Der Trainer ist der Dirigent

-Solche Fußballtrainer gibt es nicht -

Wechselt der Fußballtrainer schlecht aus oder ist unvorbereitet beim Training, kann es Kritik geben. Das ist aber seltener, denn der Trainer entscheidet auch, wer beim nächsten Spiel auf der Bank sitzt. Schlimmstenfalls kann Kritik für den Rest der Saison die Auswechselbank bedeuten.

Der Trainer hat immer das letzte Wort

Egal was auch passiert, der Trainer hat immer das letzte Wort. Wie trainiert wird, wer spielt, Treffpunkte, Uhrzeiten und das Festlegen von internen Strafen für Verfehlungen gegen das Sozialgefüge. Oft bestimmt der Coach auch noch, wer Mannschaftkapitän ist. Ob das sinnvoll ist, soll hier nicht angesprochen werden.

Trainingshilfsmittel für Fußballtrainer

- Es gibt Spieler die behaupten, Trainer wählen immer den Spieler als Kapitän aus, der am Wenigsten widerspricht.

Soweit alles in Ordnung, wenn da nicht der Trainercharakter wäre.

- Es gibt Spieler die behaupten, Trainer wären charakterlos, aber das ist ein anderes Thema.

Er (natürlich der Trainer) gibt die Regeln vor und wer schlecht trainiert, mies spielt oder gar unpünktlich ist, hat mit Konsequenzen zu rechnen. Was aber, wenn der Trainer seine eigenen Regeln nicht einhält, mit welcher Strafe hat er zu rechnen? Laufen von Strafrunden, Strafgeld in die Mannschaftskasse oder steht beim nächsten Spiel ein anderer Coach am Rand? Ganz schön arrogant, so ein Fußballtrainer, aber er ist ja der Chef.

- Es gibt Spieler die behaupten, Trainer benehmen sich im Teamgefüge wie Diktatoren.

Na gut, dass ein Trainer bei Verstößen gegen den Strafenkatalog auch Sanktionen zu erwarten hat, gibt es häufiger. Wechselt er schlecht aus oder ist unvorbereitet beim Training, kann es Kritik geben. Das ist aber seltener, denn der Trainer entscheidet auch, wer beim nächsten Spiel auf der Bank sitzt. Schlimmstenfalls kann Kritik für den Rest der Saison die Auswechselbank bedeuten.

- Es gibt Spieler die behaupten, Trainer sind nachtragend und haben ein Elefantengedächtnis.

Ein tolles Leben hat der Fußballtrainer, er kann machen was er will.

Aber Vorsicht: oft gibt es diesen schleichenden Prozess, es baut sich etwas auf und bevor er merkt was los ist, ist er weg. Das passiert immer dann, wenn der Trainer selbstherrlich sein Team dirigiert. Es kann auch vorkommen, dass die Mannschaft plötzlich im Ganzen oder in Teilen die Flucht ergreift. Spielt das Team erfolgreich, wird es dem Trainer meistens gut gehen, denn Erfolg mach sexy. Also: einfach immer nur gewinnen, das löst sämtliche Probleme.

- Es gibt Spieler die behaupten, Trainer glauben für die Siege verantwortlich zu sein, bei Niederlagen war es die Mannschaft.

Der Fußballtrainer ist zwar der Dirigent, aber er gibt nicht nur den Takt vor, er sollte im Takt bleiben. Dies bedeutet nämlich nicht, dass er machen kann, was er will.

Der vorzugebene Takt setzt sich zusammen aus: seinen eigenen Regeln, so einfach und schwer ist das. Sollte er selbst gegen seine eigenen Gesetze verstoßen, kann er wohl nur selten bestraft werden, aber entschuldigen kann er sich bei seinem Team. Das ist charakterstark und hat mit Autoritätsverlust überhaupt nichts zu tun, ganz im Gegenteil.

- Es gibt Spieler die behaupten, ihr Trainer ist ein netter Typ und versteht was vom Fußball.

Nur Mut, der Coach ist Teil des Teams und zwar ein ganz Wichtiger. Autorität bedeutet nicht, dass die Spieler vor dem Trainer zittern. Autorität verschafft man sich durch Respekt und nicht durch das Ausspielen seiner Macht. Respekt verschafft sich ein Trainer durch seine Person, sein Handeln, Wissen und auch durch seine Fehler.

Der Fußballtrainer ist der Dirigent eines Orchesters und keine Ein-Mann-Combo.

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