Futsal Taktik - Spielsysteme

Das 1-2-1, 3-1 und 4-0 sind die wichtigsten Spielsysteme im Futsal. In den Futsal-Taktiken werden auch die Aufgaben vom Fixo, Ala und Pivot beschrieben.

Informiere dich über die Taktiken und finde die beste Lösung für dein Team.

Einstieg in die Futsal-Spielsysteme 2-2, 1-2-1, 3-1 und 4-0

Seit 2016 hat auch Deutschland als letztes der 55 großen UEFA-Mitgliedländern eine offizielle Futsal-Nationalmannschaft und viele Turniere in den Hallen, werden verpflichtend als Futsal-Turniere ausgerichtet.

Spätestens jetzt sollte sich jeder Fußballtrainer intensiv mit dem Futsal auseinandersetzen. Soccerdrills wird zum Futsal einige Artikel und Trainingsinhalte veröffentlichen, die eine Ausbildung der Nachwuchsspieler ermöglicht.

Trainingshilfsmittel für Fußballtrainer

Beim Futsal arbeitet das Gehirn wie ein Computer

Handlungsschnelligkeit, Kombinationsspiel, das Zweikampfverhalten werden durch Futsal gefördert und es gilt die taktischen Fähigkeiten der Spieler zu fördern.

Spieler wie Cristiano Ronaldo, lionel Messi, Neymar oder Andres Iniesta, sind mit dem Futsal groß geworden, vielleicht unterstreicht dies den Sinn des Futsals, weil diese Sportart noch nicht überall akzeptiert wird. Hierzu beispielhaft zwei Aussagen:

Cristiano Ronaldo: „Während meiner Kindheit in Portugal haben wir alle Futsal gespielt, Wenn es Futsal nicht gäbe, wäre ich jetzt nicht der Spieler, der ich bin.

Arsène Wenger: „Im Futsal müssen die Spieler ständig entscheiden, denn bei jeder Aktion gibt es Dutzende von Möglichkeiten. Das Gehirn arbeitet wie ein Computer.

Warum Futsal nicht so einfach ist – Über Technik zur Taktik

Vier Spieler plus Torwart, zwei Tore, ein Ball, Futsal ist ein einfaches Spiel mit einem Ziel: Mehr Tore zu erzielen als der Gegner. Das Fußballspiel ist durch das 11 gegen 11 schon deutlich komplexer und die taktischen Ansprüche deutlich höher.

Hört sich logisch an, ist es aber nicht. Weniger Spieler bedeuten eine höhere Verantwortung für jeden einzelnen im Team. Jede Aktion eines Spielers und des Torhüters hat eine enorme Auswirkung auf Sieg oder Niederlage. Viele Trainer neigen schon deshalb dazu, leistungsstärkere Spieler häufiger einzusetzen, um ein Spiel erfolgreich zu gestalten. Gerade im Kinder- und Jugendfußball hat das nichts zu suchen, denn die Spielanteile sollten ausgeglichen sein.

Dies passiert aber nur, wenn Futsal auf die Eigenschaften „individuelle Technik“ und „Gruppentaktik“ reduziert wird. Dies stimmt aber generell nicht, denn Futsal ist ein Mannschaftsspiel und nur ein gut funktionierendes Team wird erfolgreich sein. Jeder gibt jederzeit alles und jeder ist ein Teamplayer. Diese Eigenschaften findet man vermeintlich nicht bei allen „guten“ Spielern. Bei nur vier Feldspielern trägt jeder Spieler einen Anteil von 25% zum Spiel bei. Erreicht nur ein Spieler nicht seine volle Leistung, hat dies viel größere Auswirkungen aufs Spiel der gesamten Mannschaft als beim Fußball.

