Die Raumaufteilung am Beispiel Kleinfeldfußball

Auf den nächsten Seiten folgen 13 animierte Darstellungen

Vorwort

Pure Theorieschulung - wie die Raumaufteilung- auf Kleinfeld, ein schlimmer Fehler und trotzdem wird ständig danach gefragt. Warum ist das so? Ist es wirklich ein Fehler?

Ich denke, es ist wie bei vielen Dingen: Es kommt auf den Betrachter und die Gründe für eine Theorieschulung auf Kleinfeld an.

Trainingshilfsmittel für Fußballtrainer

Schauen wir doch einmal auf die Entwicklung im Fußball:

  1. Es ist geplant und teilweise wieder verworfen wurden, einheitlich bis einschließlich D-Jugend auf Kleinfeld zu spielen. In vielen Bezirken wird auf Kleinfeld in der D-Jugend gespielt.
  2. Es ist vorgeschlagen, in den unteren Spielklassen im Seniorenbereich auf einem 9er-Feld zu spielen.
  3. Im Mädchenfußball wird in vielen Bezirken bis zum Frauenalter auf Kleinfeld gespielt.

Allein in diesen Beispielen gibt es genügend "ältere" Fußballer/innen denen, nach den "Grundlagen eines optimalen Fußballtrainings", eine Theorieschulung angeboten werden sollte.

Ein weiterer wichtiger Grund, weshalb immer wieder nach Taktikschulung auf Kleinfeld gefragt wird, ist die unwiderstehliche Orientierung zum Ball in den jungen Jahrgängen. Für den Nicht-Fachmann als Spielbeobachter immer wieder ein Grund am Fachwissen des Trainers zu zweifeln. Auch viele Kindertrainer kommen nicht wirklich damit klar, dass es wichtigere Dinge im Fußball-Kindesalter zu erlernen gibt, als Taktik.

Einleitung

Ich habe, um den vorstehenden Punkten Rechung zu tragen, hier kurze Übungsformen zur Raumaufteilung dargestellt. Bei diesen Übungsformen handelt es sich nicht um Taktikbolzerei, sondern um die Vermittlung der Raumaufteilung auf Kleinfeld in den Grundzügen. Das Erlernen erfolgt - nach sehr kurzem theoretischem Teil - über Spielformen.

Die Übungen habe ich selbst in der Praxis mit Mädchenteams erfolgreich durchgeführt. Ich werde nicht ins Detail gehen, sondern nur Grundzüge der Feldaufteilung deutlich darstellen.

Als Spielsystem habe ich das, vom DFB empfohlene, 3-3 als Beispielsystem verwendet. Das 3-3 ist nicht ganz unumstritten, aber meistens auf Kleinfeld anzutreffen. Die Übungen lassen sich jedoch problemlos auf jedes andere Spielsystem übertragen.

Grundsatz Raumaufteilung

Um mit den Übungen starten zu können, teile das Kleinfeld in 9 (mit Makierungstellern) gleiche Felder auf (Grafik 1).

Die Zoneneinteilung

Damit haben wir drei Zonen: Abwehrzone, Mittelfeld (Zentralzone), Angriffszone. Diese drei Zonen sind jeweils in ein linkes, mittleres und rechtes Spielfeld aufgeteilt (Grafik 2).

Erkläre Deinem Team diese Einteilung genau, damit sich alle Spieler auf dem Feld auskennen. Hierzu eignet sich hervorragend ein Coach-Board. 10 Minuten und die Sache ist erledigt.

Jetzt gehts los!

Als weitere Erklärungshilfe kannst Du Bälle durch die Zonen passen lassen (Grafik 3) und dies mit Platzwechsel nach dem Pass interessant gestalten (Grafik 4).

Die sechs Spieler besetzen jeweils ein Feld. Beim Platzwechsel laufen die Spieler immer in ein Feld, das nicht belegt ist. Es können auch zwei Teams gleichzeitig mit jeweils einem Ball diese Übungen ausführen.

Defensive kurz und knapp - Verschieben zum Ball

Jetzt geht es richtig los mit der Raumaufteilung, zunächst in der Defensive. 6 Spieler besetzen die Abwehr- und Zentralzone, der Torwart steht im Tor, wo er hingehört. Achte beim Verschieben immer darauf, dass auch der Torwart mitspielt. Die Zeiten, wo der Torwart auf der Linie klebt oder unkonzentriert umherläuft, sind vorbei.

Was fehlt, ist der Ball, damit ein Verschieben auch Sinn macht. In Grafik 5 übernimmt der Trainer die Rolle des Balls, indem er sich in der Schnittstelle zwischen Zentral- und Angriffszone mit Ball bewegt. In der Animation kannst Du erkennen, wie sich die Spieler entsprechend zum Ball verschieben. Die Spieler verlassen vorerst die ihnen zugewiesene Zone nur leicht. Achte auf den Torwart, der sich ebenfalls verschiebt. Diese Übung nur kurze Zeit durchführen, es ist eine "Trockenübung". Zur Steigerung kann der Trainer noch weiter zum Tor vordringen.

Verschieben - Rückraumabsicherung

Grafik 6 zeigt die Ausführung der vorherigen Übungsform ohne Trainer. Dafür passen sich drei Spieler einen Ball zu, die Defensive verschiebt sich entsprechend. Die Verteidigung verhält sich passiv. Grundsatz: Je weiter ein Angreifer vom Ball entfernt ist, desto unwichtiger wird er. Die Orientierung erfolgt immer in Richtung des Balles.

