Fußballspielen auf Kunstrasen

Vorteile, Witterungseinflüsse, Verletzungsrisiko, Spielweise und Zukunft

Ist bei einem Spiel auf Kunstrasen der Heimvorteil größer, wenn der Gegner nicht oft auf diesem Belag spielt? Die übliche Spielweise, Witterungsverhältnisse und die Einstellung der Spieler sind zu berücksichtigen, um das Team optimal aufs Kunstrasenspiel vorzubereiten.

Kunstrasen - Vorteil Heimmannschaft

Trainingshilfsmittel für Fußballtrainer

Wer selten auf Kunstrasen spielt, ist nicht erfreut, wenn das nächste Auswärtsspiel genau auf diesem Untergrund ausgetragen wird. Warum eigentlich? Der Platz ist eben, es gibt keine Löcher oder Hügellandschaften und bei Nässe keine Schlammschlachten. Das Spiel findet mit ziemlicher Sicherheit statt, auch wenn auf anderen Untergründen nicht gespielt wird. In den unteren Spielklassen sind Kunstrasenplätze ein Segen, denn sie sorgen für weniger Spielausfälle.

Die Ablehnung gegen Kunstrasen wäre nicht so häufig anzutreffen, wenn es mehr Plätze geben würde. So hat die Mannschaft, die ständig auf diesem Belag spielt und trainiert, klare Vorteile. Auf Kunstrasen verspringt der Ball nicht, hat ein komplett anderes Rollverhalten und die Spieler gehen anders in die Zweikämpfe, aus Angst vor Verletzungen. Dies bedeutet für den Kicker möglicherweise, seine Spielweise komplett umstellen zu müssen und wie das ausgehen kann, sollte jeder Trainer kennen.

Witterungseinflüsse

Bei Trockenheit und besonders bei Hitze stoppt der Ball schneller, als auf Naturrasen. Bei Nässe wir der Ball sehr schnell und raumgreifende Pässe sind selten erfolgversprechend.

Verletzungsrisiko

Kunstrasen ist nicht gleich Kunstrasen, denn im Gegensatz zu den alten Untergründen sind die neue Beläge deutlich Knochen- und Sehnenfreundlicher. Die Verletzungsgefahr durch Verbrennungen und Hautabschürfung wird bei neuen Belägen erheblich gemindert. Auf den meisten Plätzen bleibt die Angst vor dem Sturz und den damit verbundenden Schmerzen erhalten.

Spielweise

Zur Planung der Spieltaktik gehört es natürlich dazu, eine Mannschaft auf die Besonderheiten des Untergrundes hinzuweisen. Technische Fehler werden vom Kunstrasen sofort bestraft, somit sind technisch versierte Spieler klar im Vorteil.  Gute Ballkontrolle und schnelles, genaues Kurzpassspiel sind die bevorzugten spielerischen Mittel. Hohe und weite Pässe sind nurdann effektiv, wenn sie punktgenau beim Mitspieler ankommen.

Kunstrasen macht das Spiel schnell und darauf muss die Mannschaft eingestellt sein.

Ein Spiel auf Kunstrasen gelingt oft, und das ist im Fußball nicht neu, wenn die Spieler sich mental der Herausforderung stellen. Wer mit negativer Einstellung aufläuft wird es schwer haben, seine Leistung abzurufen. Der Trainer sollte sein Team stark reden und auf die Vorteile des Belages hinweisen. Niemals die negative Stimmung der Spieler aufnehmen, dann wird es nicht klappen mit dem Erfolg auf Kunstrasen.

Zukunftsprognosen

Die Zukunft des Fußballs wird auf Kunstrasen stattfinden. Das bereits internationale Pflichtspiel auf Kunstrasen ausgeführt werden dürfen, ist der Durchbruch für diesen Untergrund. In viele Stadien der Profiklubs sieht der Naturrasen nach kurzer Zeit nicht mehr nach einem Fußballplatz für gehobene Ansprüche aus. Das ständige erneuern des Rasens verschlingt außerdem noch Unsummen.
Die Kunstrasen-Qualität entwickelt sich ständig weiter und Hersteller versprechen jetzt schon, dass es die negativen Eigenschaften nicht mehr gibt.
Das zusätzliche Equipment für Kunstrasen wird schon längst den Bedürnissen am wachsenden Markt angepasst. Ob spezielle Bälle, oder Ausrüstung für die Spieler, das Angebot steigt ständig. Insbesondere die Kunstrasenschuhe von der Marke Nike werden immer beliebter und als Spieler sollte man nicht nur ein Paar Schuhe in der Tasche haben.

Der Präsident des Weltfußball-Verbandes Sepp Blatter geht davon aus, dass bald jedes Land auf Kunstrasen spielen wird und die Sporthochschule Köln kommt zum Ergebnis: gute Plätze lassen kaum noch einen Unterschied zwischen „Natur“ und „Kunst“ zu.

In den Vereinen scheitert es oft an der Finanzierung eines Platzes und weniger am Wunsch, bauen zu wollen. Es gibt sie aber noch, diese innere Blockade und bei mir auch. Natur ist eben Natur und wenn der Ball verspringt, hat der Platzwart schuld.

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