Torwarttraining - Zonenmodell / Zonentraining

Technisch-taktisches Trainingskonzept im Torwarttraining

Der Autor Christian Lasch ist seit vielen Jahren Koordinator für die Ausbildung von Torhütern im Nachwuchs-Leistungszentrum von Fortuna Düsseldorf. Er ist Ausbilder von Torwarttrainern in verschiedenen Landesverbänden des DFB und als DFB-Torwarttraining-Referent in der Ausbildung zur A-Lizenz tätig. Christian Lasch ist Inhaber der DFB-A-Lizenz, Diplom-Pädagoge und spielte aktiv als Torhüter von 1988 bis 1999 bei Fortuna Düsseldorf.

Zudem ist der Autor Inhaber von MEINETORWARTSCHULE und Herausgeber der Coaching-Handbücher zum Zonentraining für Torhüter und einer DVD zum Thema.

Torwarttraining - Zonenmodell / Zonentraining

Deutschland ist im Fußball seit Jahrzehnten eine Torwart-Nation, es fällt nicht schwer, auf Anhieb über die Jahrzehnte hinweg bekannte und herausragende Torhüter aufzuzählen – von Hans Tilkowski, Toni Turek und Sepp Maier bis hin zu Oliver Kahn, Andreas Köpke und Manuel Neuer. Die Marke „Torhüter – Made in Germany“ ist international anerkannt und begehrt. Natürlich sind die Ausbildungskonzepte und die Inhalte des Torwarttrainings entsprechend sehr begehrt.

Hohe Anforderungen an die Qualität der Torwart-Trainer

Für Andreas Köpke, der zum Geheimnis dieses Erfolges im März 2017 in einem Interview (Fußball Bild / Sport1) befragt wurde, liegen die beiden Hauptgründe hierfür auf der Hand: Zum einen hatte jede Generation an jungen Torhüterinnen und Torhütern stets exzellente Vorbilder, denen es galt nach zu eifern. Spätestens mit der Einführung der Nachwuchs-Leistungszentren in den großen Clubs, gelten auch für die Ausbildung junger Torhüterinnen und Torhüter hohe Anforderungen an die Qualität der Torwart-Trainer und der Ausbildungskonzepte.

Trainingshilfsmittel für Trainer und Vereine

DFB-Vorgabe - „Basislehrgang für Torwart-Trainer“ bzw. „Teamleiter Torwart“

Parallel zu dieser „Ausbildungsoffensive“ in den Nachwuchs-Leistungszentren hat der DFB für die langfristige Sicherung weiterer Torwart-Generationen, analog zu den Ausbildungsstufen für Feldspieler-Trainer, mehrstufige Lehrgangsangebote für die Ausbildung zum Torwart-Trainer entwickelt. Jeder der 21 Landesverbände in Deutschland ist inzwischen dazu verpflichtet, mindestens einmal im Jahr einen sogenannten „Basislehrgang für „Torwart-Trainer“ bzw. „Teamleiter Torwart“ anzubieten.

Das Ziel ist klar: Von den 24.958 Fußballvereinen in Deutschland (Angabe DFB) sind es lediglich 55 Vereine (0,002 %), die ein Nachwuchs-Leistungszentrum betreiben, d.h. die per Vorgaben ein gesondertes Konzept und eine nachhaltige Ausbildung von jungen Torhüterinnen und Torhütern sicherstellen und ausgebildete Torwart-Trainer beschäftigen müssen.

Das reicht nicht … insbesondere um den knapp 450.000 Torhüterinnen und Torhütern an der Basis in den Amateurvereinen in ihrer Entwicklung gerecht werden zu können.

Das Konzept von Christian Lasch möchte einen Beitrag dazu leisten, die oft nur am Rande berücksichtigte Ausbildung der Torhüterinnen und Torhüter in den Fokus zu rücken und moderne Ausbildungskonzepte, Trainingsansätze und die dazugehörigen Torwarttraining an die Basis zu vermitteln.

