Kinderfußball - Training mit großen Gruppen

Kindertraining richtig organisieren

Es ist, wie so oft. Das Training startet, es ist wenig Platz vorhanden, den Co-Trainer gibt es nicht oder er ist nicht da, Eltern können oder wollen nicht helfen und viele Kinder schauen dich erwartungsvoll an.

Schnell ist man als Kindertrainer dann überfordert, aber das muss nicht sein. Gerade für den Kinderfußball gibt es viele Trainings- und Organisationsformen, die alle Kinder in Bewegung halten und für ein spannendes und attraktives sorgen.

Kindertraining richtig organisieren

Zunächst bietet es sich immer an, die Kinder in Gruppen aufzuteilen. Dies ist zwar nicht optimal, aber 14, 16, 18 oder 20 Kinder wollen aktiv sein und dies ist nur in möglichst kleinen Gruppen möglich.

Beim „Aufwärmen“ ist eine große Gruppe noch nicht das Problem, es gibt unzählige Dribbel- oder Fangspiele, die sich dafür bestens eignen. Jedes Kind verfügt bestenfalls über einen Ball, der Raum ist begrenzt und der Trainer kann den Ablauf überschauen.

Trainingshilfsmittel für Trainer und Vereine

Folgen dann Übungsformen und kleine Fußballspiele, ist eine große Gruppe die schlechteste Lösung. Es kommt zu längeren Wartezeiten und weil alle Kinder aktiv am Training teilnehmen wollen, entsteht schnell Monotonie. Kinder wollen Action und nicht „auf den Bus“ warten. Fußballspiele finden auf kleinen Feldern mit wenigen Spielern statt, damit jedes Kind mitspielt und sich nicht verstecken kann.

Erschwerend kommt oft hinzu, dass nur ein kleines Übungsfeld zur Verfügung steht, weil zwei oder drei Mannschaften gleichzeitig trainieren. Im Kinderfußball ist das keine Hürde, es reicht schon ein Viertel eines Großfeldes, um gutes und sinnvolles Training anzubieten. Torschussaufgaben, Dribblingparcours und kleine Spiele lassen sich auf kleinen Feldern umsetzen. Voraussetzung ist immer, dass ausreichend Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Hierbei lassen sich zum Beispiel Stangen durch Hütchen, Markierungen durch Leibchen ersetzen.

Organisation im Kindertraining - Individuell, aber Grundsätze beachten

Wie letztendlich das Kindertraining organisiert wird, ist egal. Große Gruppen, kleine Gruppen, dies entscheidet der Kindertrainer, vielleicht sogar nach seinen individuellen, kommunikativen Stärken. Ist die Kommunikation mit großen Gruppen kein Problem und es werden sinnvolle Trainingsinhalte angeboten, dann steht dem nichts im Wege.

Wichtig ist nur, immer viele Ballkontakte anzubieten, lange Wartezeiten zu vermeiden und den Überblick zu behalten.

Ein erfolgreiches Kindertraining ist immer vom Coaching abhängig!

Wenn du deine Fußballkinder erreichen willst, coache immer kindgerecht, schnell und präzise, ohne lange Erklärungen oder Ansprachen. Versuche nicht, auch noch das letzte Kind in der Gruppe zu erreichen, in der Kinderbetreuung spricht man dabei von der 80-20-Regel. Kinder hören nicht grundsätzlich zu, du wirst nie alle erreichen, die Ablenkungen sind viel zu groß. Es ist dann besser, du kümmerst dich um 80 Prozent und versuchst nicht krampfhaft die restlichen 20 Prozent auch noch zu erreichen, so verlierst du die 80 Prozent vielleicht auch noch.

Zeichen und Lösungen - Langeweile im Kinderfußballtraining

Du bist gut aufs Training vorbereitet, die Inhalte sind geplant, du bist auf verschiedene Gruppengrößen eingestellt und die Übungsfelder sind aufgebaut. Trotzdem hören dir nur wenige Kinder zu und/oder die Übungen laufen halbherzig und unkonzentriert, die Abläufe stocken. Es kommt die Frage, die jeder Trainer kennt: „Wann spielen wir?“

Was läuft falsch, wo könnte der Grund der mangelnden Motivation sein? Du solltest dir immer wieder, insbesondere bei der Trainingsplanung, die Frage stellen: Was wollen die Kinder?

