Vater als Trainer? Glückwunsch!

Ohne Väter als Trainer wäre ein organisierter Spielbetrieb im Fußball gar nicht möglich

Welche Probleme hat der Vatertrainer? Welche Probleme hat das Trainerkind? Versuche als Vatertrainer die Probleme zu meistern!

Ohne Väter als Trainer wäre ein organisierter Spielbetrieb im Fußball gar nicht möglich

Viele Trainer sind auch deshalb Trainer, weil ihre Kinder in den Mannschaften spielen, für die sie verantwortlich sind. Ich schreibe hier über Väter und natürlich gibt es auch Mütter, die als Trainerinnen oder Co-Trainerinnen im Fußball aktiv sind. Seht mir das bitte nach, im Text erwähne ich nur Vätertrainer, damit er auch lesbar bleibt.

Trainingshilfsmittel für Fußballtrainer

Ohne Väter als Trainer wäre ein organisierter Spielbetrieb im Fußball gar nicht möglich. Das Ehrenamt „Fußballtrainer“ lässt oft gar keine Alternative zu. Besser ist immer, wenn das Kind nicht vom eigenen Vater trainiert wird und der Vater eine andere Mannschaft übernimmt. Dies bedeutet aber einen noch höheren Zeitaufwand, verständlicherweise spielt da die Familie oft nicht mehr mit. Es gibt also eine Wahl: entweder Vatertrainer oder gar keinen Trainer!

Welche Probleme hat der Vatertrainer?

1. Er will sein Kind nicht bevorzugen und benachteiligt es deshalb unbewusst

2. Das eigene Kind muss einfach gut sein

3. Er überschätzt das Leistungsvermögen seines Kindes

4. Er lässt den Trainerfrust am eigenen Kind ab

Welche Probleme hat das Trainerkind?

1. Andere Kinder sagen das Training auch mal ab, für ein Trainerkind nicht einfach

2. Der Vater ist immer dabei, auch im Umkleideraum

3. Das Kind will seinen Vater nicht enttäuschen und hält den Druck aus, denn es muss ständig mehr leisten als seine Mannschaftskameraden

4. Benimmt das Kind sich nicht ordentlich, hängt der Haussegen schief

5. Es erträgt ständig die Fragen des Vaters, denn der möchte wissen, was die anderen Kinder über ihn sagen

Welche Probleme hat das Umfeld (Eltern, Fans)?

1. Der Trainer bevorzugt immer sein Kind

2. Das Trainerkind ist immer Kapitän

3. Das Trainerkind trägt immer die Nummer 10

4. Das Spiel ist komplett aufs Trainerkind zugeschnitten

5. Kritisiert werden nur die anderen Kinder, nie das Trainerkind

6. Das Trainerkind ist so talentiert und der Vater will es nicht an einen anderen Verein abgeben, weil er als Trainer keinen guten Spieler verlieren will

Versuche als Vatertrainer die Probleme zu meistern

Ist dir bei den ganzen Punkten etwas aufgefallen?

Die Probleme die das Umfeld sieht, gibt es nicht nur mit dem eigenen Kind. Oft sind es Leistungsträger im Team die so behandelt werden. Dann sehen es die anderen Eltern und die Fans nicht so kritisch, dort ist es normal.

Als Vatertrainer wird man etwas genauer betrachtet, denn irgendetwas muss anders sein als mit den anderen Kindern. Deshalb sollte ein Vatertrainer immer mal wieder Dritte befragen, wie sie die Situation sehen. Das eigene Kind wirklich objektiv zu betrachten ist verdammt schwer und kaum möglich.

1. Halte als Vatertrainer deine Trainertätigkeit komplett aus der Familie und insbesondere von deinem Kind fern.

2. Dein Kind darf vor den anderen Kindern keinen Wissensvorsprung haben. Die Mannschaftsaufstellung oder die Überraschung auf der Weihnachtsfeier sind wirklich eine Überraschung und nicht schon bereits deinem Kind bekannt.

3. Jedes Spiel ist bereits auf dem Heimweg beendet, diskutiere nicht mit deinem Kind wie ein Trainer, sondern wie ein Vater.

4. Dein Kind ist ein Kind aus dem Team und versuche es so zu behandeln. Erwarte von deinem Kind keine vorbildlichen Verhaltensweisen und setze es niemals mit der Begründung unter Druck, dass du der Trainer bist

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