spieler ist in der Lage etwas zum Wohl des Ganzes beizutragen.

Grundsätzlich hat jeder das Recht auf Zugehörigkeit zum Team, auch Neulinge. Allerdings haben für den Trainer die Spieler Vorrang, die schon länger dabei sind, sie haben einen Vertrauensvorschuss. So erfolgt eine Hierarchie im Team, die wichtig und so gewollt ist.

Aus dem Profibereich ist bekannt, dass Neulinge die Taschen und Bälle tragen und irgendwo muss es auch im Amateurbereich eine Abstufung geben. Nicht wie bei den Profis, aber beispielhaft wird schon bei der Kapitänswahl ein Neuling wenige Chancen haben.

Seine Zugehörigkeit ins Team verdient man sich mit Geben und Nehmen. In die Fußballmannschaft bringt jeder Spieler seine Zeit und seine Leistung ein und erhält nur dann als Gegenleistung eine funktionierende Gemeinschaft. Jeder gibt etwas und am Ende haben alle mehr, so funktioniert ein Team.

Egoismus gehört trotzdem zum Teamgeist

Team und Gemeinschaft, Geben und Nehmen, trotzdem gehört der Egoismus zum Fußball dazu.

Der Teamgeist definiert sich durch die Überlegung „Was ist für mein Team am besten?“ und dies können auch egoistische Handlungen sein. Ich gebe den Ball eben nicht ab, ich will das Tor machen. Denkt man darüber nach, kommt man schnell zum Ergebnis, wie fließend die Grenze zwischen purem Egoismus und Teamgeist sein kann. Dies hängt dann immer von der persönlichen Einschätzung des Spielers durch den Trainer ab.

Fußballtrainer-Leid – Kein Team, kein Erfolg

Ich hoffe du kommst nie in diese Situationen, obwohl viele Trainer dies bereits erfahren mussten. Die Mannschaft zerfällt, es bilden sich Grüppchen oder/und Außenseiter. Schlimmstenfalls kommt es zum Mobbing, hinterm Rücken wird getuschelt oder die Spieler behindern sich sogar beim Fußballspielen. Hier reicht es schon aus, wenn ein Spieler nicht mehr zu einem anderen Spieler passt.

Dann geht das „Ganze“ verloren und dir stehen als Trainer nur noch „Teile“, Individuen zur Verfügung. Gegen viele Gegner, auch wenn die Summe der Einzelspieler stärker ist, wird es nicht mehr zum Sieg reichen.

Im Fußball wird viel gemessen: Anteil Ballbesitz, angekommene Pässe, gewonnene Zweikämpfe oder die Laufleistung, nur der Teamgeist kann nicht gemessen werden.

Die Spieler sollten sich immer wieder Fragen: „Was ist das Beste für mein Team?“ … und dann sollten sie es tun.

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