Teil 2: Erfahrungsbericht - Einblick in die Fußballtrainerausbildung

Fußballtrainer-Lizenz C- Leistungssport (BFV – Bayerischer Fußballverband)

Nachdem ich im ersten Teil über meine Erfahrungen aus dem Lehrgang zum Fußballtrainer-Lizenz C-Breitensport berichtet habe, möchte ich kurz über die Fußballtrainer-Lizenz C-Leistungssport berichten.

Fußballtrainer-Lizenz C- Leistungssport (BFV – Bayerischer Fußballverband)

Teil 1: Erfahrungsbericht - Einblick in die Fußballtrainerausbildung - Fußballtrainer-Lizenz C-Breitensport

Trainingshilfsmittel für Fußballtrainer

Nachdem ich im ersten Teil über meine Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Lehrgang zum Fußballtrainer-Lizenz C-Breitensport berichtet habe, möchte ich euch heute kurz berichten, wie es mir beim Erwerb der nächsthöheren Lizenz ergangen ist.

Beim Breitensportschein nutzte ich noch die Möglichkeit, die ersten beiden Lehrgänge dezentral zu absolvieren. Ich habe mich nach dem Prüfungslehrgang dazu entschlossen, die Wochen der Ausbildung zur Trainer-C-Leistungssport-Lizenz vor Ort in der Sportschule zu absolvieren.

Die Breitensportlizenz als Einstieg nutzen

Da die Angebote fehlen, wäre es gar nicht anders gegangen, aber ich hätte dies auch aus eigener Überzeugung getan. Ich absolvierte alle drei Teile der Ausbildung auch den Teil 1, obwohl ich von diesem eigentlich befreit gewesen wäre, weil ich die Breitensportlizenz besitze.

Für mich gibt es für diese Entscheidung mehrere Gründe – der wichtigste ist die Kommunikation mit anderen Trainern und das damit verbundene „Netzwerken“. So konnte Ich einige Trainerkollegen kennenlernen, gegen deren Teams ich dann Testspiele durchführte, mit denen ich verschiedene Fußballprojekte aufgebaut habe oder noch heute über die neuen Medien verschiedene Trends und Themen rund um den Fußball bespreche.

Es wird taktischer

Die Entscheidung auch am ersten Lehrgang trotz Befreiung teilzunehmen war für mich relativ einfach, denn ich hatte schon vorab gehört, dass die Inhalte sich vom Breitensportschein deutlich unterscheiden. Nachdem bei der Breitensportlizenz der Lehrinhalt "Technik "im Detail beleuchtet wird, geht es bei der C-Lizenz-Leistungssport viel mehr um mannschaftstaktische Aspekte und generell um den Lehrweg "Taktik".

Von der Spielverlagerung bis hin zum Verteidigen im Mannschaftsverbund

Dabei sind die ersten beiden Wochen in offensive und defensive Themen unterteilt. Von der Spielverlagerung bis hin zum Verteidigen im Mannschaftsverbund, werden alle Themen auf dem Platz und auch in der Theorie mehrfach durchgesprochen. Neben einigermaßen passablen eigenen Fähigkeiten am Ball, sollte man schon vorab mit den Grundlagen des ballorientieren Verteidigens vertraut sein, da diese nicht im Detail behandelt, sondern vorausgesetzt werden.

Eignungsprüfung - Erwartungshaltung an das Eigenkönnen

Im Ablauf wiederholt der Lehrgangsleiter die Themen nochmal im Schnelldurchlauf, baut 4-6 Lehrproben auf dem Platz auf und behandelt diese ausführlicher. Basierend auf die Tatsache wer der Prüfer ist, werden euch mehr oder weniger Informationen an die Hand gegeben, was von euch in 20 Minuten Praxis auf dem Platz erwartet wird.

Die Themen in der Theorie werden von den einzelnen Lehrgangsleitern auch in unterschiedlicher Tiefe behandelt und das Arbeitsheft, welches fester Bestandteil ist (oder sein sollte), wird auch von jedem anders ausgefüllt. Hierbei ist es wichtig die Kernthemen (Schnelligkeit, Lehrwege, etc.) ggf. mit den Kollegen im Lehrgang abzugleichen. Das Eigenkönnen zum Abschluss ist dann die letzte Pflicht vor der Kür, nachdem man bei der Eignungsprüfung schon ein paar Flugbälle geschlagen hat, ein paar Torschüsse absolvierte, hat sich dies bei uns jetzt wiederholt und wurde ergänzt durch ein 5 gegen 2 („Eck“ oder „Kreis“). Das Ganze wurde zusätzlich mit einem Abschlussspiel abgerundet.

Mein Fazit: Die sportliche Belastung für den Teilnehmer ist beim Breitensportschein höher, da dort viele Wiederholungen einzelner Techniken durchgeführt werden. In den Leistungssportlehrgängen entstehen automatisch einige Verschnaufpausen, weil es viele taktischen Korrekturen gibt.

Die Faktoren "Zeit und Kosten"

Ich würde mit meinem jetzigen Kenntnisstand jedem dazu raten ... egal welche Ambitionen man hat ... mit dem Breitensportschein anzufangen und die Grundlagen nicht zu unterschätzen. Klar spielen die Faktoren "Zeit und Kosten" bei dieser Entscheidung eine übergeordnete Rolle, aber ohne entsprechendem Zeitaufwand ist die Ausbildung nicht möglich. Oft werden die Kosten von den Vereinen übernommen, denn sie erhalten durch die Trainerausbildung einen Mehrwert, der mindestens das Image des Vereins verbessert. Das ein ausgebildeter Trainer nicht automatisch ein guter Trainer ist, ist auch klar. Dies ist natürlich abhängig von der Persönlichkeit und der Umsetzung der erlernten Inhalte. Dieser Text kann nur eine kurze Info bzw. ein Empfehlung sein, wie man die Ausbildung angehen kann.

In der Winterpause werde ich meine B-Lizenz (hoffentlich erfolgreich) absolvieren und berichte euch dann über diesen Ausbildungsgang.

Bis dahin wünsche ich euch alles Gute und würde mir wünschen, dass einige von euch meinem Ausbildungsweg folgen.

Björn Burhenne - 2013/2014 Trainer U16 TSV 1860 Rosenheim, C-Lizenz Leistungssport, Life Kinetik® Premium Trainer & Sportlicher Leiter einer Fußballschule

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