Grundsätzliches zur Taktik im Futsal

Wir unterscheiden im Futsal in Taktikblöcken. Hierzu gehören die Gruppentaktiken, wie Defensivsysteme, Offensivsysteme, Spielzüge und Standards. Diese taktischen Merkmale werden durch Individualtaktiken, sowohl offensiv und defensiv, ergänzt.

Hört sich komplizierter an, als es tatsächlich ist. Bei den Gruppentaktiken kann in der Offensive und Defensive, wie beim Fußball, die Formation variieren. Hinzu kommen Rotationen auf viele Positionen und die individuelle Entscheidung, zum Beispiel, den Zweikampf suchen oder besser passen.

Grundsätzliches zur Angriffstaktik im Futsal

Ein Systemangriff ist im Futsal mit Risiken verbunden. Das Spielfeld ist sehr eng und alle Spieler sind aktiv eingebunden. Bei Ballverlust wird das Defensivsystem ungeordnet erwischt und weil die Wege im Futsal kurz sind, führt ein Konter schnell zum Ziel.

Deshalb ist es beim Futsal wichtig, die gewählte Offensivformation während des Angriffs wenig zu verändern, damit bei Ballverlust schnell die defensive Grundordnung eingenommen werden kann. Das Angriffsspiel verläuft streng nach Bewegungsmustern.

Grundsätzliches zur Abwehrtaktik im Futsal

Die Abwehrtaktik wird stark durch die Angriffstaktik bestimmt. Schnelles Umschalten und das Einnehmen der gewählten Formation sind dabei elementar.Der Torwart nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein, insbesondere bei den Deckungsaufgaben gegen den gegnerischen Pivot. Erfahre dazu mehr in den Beschreibungen zu den Beispieltaktiken.

Futsal Taktik 2-2 – Das Einstiegs-Spielsystem

Wie in Deutschland bei der Nennung von Spielsystemen üblich, haben wir bei der Bezeichnung den Torwart ausgeklammert, eigentlich müsste es statt „1-2-1“ „1-1-2-1“ heißen, in Spanien ist das zum Beispiel in der Trainerausbildung vorgeschrieben.

Dieses Spielsystem ist das einfachste System und eignet sich für den Futsal-Taktik-Einstieg. Es ist für die Spieler leicht zu erfassen und wird häufig eingesetzt.

Es erfordert jederzeit gemeinsames Angreifen und Verteidigen und damit sehr viel Laufarbeit.

Vor- und Nachteile – Futsal 2-2

Wie bereits erwähnt, dieses Spielsystem ist schnell zu erlernen und eignet sich für Futsal-Einsteiger. Es eignet sich insbesondere bei eigener defensiver Spielweise.

Die beiden vorderen Spieler müssen intensive Abwehrarbeit leisten. Anfällig ist das 2-2, wenn der Gegner mit drei Spielern auf einer Linie spielt, es ergeben sich dann eine Vielzahl von freien Räumen und der Gegner kann leicht ein intensives Passspiel aufziehen.

Futsal Taktik 1-2-1 und 3-1 – Das Spielsystem mit und ohne Raute

Das wohl beliebteste Spielsystem im Futsal ist das 1-2-1 bzw. 3-1. Schaue dir unten die Grafik zum 1-2-1 an, sie verdeutlicht, warum diese Formation auch als „Raute“ bezeichnet wird. Für die Positionen auf dem Feld gibt es konkrete Namen: Der hintere Spieler wird „Fixo“, die Spieler an der Seitenlinie jeweils als „Ala“ und der vordere Spieler wird „Pivot“ genannt.

Ähnlich erklärt sich das Spielsystem 3-1. Hier werden die beiden Spieler auf der Ala-Position auf Höhe der Fixo-Position zurückgezogen.

Vor- und Nachteile – Futsal 1-2-1 und 3-1

Klare Vorteile dieses Spielsystems sind, dass in der Spieleröffnung mehrere Spieler verfügbar sind und defensiv schnell Überzahlspiele geschaffen werden können, zudem findet eine perfekte Raumaufteilung statt. Allerdings ist dieses System sehr bekannt und damit für die gegnerische Mannschaft leicht durchschaubar.