Die Kinder erwarten vom Training ganz andere Dinge als der Trainer. Sie wollen Action, Freunde treffen, spielen und Spaß. Lernen und üben, um sich zu fußballerisch zu verbessern, ist nicht wirklich ihr Antrieb. Wenn überhaupt, ist das eher ein „Abfallprodukt“ und sie bekommen es nicht bewusst mit. Die Kinder ticken anders als der Trainer und deshalb sollten lange Monologe, Fachjargon oder womöglich ausschweifende Teambesprechungen nicht stattfinden. Das richtige Kinderfußball-Coaching beschränkt sich auf kurze Ablauferklärung und führt von Action zu Action. So erreicht der Trainer die Kinder und nicht mit ständigen Ansprachen, denn sein Fußballwissen interessiert die Kinder nicht.

Tolles Training? Die Entscheidung fällt schon bei Trainingsstart!

Ob der Trainer die Aufmerksamkeit der Kinder fürs Training gewinnt, kann sich schon beim Trainingsstart entscheiden. Bei der Begrüßung und einer kurzen Einleitung sollte der Trainer gut zu sehen und zu verstehen sein. Um Ablenkungen zu vermeiden, sucht man sich einen Platz, an dem nicht viel passiert. Keine Eltern oder andere Mannschaften im Rücken, dafür eignet sich ein Zaun, eine Mauer oder die äußerste Ecke auf dem Trainingsplatz. Suche den Blickkontakt zu den Kindern, fixiere dabei immer wieder einzelne Kinder und spiele mit deiner Stimme, wichtige Dinge werden dabei betont. Sollten Kinder stören, schaue sie so lange an, bis sie reagieren. Das wirkt fast immer.

Bewegung schafft bei Kindern Aufmerksamkeit. Trainingsaufgaben sollten deshalb vorgeführt werden und durch Gestik und Mimik werden die Inhalte zusätzlich erklärt. Nicht viel reden, denke an die Action-Vorliebe der Kinder. In den jungen Jahrgängen sorgen Trainingsinhalte, die in Geschichten verpackt werden, für zusätzliche Spannung, siehe Bambini-Fussballtraining.de.

Ein weiteres Hilfsmittel um Konzentration einzufordern, ist das Vereinbaren von Zeichen. Kinder nehmen visuelle Anweisungen schnell auf und kontrollieren sich gegenseitig. Dies ist deutlich besser, als laut über den Platz zu schreien. Visuelle Zeichen können sein: Der Trainer hält einen Ball in der Hand, er hebt einen Arm und vieles mehr. Die Bedeutungen der Gestiken sind unterschiedlich und können nach Bedarf eingesetzt werden. Ruhe, versammeln, Pause, selbst Trainingsende sind Beispiele. Wichtig ist, dass jedes Kind die Bedeutungen kennt. Aber auch hier: Nicht zu viel auf einmal, führe erstmal ein Zeichen und baue dies in den nächsten Wochen weiter aus.

Trainingsübung - Parcours Torschuss und Technik

Zunächst wie immer der Hinweis: Beachte das Leitungsvermögen deines Teams und passe die Schwierigkeitsgrade entsprechend an. Die vorgeschlagenen Hilfsmittel können durch andere ersetzt werden.

Wettkämpfe sind für Kinder unverzichtbar, sie lieben es, sich mit anderen zu messen. Die Motivation ist hoch und der Kindertrainer kann die Wettkämpfe an seine Ziele anpassen. Dieser Parcours bietet dazu alle Möglichkeiten. Wenn die Vorgabe „Jonglieren“ heiß, kann dies zum Beispiel durch kicken und fangen erleichtert werden. Die Entfernungen werden zusätzlich angepasst, eine allgemeine Angabe verbietet sich, dazu sind die Teams viel zu individuell.