Technisch-taktisches Trainingskonzept für Torhüterinnen und Torhüter

In einem ersten Beitrag zum Konzept wurde das sogenannte Zonenmodell / Zonentraining als zentrales Vermittlungsmodell bzw. als Herzstück der o. a. „Basislehrgänge für Torwart-Trainer in Form von vier Coaching-Handbüchern und einer Coaching-DVD“ anschaulich aufbereitet. Das Zonentraining, das anhand von mehr als 5.000 Trainingsstunden und einer Auswertung von mehr als 1.000 Spielen entwickelt wurde, stellt ein technisch-taktisches Trainingskonzept für Torhüterinnen und Torwarte zur Verfügung, das methodisch aufgebaut und auf sportwissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.

Der Fußballtorwart – Richtige Entscheidungen und Bewegungsmuster verhindern Gegentore

Knapp 90% aller Tore im Fußball fallen im Strafraum. Aus diesem Grund basiert das Zonentraining auch auf der Vermittlung von Best-Practice-Lösungen für die Torverteidigung im Strafraum, d. h. zentral sind die Fragen: Mit welchen taktischen Entscheidungen und welchen technischen Bewegungsmustern haben Torhüterinnen und Torhüter die größten Chancen Gegentore zu verhindern?

Drei Zonen - Best-Practice-Lösungen und Trainingsübungen

Der Strafraum wurde hierzu in drei Zonen mit jeweils eigenen Gesetzmäßigkeiten, Best-Practice-Lösungen und Trainingsübungen aufgeteilt:

Das optimale Verhalten zur Torverteidigung in den Zonen richtet sich in Bezug auf die taktische Entscheidung (z.B. Stellungsspiel), sowie die Wahl der passenden Torwart-Technik, insbesondere nach der Größe der jeweiligen sogenannten virtuellen Tore

Der Torwart verteidigt außer beim Elfmeter nie sein 7,32 m breites Tor, sondern stets ein Tor, das je nach Position des Schützen und Stellungsspiel des Torhüters eine andere Größe zur Verteidigung bietet.

Zone 1

Zone 2

Zone 3

Bild Zone 3

Beispiel/Auszug aus dem Bereich Zonen-TAKTIK für den Torwart

Zone 1 - „Torwart-Ecke“ - Orientierung am Pfosten ist längst überholt

In Zone 1 hat sich zu Beginn ein sicherer Abstand zur Torlinie des ursprünglichen Tores von 4 m bewährt: Vom Pfosten aus ein halber Schritt auf der Ideal-Linie nach vorne in Richtung Ball.

In dieser Entfernung hat das virtuelle Tor eine Breite von ca. 2 m – der Körper des Torwarts deckt demnach schon fast das ganze Tor ab.

Es gilt das Prinzip: Körperfläche = Torfläche.

Die alte Binsenweisheit, dass die kurze Ecke die „Torwart-Ecke“ sei und sich der Torwart eher am Pfosten orientieren sollte, ist übrigens längst überholt und entspricht nicht dem optimalen Stellungsspiel. Vielmehr sind beide Ecken die „Torwart-Ecken“, denn in beiden Ecken zählen Gegentore gleichermaßen.

Beispiel/Auszug aus dem Bereich Zonen-TECHNIK für den Torwart

Lernen im Detail - Vom Einfachen zum Schweren

Die meisten Tore fallen im Fußball aus Zone 3, u. a. deshalb, weil hier das virtuelle Tor von allen Zonen am größten ist. Der Torwart ist hier, anders als z. B. in Zone 1, wesentlich häufiger dazu gezwungen, seinen sicheren Abstand frühzeitig zur Torverkleinerung nach vorne zu verlassen. Bei weiter entfernten Torschüssen muss er sich zum Ball hin abzudrücken bzw. abspringen/hechten.