Im nächsten Schritt versuchen drei Angreifer in die Verteidigungszonen einzudringen, um ein Tor zu erzielen. Mache ein Spiel daraus. Immer drei Angreifer gegen sechs Abwehrspieler. Sehr unfair, aber große Erfolgserlebnisse für die Defensive. Aber es gibt auch einen riesigen Vorteil für die Angreifer: Die Verteidiger dürfen die ihnen zugeteilten Felder nicht verlassen. Dann erhöhe die Anzahl der Angreifer auf vier und/oder fünf (Grafik 7 = Kleiner Spielausschnitt). Grafik zu offensiv? Manchmal neige ich zur Übertreibung! Immer wieder erfolgt das Verschieben zum Ball. Interessant wird diese Übung auch, wenn Du das Tor entfernst und die Angreifer versuchen, mit dem Ball über die Grundlinie zu kommen.

Wichtig: Bis hier war jeder Spieler nur für sein begrenztes Spielfeld verantwortlich. Ab jetzt wird dies anders: Jeder Spieler ist nun für die benachbarten Felder ebenfalls zuständig. Dies hat zur Folge, dass die Abwehr in Ballnähe versucht ins Überzahlspiel zu kommen. Ein weiterer Effekt ist die Absicherung im Rückraum hinter dem attackierenden Spieler. Weiter vom Ball entfernte Spieler werden nun locker gedeckt. Der Abwehrspieler in Ballnähe attackiert den Angreifer sofort. Versuche dies ruhig übers ganze Feld so zu spielen. Zunächst gegen drei, dann gegen vier und fünf Angreifer. Der Torwart spielt immer mit!

Spielausschnitte Defensive

Grafik 8 = Kleiner Spielausschnitt = Attackieren des Gegenspielers bereits dicht vor seinem Tor, Die anderen Abwehrspieler verschieben, unterstützen und stellen Passwege zu.

Grafik 9 = Kleiner Spielausschnitt = Attackieren des Gegenspielers im Mittelfeld. Verschieben und Passwege schließen. Achte auf die Abbildung der Gefahrenzonen.

Grafik 10 = Kleiner Spielausschnitt = Attackieren des Gegenspielers dicht vor dem Tor. Hohe Torgefahr! Verschieben, unterstützen und absichern in Ballnähe. Auf der ballentfernten Seite weiter weg vom Gegner, dort droht keine unmittelbare Torgefahr. Kein Durchbruch oder Torschuss ermöglichen.

Angriff kurz und knapp

Die Spieler haben nun begriffen, welche Räume auf dem Kleinfeld existieren. Was bedeutet dies für den Angriff? Für die Offensivarbeit wäre es sinnvoll, wenn eine Grundkenntnis des Deckungsschattens vorhanden ist. Nur über viel Bewegung und raumübergreifender Angriffe ist die Mannschaft in der Lage, die gegnerische Abwehr auszuspielen.

Auf Kleinfeld sollte es kein stures Abwehr-, Mittelfeld- und Angriffsverhalten geben. Das Team befindet sich, je nach Spielsituation, in der Offensive oder in der Defensive und jeder macht mit, auch der Torwart.

Achte in Grafik 11 auf das Aufrücken des Teams zum Angriff. In der Defensive noch Mittelfeld, jetzt Angriff und in der Defensive noch Abwehr, jetzt Mittelfeld. Die Spieler versuchen keine Feldlücke zwischen Ballführer und Mitspieler entstehen zu lassen. Immer anspielbar sein, das ist wichtig. In der Animation ist die horizontale Aufteilung dargestellt. Die vertikale Ausrichtung bezieht das Flügelspiel ein. Der Torwart kann, wenn Du Mut hast, noch weiter aufrücken. Dies wird vielleicht nicht jedem gefallen, aber so stelle ich mir Kleinfeldfußball vor.

Wettkampf mit Zuordnung im Raum

Als Übung hierzu sollten die Spieler, nach einem Abroller des Torwarts, innerhalb einer bestimmten Zeit, oder nach einer vorgegebenen Anzahl von Pässen (Grafik 12 = Vorgabe = 6 Pässe im Feld, nur Direktspiel), das Spielfeld überqueren und ein Tor erzielen. Als Wettkampfform mit stoppen der Zeit besonders effektiv. Aufrücken! Mitspielen! Anbieten! Der Torwart sichert zusätzlich den Rückraum ab. Viel Spaß macht es, wenn sich das Team eigene Passfolgen ausdenkt.

Im nächsten Schritt nehmen wir eine Abwehr hinzu. Zunächst vier Spieler die sich nur in vorgegeben Räumen (Grafik 13) halbaktiv bewegen dürfen. Erhöhe die Anzahl der Verteidiger dann auf fünf, bis zum kompletten Spiel.

Dies kann nur ein Abriss sein über die Raumaufteilung auf Kleinfeld. Es ist ein Anfang, der sich in der Praxis bewährt hat. Immer wieder auf die Einteilung des Spielfeldes hinweisen, falls es Probleme gibt. Kinder und Jugendliche verinnerlichen die Aufteilung sehr schnell, wenn es ihnen visuell einmal vermittelt worden ist.

Uwe Bluhm

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