Ja, auch hier entstehen Pausen. Diese werden durch die Wettkampfspannung sehr kurzweilig, die Kinder fiebern ständig mit.

Parcours Torschuss und Technik als PDF

Organisation:

  • Ich erspare mir hier die Beschreibung des Aufbaus, diesen entnehme bitte der Grafik.
  • Insgesamt haben wir ein Tor und 25 Hütchen verbaut. Hinzu kommen noch Markierungen für die Zählung.
  • Es gibt zwei Stationen (A und B). Zusätzlich markieren wir noch ein Quadrat und legen dort ausreichend Bodenmarkierungen bereit (C).

Ablauf:

Station A: Bei Wettkampfstart befinden sich die Spieler an Position 1 mit Ball und am Ende des Ablaufs ohne Ball als Passempfänger.

  1. Hier ist der Startpunkt. Die Spieler dort haben Bälle zur Verfügung. Sie starten ins Slalom-Dribbling um die 4 Hütchen. Der nächste Spieler startet, wenn der Ball bei 5 angelangt ist, oder bereits auf halber Strecke.
  2. Hier wird bis zur anderen Seite jongliert etc.
  3. Der Spieler umrundet die 3 Hütchen im Parcours komplett, …
  4. … durchdribbelt das Hütchentor und führt am nächsten Hütchen eine Finte etc. aus.
  5. Das Tor für die Zählung! Der Ball wird durchs Hütchentor auf der anderen Seite gepasst. Ist das erfolgreich läuft der Passspieler sofort zu den Bodenmarkierungen und darf eine im Quadrat ablegen - C.

Station B: Bei Wettkampfstart befinden sich die Spieler an Position 1 mit Ball und am Ende des Ablaufs ohne Ball als Passempfänger.

  1. Die Spieler starten ins Dribbling bis zum Hütchentor, von dort wird dann geschossen. Für jeden Treffer gibt es einen Punkt, der Trainer zählt laut mit.
  2. Anschließend holt der Schütze den Ball, dribbelt zum Hütchen seitlich vom Tor und passt durch das Hütchentor auf die gegenüberliegende Seite.

Spielziel:

  • Schafft es die Gruppe im Technikparcours mehr Markierungen abzulegen, als die Torschussgruppe Tore erzielt?

Varianten:

  • Passe die Abläufe in der Technik-Station deinen Intensionen an.
  • Erschwere die Abläufe in den Stationen, falls keine Chancengleichheit besteht.
  • Verkürze die Abstände bis das nächste Kind starten darf.

Trainertipps:

  • Der Wettkampf bedeutet Spannung, fungiere lediglich als Schiedsrichter und zähle für die Torschussgruppe laut mit, oder lasse die Kinder zählen.
  • Erkläre die Abläufe mit wenigen Worten, vormachen ist besser.

Uwe Bluhm

Der Pass in die Tiefe, das vertikale Passspiel, ist im Wettkampf selten zu sehen?

Das ist oft ein Kopfproblem. Im Artikel kommen wir über die Theorie zur Rondo-Spielform 4+4 gegen 4. Intelligent trainieren, durch Stärkung der mentalen Fähigkeiten deiner Spieler.

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Wir nutzen dieses Zusammenspiel von Übungs- und Spielform, zum Trainieren verschiedener Lernziele und vertiefen diese mit den Inhalten. Beginnend mit dem Dribbling, weiter mit der Ballübergabe/übernahme zum erneuten Dribbling und Passspiel, dann folgt der Torschuss, zwischendurch Sprints und in der Spielform kommt das schnelle Umschalten dazu.

In einer Variante ist dann zusätzlich ein Überzahlspiel möglich.

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Vom 4 gegen 4 bis 8 gegen 8, diese Spielform zwingt die Spieler zu Ballkontakten im Dribbling. Das Passspiel und der Torabschluss sind zwar erlaubt, aber die Regeln sind streng.

Mit einem Torerfolg bestrafen wir den Gegner im Dribbling zu weiteren Kontakten. Sechs Tore, die unterschiedlich bespielt werden müssen, sorgen wir weitere Abwechslung.

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