Doch wie trainiert man diese vom motorischen Anforderungsprofil sehr komplexen und schwierigen Bewegungsmuster? Hier setzt das eigens dafür entwickeltes Trainingskonzept zum Erlernen von Torwart-Techniken an.

Dieses Konzept soll in methodischen Schritten ein Lernen im Detail - vom Einfachen zum Schweren - ermöglichen. Zentral hierbei ist der Ansatz, durch ein hinführendes Torwart-Spiel im Aufwärmteil auf die zu erlernende Technik im Hauptteil vorzubereiten. Die Technik im Hauptteil wird dann durch eine methodische Reihe geübt bzw. automatisiert. In einem Abschlussteil werden die vorher erlernten Abläufe dann angewendet.

Torwarttraining - „Schieben zum flachen Ball“

Trainingsvorschlag - Aufwärmen, Hauptteil und Schluss

Ein Dauerthema in der Ausbildung von Torhüterinnen und Torhütern ist das Problem, dass bei vielen Torhüterinnen und Torhütern eine starke und eine schwache Seite bei seitlichen Bällen zu beobachten ist.

Dies ist kein Zufall, sondern resultiert meistens aus einer fehlenden oder unzureichenden Trainingsmethodik. Deshalb sei das o. a. Trainingskonzept anhand des Beispiels der Technik „Schieben zum flachen Ball“ veranschaulicht:

Aufwärmen im Torwarttraining

  • A. Torwartspiel „Fuß-Jagd“
  • B. Torwartspiel „Reaktions-Ball“

Hauptteil im Torwarttraining

  • A. Methodische Reihe „Kniestreckung“
  • B. Methodische Reihe „Schritt-Knie-Koordination“
  • C. Methodische Reihe „Fahrstuhl-Schieben“

Abschluss im Torwarttraining

  • A. Technik-Wettkampf: „Ecken-Schießen“
  • B. TW-Spiel: "Torwart-Kegeln"
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1992 wurde die Rückpassregel eingeführt, dies führte nicht nur zu dramatischen Spielsituationen vor dem Tor, die Regel veränderte das Torwartspiel komplett. Der Torwart darf gezielte Rückpässe mit dem Fuß, Knie oder Einwürfe nicht mehr in die Hände nehmen. Er muss also in der Lage sein, den Ball sicher zu verarbeiten und bestenfalls schnell die Spieleröffnung starten.

Neben einer kurzen theoretischen Einleitung findest du im Artikel eine Spielform, die vom Torwart die Spieleröffnung fordert. Ein zusätzliches PDF steht zum Download bereit.

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Diese Spielform lässt sich an verschiedene Spielfeld- und Gruppengrößen anpassen. Interessant wird es bei den Torerfolgen, denn hier kann die Zählweise variieren. Von einem Punkt bis zu drei Punkten, je nach Anspruch.

Nachdem die drei verschiedenen Abläufe durchgeführt wurden, entscheiden die Teams, wie sie eine Aktion erfolgreich abschließen. Dafür müssen die Spieler schnell umschalten, die Situation erkennen und dann mit geringer oder hoher Risikobereitschaft das Spiel gestalten. Für die Spielform wird ein PDF mitgeliefert.

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Wir stürzen uns in diesem Artikel mit einer kurzen theoretischen Einleitung und vor dem Passspiel wollen wir gut ausgeführte koordinative Abläufe sehen. Dazu nutzen wir Mini-Hürden und falls diese als Hilfsmittel nicht oder nicht ausreichend vorhanden sind, werden andere Lösungen beschrieben.

Schnell und einfach starten wir dann ins Pass-Mini-Hürden-Rechteck, wobei der Pass das Finale im Ablauf darstellt. Die Bewegungsaufgaben werden schnell erweitert, bis hin zur Kognition und der Wettkampf rundet die Einheit ab. Sämtliche Abläufe wurden zusätzlich in einem PDF verarbeitet und stehen zum Download bereit.

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