Kognitives, seitliches Flankentraining

Autor: Dennis Meier

Dennis Meier war aktiv als Co- und Individualtrainer bei Dayton Dutch Lions FC (USA), als Jugendtrainer im regionalen Nachwuchsleistungszentrum beim PSV Eindhoven und in der „Holländischen Schule Workshops“ in Japan. Weiterhin war er als Co- und Individualtrainer bei Universitatea Craiova tätig, wurde dort Meister in der zweiten Liga und stieg in die erste Liga auf.
Zurzeit ist Dennis Meier Individualtrainer für Amateure und Profispieler und bildet in den Niederlanden Jugendtrainer aus.

Für den Coachshop schrieb Dennis Meier das exklusive PDF-E-Book „Kognitives Training im Kinder- und Jugendfußball“.


Vor einigen Jahren las ich einen Artikel eines Wissenschaftlers, der den Erfolg von Flanken untersuchte. Er stellte fest, dass in der Premier League nur jede 92igste Flanke zu einem Torerfolg führte. Statistiken sind nicht immer objektiv, aber diese ist wohl leicht und deutlich zu erstellen. Als Trainer stehe ich der Wissenschaft und den gelieferten Daten immer offen gegenüber, entscheidend ist, man kann sie interpretieren und die Ergebnisse richtig umsetzen.

Trainingshilfsmittel für Trainer und Vereine

Warum sind Flanken oft ungefährlich?

Flanken erreichen ihr Ziel nicht immer dort wo sie gefährlich sind, aber wo liegen die Gründe? Wie eine Flanke geschlagen werden soll, ist von einigen Faktoren abhängig:

Über welche Qualitäten verfügt der Stürmer meines Teams? Oft ist es für den Mitspieler viel schwieriger ein Tor mit dem Kopf zu erzielen als mit dem Fuß. Welche Stärken haben die Verteidiger um ihn herum? Hinzu kommt der Flankengeber, aus welcher Spielsituation schlägt er die Flanke? Hat er gerade einen 40 Meter Sprint hinter sich oder kommt er aus einem Zweikampf?

Falsches Flankentraining

Oft beobachte ich, dass Trainer Flanken trainieren und die Spieler dabei ständige Wiederholungen durchführen. Soweit so gut, aber wo ist der spielnahe Widerstand und warum fehlt das gute Coaching? Den Widerstand beim Flankentraining erfährt meistens der Stürmer in der Box, er wird unter Druck gesetzt, er muss ein Tor erzielen. Und das gute Coaching? Peter Hyballa sagte dazu: „Coaching ist die Seele jeder Übung!“ und dies sollte jeder Trainer verinnerlichen. Welche fußballerischen Aktionen wollen Trainer mit und ohne Ball sehen und welche Details sind im Ablauf wichtig?

Der Klassiker - Flanke von der Grundlinie

Hand aufs Herz, Trainer lieben es: Ein Spieler zieht mit hoher Geschwindigkeit am Gegenspieler vorbei, zieht bis zur Grundlinie und flankt. Die Begeisterung ist groß, der Spieler ist bis zur Grundlinie gezogen, wie im Lehrbuch. Die Flank kam zwar nicht gefährlich vors Tor, der Beifall ist ihm trotzdem sicher. Manchmal denke ich, der Spieler hatte nur ein Ziel: Die Grundlinie zu erreichen, einen Überblick über die Spielsituation hatte er nicht als er beschloss zu sprinten und auch nicht als er flankte. Diese Ballverluste, unnötige Sprints und Duelle kosten viel Energie und bei einer schlechten Flanke kommt noch einiges an Energieverlust hinzu, wenn versucht werden muss, den Ball zurückzuerobern.

Individualtraining in kleinen Gruppen

Ob mit dem gesamten Team oder in kleinen Gruppen, kognitives Training schult, Spielsituationen mit Widerständen zu meistern. Anschließend findest du eine kleine Übung, die zeigt, wie ich individuelles Flankentraining in meiner Fußballschule anbiete. Die Flanke erfolgt im Ablauf als Flachpass und die Mitspieler werden durch Tore ersetzt.

Ob Sie dies individuell, in einer kleinen Gruppe oder als Team trainieren möchten, kognitives Training hilft dabei. Als Beispiel habe ich eine Übung hinzugefügt, wie ich individuell in meiner Fußballschule trainiere, indem eine Flanke von der Seite gegeben wird. Die Flanke ist in diesem Fall über den Boden, weil dies zu mehr Torchancen führen kann. Die kleinen Tore simulieren Teamkameraden.

