Spielform zur Förderung der exekutiven Funktionen

Was häufig als „Working Memory“ bezeichnet wird, ist nichts anderes als das Arbeitsgedächtnis, klingt nur moderner. Im Profifußball ist die Bedeutung für die Leistung der Spieler längst bekannt und langsam, aber sicher, setzt sich das Arbeitsgedächtnis-Training im Amateur-, bis hin zum Kinderfußball durch.

Neben einigen theoretischen Grundkenntnissen, liefern wir eine Beispiel-Spielform, die in allen Alters- und Leistungsklassen angeboten werden kann. Mit Grafik und PDF.

Im Arbeitsgedächtnis werden Informationen gespeichert, an die wir uns erinnern können und im Fußball nutzen wir es, um Handlungen gezielt zu planen. Es ist unentbehrlich, um komplexe Abläufe erfolgreich zu lösen und zählt zu den exekutiven Funktionen. Der Begriff „exekutive Funktionen“ kommt aus der Neuropsychologie und der Erforschung des Gehirns. Hier wurde festgestellt, dass Menschen ihr Verhalten gezielt nach den gegebenen Bedingungen steuern.

Trainingshilfsmittel für Trainer und Vereine

Im Fußball bedeutet dies, dass ein Spieler situationsbedingt handelt, wichtige von unwichtigen Ereignissen trennt oder auf Erfahrungswerte bei Handlungen zurückgreift.

Das Arbeitsgedächtnis ist der Schlüssel

Auf dem Spielfeld verarbeitet der Spieler viele Informationen in einer Situation, nicht alle können verarbeitet werden, die Arbeitsgedächtnis-Kapazität reicht nicht aus, zudem ist diese Kapazität von Spieler zu Spieler unterschiedlich. Das Arbeitsgedächtnis ist der Schlüssel, um vielseitige kognitive Leistungen abzurufen. An einem Praxisbeispiel möchte ich dies verdeutlichen:

Wahrscheinlich ist dir in deiner Trainerpraxis schon aufgefallen, dass eine Vielzahl von Anweisungen an einen Spieler nicht zur Leistungssteigerung führt, ganz im Gegenteil, du bremst ihn aus. Mannschaftstaktik, Gruppentaktik, Individualtaktik, technische Hinweise und alle Anweisungen kommen fast gleichzeitig, überfordern die exekutiven Funktionen des Spielers. Insbesondere das Erlernen von neuen Inhalten beansprucht das Arbeitsgedächtnis extrem.

Konsequenzen für die Trainingsgestaltung

Aus den nachgewiesenen Funktionen des Arbeitsgedächtnisses folgen Konsequenzen für die Trainingsgestaltung. Anweisungen des Trainers können durchaus den Spieler richtig lenken, sind sie zu komplex, kann der Spieler schlimmstenfalls aus situativ unwichtigen Hinweisen, die falsche Lösungen kreieren. Ein Matchplan gehört dazu, darf aber nur die Basis liefern. Rauben wir den Spielern die Kreativität, wird das Spiel berechenbarer für den Gegner.

Steuern können wir das kreative Leistungsvermögen mit gezieltem Training. Es werden Trainingsformen angeboten, in denen die Spieler eigene Entscheidungen treffen müssen, in Spielsituationen kreative Lösungen finden und die wichtigen Ereignisse von den unwichtigen trennen.

In der unten dargestellten Spielform wurden solche Inhalte verarbeitet. Wir nutzen die Tore, um immer wieder neue Spielsituationen zu schaffen. Je nach Aufgabe, werden die Spieler defensiv und offensiv umschalten müssen, sich auf neue Ereignisse einstellen und selbständig Lösungen entwickeln. Wir spielen 3 gegen 3, auch ein 4 gegen 4 oder 5 gegen 5 ist möglich, wenn die Spielfeldgröße und /oder die Anzahl der Tore angepasst wird.

