Beruf: Fußballtrainer

Ich werde Profitrainer! Ist das Träumerei oder realisierbar?

In Deutschland gibt es rund 900 ausgebildete Fußballlehrer und der Traum der meisten ist es, irgendwann einen Profiverein zu trainieren. Davon gibt es in Liga 1 bis Liga 3 aber nur 56. Dazu gibt es dann noch eine begrenzte Anzahl von Trainerposten im Nachwuchsbereich der Profivereine und beim DFB, dann ist aber auch schon Schluss. Manchmal bleibt dann der Weg ins Ausland, gerade der chinesische Trainermarkt boomt, ist aber mit Vorsicht zu genießen.

Wer seinen Lebensunterhalt als Fußballtrainer verdienen will, benötigt neben fußballerischer Kompetenz und Charisma, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen und Glück. Ein Trainer muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und gute Kontakte sind sehr hilfreich. Um das Profil auszufüllen, solltest du zusätzlich ein guter Psychologe, Stratege und Manger sein und über Medienkompetenz verfügen. Einige der neu vom DFB ausgebildeten Trainer haben zusätzlich Sportwissenschaften studiert. Die Anforderungen an die Ausbildungen sind gestiegen, denn das Tätigkeitsprofil ist wesentlich umfangreicher geworden. Ein Trainer kann diese Aufgabe nicht allein bewältigen, entsprechend wächst der Trainerstab um den Chefcoach in den Profiklubs.

Trainingshilfsmittel für Fußballtrainer

Ohne Geld wird es mit dem Beruf als Fußballtrainer nichts

Bist du erstmal Fußballlehrer, besitzt du eine Eintrittskarte für die Profivereine, jedenfalls theoretisch. Die Ausbildung um diese Eintrittskarte zu erhalten, kostet rund 15.000 Euro und wer das investiert, will auch danach irgendwann auf die Trainerbank eines Fußballvereins.

Geschenkt bekommst du nichts, insbesondere wenn dein Name in der Fußballwelt relativ unbekannt ist. Bist du unbekannt im Fußballgeschäft, musst du dir einen Namen machen. Dies geht zum Beispiel über Hospitanzen bei Profiklubs im In- und Ausland. Zusätzlich kannst du Fortbildungen besuchen, Spiele anschauen, aber alles ohne Bezahlung.

Einfacher haben es da Ex-Profis, die in der Vergangenheit auch mit Kurzlehrgängen in die Trainerkarriere einsteigen konnten. Sie haben bereits einen Bekanntheitsgrad und sind durch die Erfahrungen als ehemalige Profispieler mit den Inhalten und Problemen beim Coaching von Profiteams vertraut. Allerdings hat sich dies in den letzten Jahren verändert, auch Trainer die keine große Fußballerkarriere vorweisen können, finden verstärkt den Weg in die Vereine. Aktuelle Beispiele sind Julian Nagelsmann, Domenico Tedesco und Thomas Tuchel.

Finanziell musst du für deinen „Traumberuf Fußballtrainer“ immer wieder Durststrecken überstehen. Ehemalige Fußballprofis haben es da einfacher, sie konnten in ihrer Karriere Rücklagen bilden. Professionelle Fußballtrainer benötigen eine finanzielle Absicherung, weil häufig lange Zeiten der Arbeitslosigkeit überbrückt werden müssen. In guten Zeiten sollte deshalb an schlechte Zeiten gedacht werden, der Lebensstil ist entsprechend anzupassen.

Hast du als Trainer Erfolg, bist du der Held

Der Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer , Lutz Hangartner sagte: „Es ist ein schnelllebiges, knallhartes, manchmal brutales Geschäft.“ Es zählt nur der Erfolg und wenn der ausbleibt, ist der Trainer weg. Ob man dann den Weg zurück auf die Profitrainerbank findet ist keine Automatik, insbesondere wenn lange Zeiten der Nichtbeschäftigung folgen, man wird schlicht und einfach vergessen. Hast du Erfolg, bist du der Held und bleiben die Ergebnisse aus, steigt der Druck vom Verein, von den Medien und den Fans.

Bei Misserfolgen bist du als Trainer immer der Schuldige und oft kannst du auf die Ergebisse deines Teams keinen Einfluss nehmen. Die Mannschaft spielt gut, erzielt aber keine Tore, der Torwart greift in drei Spielen hintereinander daneben und dann kommt auch noch Verletzungspech hinzu. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo das niemanden mehr interessiert und du musst gehen.