Das Umschaltspiel muss von allen Spielern praktiziert werden, insbesondere auch vom Pivot. Dieser neigt oft dazu, sich nur als Angreifer zu sehen und das funktioniert beim Futsal natürlich nicht.

Besonderheit – Der Pivot im Angriff beim 1-2-1 und 3-1

Die aktivste Aufgabe in der Offensive hat der Pivot. Dieser soll zugespielte Bälle annehmen und kontrollieren können und dies oft mit dem Rücken zum Tor. Die anderen Spieler können dann schnell nachrücken und bieten sich an. Der Pivot sollte sich auch im eins gegen eins gut durchsetzen können. Er kann auch auf die Flügel ausweichen und so den Mitspielern freie Räume schaffen. Im Gegensatz zu den anderen Spielern ist der Pivot auf seine Position spezialisiert, natürlich sehr torgefährlich und bindet die gegnerische Defensive.

Die Spieler treten als Team auf, entsprechend werden ins Passspiel alle mit einbezogen. Sobald sich eine Lücke ergibt, wird der direkte Weg zum Tor gesucht, oder ein Distanzschuss ausgeführt.

Prima wäre es, wenn das Team kräftig rotieren würde. Der Pivot ist an den Rotationen selten beteiligt. Wie dies in Perfektion geschieht, kannst du dir im nachstehenden Video anschauen.


Besonderheit – Der gegnerische Pivot beim 1-2-1 und 3-1

Eine Besonderheit in der Abwehrarbeit ergibt sich durch den gegnerischen Pivot. Grundsätzlich soll der Pivot vom hinteren Abwehrspieler (Fixo) von vorne abgeschirmt werden. Bedeutet der gegnerische Pivot befindet sich hinter dem Fixo und vor dem Torwart. Dadurch wird das Zuspiel auf den Pivot erschwert, allerdings muss dann der Torwart verstärkt defensiv mitarbeiten. Er rückt zum Pivot auf, aber nicht zu weit vom Tor weg und kann so ein flaches oder hohes Anspiel in die Tiefe verhindern.

Ansonsten ist jeder Spieler ständig in Bewegung, schließt Passwege und verhindert Dribblings. Durch das ständige Stören werden Ballverluste provoziert und bei Erfolg, startet sofort der Angriff.

Das 1-2-1 kann defensiv leicht durch das 3-1 ergänzt werden und umgekehrt.

Futsal Taktik 4-0 – Das effektivste aber schwierigste Spielsystem

„4-0“ - Hört sich einfach an, gilt aber als schwierigste Spielsystem im Futsal. Dieses System eignet sich bestens für eine komplette Rotation mit vielen Varianten. Alle vier Spieler sind am Spielaufbau beteiligt. Dieses System bleibt Futsal-Könnern vorbehalten, die Vermittlung beansprucht viel Zeit.

Die Spieler gestalten das Spiel aus der Grundformation einer Kette, aus der sie sich immer wieder in die Tiefe und wieder heraus bewegen. Dadurch sind sie vom Gegner schwer zu stellen und viele Lücken werden gerissen.

Offensiv benötigt man für das 4-0 Spieler, die den Ball perfekt beherrschen und auf engstem Raum kontrollieren können. Zusätzlich sollten die Spieler über eine sehr gute Orientierungsfähig verfügen. Defensiv trifft der Gegner auf eine Wand, die nur schwer zu überwinden ist.

Vor- und Nachteile – Futsal 4-0

Nur wenige Teams können gegen dieses System effektiv verteidigen. Es schafft viele freie Räume, auch direkt vor dem gegnerischen Tor.

Bei mangelnder Deckungsarbeit und langsamer Rückwärtsbewegung, ergeben sich für den Gegner freie Räume in der zentralen Zone.

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