Spielform -Working Memory- im 3 gegen 3

Spielform -Working Memory- als PDF

Organisation:

  • Für das Spiel 3 gegen 3 benötigen wir 4 Bodenmarkierungen für die Spielfeldmarkierung, 2 x 4 verschiedenfarbige Stangen (Hütchen möglich) und 6 Bälle.
  • Das Spielfeld ist ca. 16 x 20 Meter groß.
  • Der Aufbau erfolgt wie in der Grafik dargestellt.
  • Diese Spielform ist auch möglich als 4 gegen 4 oder 5 gegen 5, entsprechend ist das Feld anzupassen.
  • Es werden zwei Teams eingeteilt, eins ist in Ballbesitz, die anderen fünf Bälle liegen am Spielfeldrand bereit.

Ablauf:

  • Als Startsignal ruft der Trainer eine Farbe eines Stangentors auf (Grafik = Gelb).
  • Dies bedeutet, dass ein Tor nur zählt, wenn durchs gelbe Stangentor gedribbelt wird oder durchs rote gepasst/geschossen wird.
  • Ruft der Trainer „Rot“, muss für einen Torerfolg durchs rote Stangentor gedribbelt werden, durchs gelbe wird gepasst/geschossen.
  • Nach jedem Torerfolg holt das erfolgreiche Team einen neuen Spielball von der Seite.
  • Welches Team hat gewonnen, wenn keine Bälle mehr vorhanden sind?

Varianten:

  • Kommt das Signal „Gelb!“ gilt für ein Team dribbelnd das gelbe Stangentor zu durchqueren, durchs rote darf gepasst/geschossen werden. Beim anderen Team ist es genau umgekehrt. Vorher wird natürlich festgelegt, welches Team durchs aufgerufene Tor dribbelt und welches passt/schießt.
  • Es erfolgt kein Trainersignal, die Tore erhalten eine festgelegte Funktion (Dribbling/Schuss). Nach jedem Torerfolg wechselt die Funktion.

Trainertipps:

  • Schaue genau hin, entwickeln die Spieler kreative Lösungen?
  • Welcher Spieler kommt am besten mit der ständigen Änderung der Spielsituation klar?

Coachshop.de - Das Gehirn spielt guten Fußball

Der neue Erfolgsfaktor in der Nachwuchsförderung

Auf dieser DVD werden Inhalte dargestellt, die im modernen Tempofußball immer mehr an Bedeutung gewinnen. Es geht um die Entscheidungsfindung in komplexen Situationen, also die Entwicklung kreativer Fähigkeiten im Zusammenspiel motorischer und kognitiver Spielintelligenz. Erfolgreiche Spieler müssen heute in der Lage sein, Spielsituationen schnell zu erfassen und in sinnvolle Aktion zu transferieren, am besten auch überraschend für den Gegner.

Im Praxisteil werden in zwei Schwerpunkten Bewegungsaufgaben ohne Hilfsmittel und mit Ball vorgestellt, die hohe Anforderungen an die Entscheidungsschnelligkeit stellen. Fast unbemerkt werden dabei auch andere motorische Grundeigenschaften mittrainiert.

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Was der Fußball von neurobiologischer Forschung lernen kann

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Die Neurobiologie kann demgegenüber zeigen, warum das Spiel – hohen Erfolgserwartungen zum Trotz – immer bis zu einem bestimmten Grade unberechenbar bleiben wird.

Es lässt sich untersuchen, wie im neuronalen Apparat der auf dem Fußballfeld agierenden Spieler die vielfältigen Einflüsse verarbeitet werden, die vom Feld her (Mitspieler/Gegenspieler/Schiedsrichter) und vom Umfeld her (Trainer/ Publikum) auf die Akteure einwirken.

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Gehirntraining mit viel Spaß

Life Kinetik® ist ein spaßiges koordinatives Gehirntrainingsprogramm, das sich von anderen Angeboten deutlich unterscheidet. Es werden spezifische Bewegungen in sechs Bereichen genutzt, um das Gehirn wie einen Muskel aufzubauen, in dem neue Synapsen aufgebaut werden und die Vernetzung erweitert wird.

Grundsätzlich ist dieses Training für jeden geeignet und natürlich auch für Fußballer sehr sinnvoll. Es werden alle Arten der Wahrnehmung, die Körperbeherrschung, der Bewegungsfluss und die kognitiven Fähigkeiten wie Auffassungsgabe, Handlungs- und Reaktionsschnelligkeit verbessert. Das sind alles Eigenschaften, die auch die Leistungsfähigkeit eines Fußballers verbessern können.

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