Trainingsübung: Kognitives, seitliches Flankentraining

PDF - Kognitives, seitliches Flankentraining

  • Dauer: 15 Minuten

Organisation:

  • Wir nutzen ein halbes Spielfeld.
  • 4 Dummies und 4 Mini-Tore werden, wie in der Grafik zu erkennen, aufgestellt. Wahlweise sind hier auch Stangen für die Dummies und Hütchentore möglich.
  • In die Tore werden verschiedenfarbige Bodenmarkierungen ausgelegt.
  • An der Grundlinie, beginnend am 5-Meter-Raum, werden seitlich 5 verschiedenfarbige Markierungen ausgelegt.
  • Es fehlen noch zwei Startmarkierungen (Spieler und Trainer (Passgeber)) und eine Markierung auf halber Wegstrecke am Flügel.
  • Beim Trainer (Passgeber) liegen ausreichend Bälle bereit.

Ablauf:

  1. Der Trainer oder ein Mitspieler passt seitlich zum Flügelspieler und setzt den Passempfänger sofort leicht unter Druck.
  2. Der Flügelspieler löst sich vom Druck, beschleunigt in Richtung Grundlinie und ruft dabei schnell nacheinander die fünf Farben der ausgelegten Markierungen auf der Linie.
  3. Kurz bevor der Spieler den Dummy erreicht, ruft der Trainer eine Farbe einer Markierung auf der Grundlinie. Der Spieler muss zur entsprechenden Markierung schauen und führt dann eine Finte durch.
  4. Anschließend ruft der Trainer die Farbe einer Markierung in den Toren auf. Der Spieler passt sofort ins aufgerufene Tor.

Varianten:

  • Vergebe Nummern für die Tore (siehe Grafik).
  • Die Nummern symbolisieren Spieler. Rufe die Namen, zum Beispiel: 9 = Lewandowski, 10 = Müller.
  • Lege die Markierungen ständig in einer anderen Reihenfolge aus.

Coaching:

  • Auftaktbewegung vom Flügelspieler und Ballmitnahme in Spielrichtung fordern.
  • Tempodribbling und die richtige Finte wählen. Der Trainer kann zusätzlich die Anweisung geben, am Dummy mit einer Finte nach innen zu ziehen.
  • Der Spieler „scannt“ den Strafraum ständig.
  • Exakter Flachpass ins aufgerufene Tor, gute Körperhaltung und Blick in Passrichtung.
  • Lobe immer wieder gute Aktionen.
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Der Gassenpass sorgt für Raumgewinn und als Pass in die Tiefe für Torgefahr oder wir gelangen in den Rücken der Abwehr. In der dargestellten, offensiven Spielform entscheiden die Spieler, ob sie mit dem Kurz- oder Gassenpass zum Torerfolg kommen. Sie werden den Pass in die Tiefe suchen, denn dort herrscht geringerer Gegnerdruck und zusätzlich zählt ein Tor doppelt.

Neben einer übersichtlichen Grafik liefern wir zusätzlich ein PDF zum Download. In der theoretischen Einleitung wird erläutert, wie wichtig eine gute Vorbereitung des tödlichen Passes ist und warum die Aufmerksamkeit und die Wahrnehmung entscheidende Rollen dabei einnehmen.

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1992 wurde die Rückpassregel eingeführt, dies führte nicht nur zu dramatischen Spielsituationen vor dem Tor, die Regel veränderte das Torwartspiel komplett. Der Torwart darf gezielte Rückpässe mit dem Fuß, Knie oder Einwürfe nicht mehr in die Hände nehmen. Er muss also in der Lage sein, den Ball sicher zu verarbeiten und bestenfalls schnell die Spieleröffnung starten.

Neben einer kurzen theoretischen Einleitung findest du im Artikel eine Spielform, die vom Torwart die Spieleröffnung fordert. Ein zusätzliches PDF steht zum Download bereit.

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Diese Spielform lässt sich an verschiedene Spielfeld- und Gruppengrößen anpassen. Interessant wird es bei den Torerfolgen, denn hier kann die Zählweise variieren. Von einem Punkt bis zu drei Punkten, je nach Anspruch.

Nachdem die drei verschiedenen Abläufe durchgeführt wurden, entscheiden die Teams, wie sie eine Aktion erfolgreich abschließen. Dafür müssen die Spieler schnell umschalten, die Situation erkennen und dann mit geringer oder hoher Risikobereitschaft das Spiel gestalten. Für die Spielform wird ein PDF mitgeliefert.

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