Fußballerkrankheit: Sportlerleiste

Weltweit spielen mehr als 265 Millionen Menschen Fußball im Verein. Viele verletzen sich allerdings früher oder später aufgrund von Gegnerkontakt oder Überlastungen. Besonders die Leistenregion verursacht häufig Probleme.

Erfahre, warum das so ist und was du gegen die Sportlerleiste tun kannst.

Über den Autor

Der Autor Dr. Richard Merkle war leitender Oberarzt einer Münchner Klinik, bevor er die Leitung des Viszera Chirurgiezentrums übernahm. Er beherrscht alle gängigen Techniken der Leistenbruch-OPs und führt auch schwierige Eingriffe wie Dickdarm-Teilentfernungen und Übergewichtsoperationen durch. Alle klinischen Schwerpunkte stehen gleichzeitig im Fokus seiner wissenschaftlichen Tätigkeit.

Dr. Merkle ist seit über 25 Jahren in der Chirurgie tätig - Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurg - Ärztlicher Leiter des Viszera Chirurgiezentrums München - Schwerpunkte: Hernienchirurgie, Chirurgie des Magen-Darm-Trakts, konservative und operative Übergewichtsbehandlung, chirurgische Endoskopie.

Häufige Fußballerkrankheit: Sportlerleiste erkennen, vorbeugen und behandeln

Was ist eine Sportlerleiste?

Die sogenannte „weiche Leiste“ betrifft vor allem Leistungssportler, die im Fußball aktiv sind. Aber auch Hobby-Sportler bleiben nicht verschont: Rund 7 Prozent der Hobby-Fußballspieler entwickeln im Lauf der Zeit eine Sportlerleiste.
Dabei handelt es sich um eine Vorstufe des Leistenbruchs, die fast immer in einen Leistenbruch übergeht, wenn sie unbehandelt bleibt. Erste Symptome zu erkennen, ist daher sehr wichtig, um frühzeitig einzugreifen.

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Wie die Sportlerleiste entsteht

Schwache Bindegewebsstrukturen im Leistenkanal oder Defekte in dieser Region begünstigen die Entstehung einer Sportlerleiste, weil das Gewebe den Druck aus dem Bauchraum nicht abfangen kann, der beispielsweise beim Kicken eines Balls entsteht. Fußballer gefährden sich besonders, wenn sie die Richtung schnell wechseln oder mit nach außen gedrehtem Bein schießen, da sie dabei den Leistenkanal überdehnen.
Eine Zerrung der Oberschenkelmuskulatur kann ebenfalls zu Schmerzen führen, die zur „weichen Leiste“ gezählt werden.

Symptome erkennen

Schmerz in der Leiste kann viele Gründe haben. Die tatsächliche Ursache im Einzelfall zu diagnostizieren, kann allerdings auch Ärzte vor Herausforderungen stellen, weil die Schmerzen häufig aus anderen Regionen in die Leiste ausstrahlen.
Fußballspieler, die beim Schuss aufs Tor unter Beschwerden im Unterbauch, in der Leistengegend und teilweise auch in den Hoden leiden, sollten auf jeden Fall aufhorchen. Sie könnten eine Sportlerleiste entwickelt haben und sollten die Beschwerden in einer orthopädischen oder chirurgischen Praxis abklären lassen.
Anhand der Überprüfung der Leiste und des Schmerzcharakters, mit Ultraschall und manchmal auch radiologischen Untersuchungen findet der Arzt die Ursache des Problems heraus.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Akut helfen kühlende Umschläge, aber der Arzt verschreibt häufig auch Physiotherapie. Manchmal reicht gezieltes Muskeltraining bereits aus, um die Sportlerleiste zu behandeln. Bei größeren Beschwerden sind Medikamente oder Operationen zu empfehlen.
Bei der Wahl der richtigen Praxis werfen Sie am besten einen Blick auf die Qualifikation und die Erfahrung des Arztes. Ein Chirurg mit Schwerpunkt „Hernienchirurgie“, der regelmäßig Operationen in der Leistengegend durchführt, insbesondere die endoskopisch, minimal invasiven Verfahren (TAPP/TEP), bringt profundes Know-how mit.
Damit es nicht zu einem Rezidiv kommt und die Sportlerleiste erneut auftritt, sind auch nach der Behandlung vorbeugende Maßnahmen zu treffen.

So beugen Sie vor

Wer unter einer Sportlerleiste leidet, sollte sein Training etwas umstellen. Wärmen Sie sich gut auf und dehnen Sie die wichtigsten Muskelgruppen, um sie zu stärken und Überlastungen vorzubeugen. Schnell ermüdende Muskeln verletzen sich leichter. Denken Sie auch an die Rücken- und Bauchmuskeln, um die Beine nicht einseitig zu belasten.
Ein gutes Warm-up besteht aus einem Lauf- und Ausdauertraining sowie Übungen zur Verbesserung der Technik, Koordinationsfähigkeit und Geschicklichkeit. Besonders wenn Sie zur Sportlerleiste neigen, ist es wichtig, die beckenübergreifende Muskulatur zu trainieren. Legen Sie dabei immer genug Pausen ein, um sich nicht schon beim Aufwärmen zu überlasten.

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Dr. med. Richard Merkle