Viele Fußballlehrer-Lizenzen verfallen, weil die verpflichtenden, zweijährigen Fortbildungen nicht absolviert werden. Da es für das „Warum?“ keine Statistiken gibt, wird vermutet, dass diese Fußballlehrer ihren Traum beendet haben. Einige Trainer kehren auf den Arbeitsmarkt zurück und suchen sich einen „normalen“ Job, andere belieben dem Fußball treu, werden Sportdirektor, Manager, Scout oder Spielervermittler und beraten Spieler.

Sind junge Trainer nur Theoretiker?

Mehmet Scholl hat mit seinem kritischen Statement über junge Trainer in der Bundesliga, die keine große Fußballerkarriere hatten, für viel Wirbel gesorgt. Die Trainer sind zwar fachlich kompetent, haben aber keine Erfahrung. Weiterhin liegt der Fokus bei jungen Trainern auf Spielsysteme und Taktik. Die Vermittlung von spielerischen Fähigkeiten, wie Technik oder Koordination, kommt viel zu kurz. Auf Zweikampf- oder Dribbelstärke wird kein Wert mehr gelegt, die Spieler sind reine Taktikmonster.

Seine Kritik kam zur richtigen Zeit, die deutschen Bundesligaklubs hatten in den internationalen Wettbewerben versagt, außer Bayern München. Kommt dir das bekannt vor? Misserfolge und wer ist schuld? Die Trainer und hier die jungen.

Kritik ist wichtig, aber warten wir doch einfach mal ab, wie die internationale Entwicklung in der nächsten Saison aussieht, denn alles was wir haben, ist einen Momentaufnahme. Vielleicht kommt diese Kritik auch nur aus dem Gefühl heraus, im Fußball verändert sich was und das will ich nicht. Das einfache Fußballspiel ist nicht mehr modern, Taktik und Schnelligkeit beeinflussen den Spielstil und geprägt wird dies meistens von jungen Trainern.

Fazit: Ein Beruf birgt immer Risiken, nicht nur bei Fußballtrainern

In Zeiten in denen viele nur schlecht oder gar nicht von ihrem Einkommen leben können, die Arbeit nicht auf Dauer angelegt ist oder sie unfreiwillig teilzeitbeschäftigt sind, ist der berufliche Werdegang immer ein Risiko, nicht nur bei Fußballtrainern.

Das Angebot auf dem Arbeitsmarkt ist für Fußballtrainer sehr beschränkt und um einen Job zu bekommen reicht es nicht, sich einfach in irgendeinem Verein zu bewerben. Wenn du dein Hobby wirklich zum Beruf machen möchtest, solltest du dir eine Hintertür offenhalten. Stelle dich darauf ein, dass du als Fußballtrainer von deinem Einkommen nicht leben kannst. Du solltest eine weiter Berufsausbildung anstreben und dann, eventuell zeitgleich, deine Karriere als Trainer starten. Ein Kraftakt, aber nur so startest du in eine sichere Zukunft. Dies ist deine „Hintertür“, denn sollte es mit dem Trainerjob nicht funktionieren, kannst du in deinem anderen erlernten Beruf deine Zukunft sichern und wenn es in Teilzeit neben deiner Trainertätigkeit ist.

Berufsbild Fußballtrainer

Die Arbeitsagentur bildet die Tätigkeit und Ausbildung im Beruf Fußballtrainer kurz und knapp:

Quelle: Arbeitsagentur

Die Tätigkeit im Überblick

Fußballtrainer/innen bereiten Fußballmannschaften auf Spiele vor. Sie vermitteln praktische Fähigkeiten und theoretische Kenntnisse, erstellen alters- und leistungsgerechte Trainingspläne, leiten Übungseinheiten und betreuen die Mannschaft während des Spiels.

Die Ausbildung im Überblick

Fußballtrainer/in ist eine Ausbildung, die durch die Ausbildungsordnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geregelt ist.

Je nach Lehrgangsträger können z.B. Zugangsvoraussetzungen, Dauer der Ausbildung und Abschlussbezeichnungen unterschiedlich sein.

Typische Branchen

Fußballtrainer/innen finden Beschäftigung

  • bei Fußballvereinen im Leistungs- und Breitensport
  • beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und bei den Fußball-Landesverbänden
  • in privaten Fußballschulen
  • an Sportgymnasien und -hochschulen

Uwe Bluhm

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