Fußballtechnik - Die Technik des Einwurfes

Mit Praxistipps für den perfekten Einwurf

Die Technik des Einwurfes wird grundsätzlich durch das Regelwerk bestimmt, aber es bleibt noch etwas Spielraum, um den Einwurf erfolgreicher zu gestalten, insbesondere in der Weite. Kümmern wir uns zunächst um die regelgerechte Ausführung:

Trainingshilfsmittel für Fußballtrainer

Die Regel gibt die Technik vor

  • Wird der Ball über die Seitenauslinie gespielt, erhält die Mannschaft einen Einwurf, die den Ball nicht zuletzt berührt hat.
  • Der Einwurf muss dort ausgeführt werden, wo der Ball das Feld verlassen hat.
  • Der einwerfende Spieler muss sein Gesicht dem Spielfeld zuwenden.
  • Jeder Fuß muss mindestens einen Teil der Seitenlinie oder den Boden außerhalb des Feldes berühren.
  • Es gibt keinen Mindestabstand zum Spielfeldrand.
  • Der Ball wird mit beiden Händen von hinten über den Kopf geworfen.
  • Der Mindestabstand der Feldspieler zum Einwerfer beträgt zwei Meter.
  • Behindert ein gegnerischer Spieler den Einwerfer, erhält er eine gelbe Karte.
  • Aus einem Einwurf kann nicht direkt ein Tor erzielt werden und die Abseitsstellung ist aufgehoben.
  • Der Einwerfer darf den Ball erst wieder spielen, wenn ein anderer Spieler im Feld den Ball berührt hat.
  • Verstößt der Einwerfer gegen die Einwurfregel, erhält die gegnerische Mannschaft den Einwurf.

Häufige Regelverstöße beim Einwurf

Probleme bei der regelrechten Ausführung entstehen oft, wenn:

  • Der Mitspieler zu dicht am Einwerfer steht. Es ist immer wieder zu beobachten, dass der Ball dann bereits hinter, bzw. auf dem Kopf losgelassen oder weit vor dem Körper geführt wird, auch Profis haben damit Schwierigkeiten.
  • Beim Abwurf ein Fuß angehoben oder gesprungen wird.
  • Der Einwerfer die Linie übertritt.

Diese Schwierigkeiten lassen sich aber durch gezieltes Training beseitigen. Steht der Mitspieler dicht am Einwerfer, muss der Armschwung verringert werden, dann ist ein genauer, regelgerechter Einwurf trotzdem möglich. Außerdem kann der Einwurf halbhoch oder auf kopfhöhe platziert werden. Nicht nur für Anfänger ist dies natürlich viel zu schwierig und als Trainer ist es besser die Spieler anzuweisen, einen etwas größeren Abstand zum Einwerfer einzuhalten.
Beim Trainieren des Einwurfes versteht es sich von selbst, auf Übertritt oder Fußanheben strengstens zu achten.

Der optimale Einwurf

Der Einwurf ist nur dann optimal ausgeführt, wenn die einwerfende Mannschaft weiter in Ballbesitz bleibt, so einfach ist das.

Grundsätzlich wird der Einwurf in Richtung gegnerisches Tor befördert, weil die Verarbeitung des Balles oft Probleme verursacht und ein hohes Risiko besteht, aus einem eigenen Einwurf dem Gegner Vorteile zu verschaffen. Ein Wurf in Richtung eigenes Tor kann nur dann erfolgen, wenn der Mitspieler völlig ohne Gegnerdruck den Ball kontrollieren kann.

Bei geringem Abstand des angeworfenen Spielers zum Einwerfer empfiehlt sich, den Ball wieder auf den Einwerfer prallen zu lassen. Dieser muss sich natürlich ins Feld bewegen und frei anspielbar sein. Er hat dann das Spielfeld wieder vor sich, während der angeworfene Spieler meistens mit dem Rücken zum gegnerischen Tor steht und sich erst orientieren muss.
Ist ein Rückspiel zum Einwerfer nicht möglich, kann der Empfänger des Balles versuchen den Ball zu kontrollieren, oder an einen anderen Mitspieler direkt weiterzuleiten.

Weiter geht es nicht, aber es geht auch erfolgreicher

Auffällig ist der weite Einwurf beim Fußball und wird deshalb oft durchgeführt, wenn er gar nicht angebracht ist, brotlose Kunst eben.

Meistens wird weit geworfen, um direkt aus dem Einwurf das gegnerische Tor zu bedrohen. Um den Ball direkt vors Tor zu werfen, muss er schon 30 bis 40 Meter weit fliegen. Dies schaffen nicht Viele und deshalb sieht man oft die Variante der Kopfballverlängerung.
Unterschätzt wird der weite Einwurf mit seiner Wirkung aufs Konterspiel. Einwürfe lassen sich hervorragend in freie Räume werfen und gerade im Jugendfußball und in untere Spielklassen gibt es davon genug. Versuche folgende Variante: der Spieler im Feld läuft dem Einwerfer entgegen und dreht kurz vor dem Wurf in die andere Richtung ab. Der Einwerfer wirft den Ball über den Verteidiger hinweg in den freien Raum zum gestarteten Mitspieler.

Auch das schnelle Umschalten kann zu großen Vorteilen führen. Deshalb gilt: geht der Ball ins seitenaus, schnellstens den Ball aufnehmen, sich orientieren und einwerfen, falls die Situation das hergibt. Falls nicht, sofort in den "Ruhemodus" umschalten und den Einwurf kontrolliert ausführen.

Wie wirft ein Spieler den Ball möglichst weit?

Nicht die Kraft in den Armen sorgt ausschließlich für große Weiten. Die Flugbahn, der Schwung, die Körperspannung, der flüssige Ablauf und der zusätzliche Einsatz der Hände sind die Gründe.
Die beiden Forscher Nicholas Linthorne und David Everett von der University of Brunel in Uxbridge wollen herausgefunden haben, dass ein Ball am weitesten fliegt, wenn er in einem Winkel von ca. 30 Grad und mit einem leichten Rückwärtsdrall geworfen wird. Der Rückwärtsdrall wird mit den Händen erzeugt, indem man sie kurz vor dem Abwurf leicht unter dem Ball hindurch zieht. Allerdings sollte man dabei vorsichtig sein, denn oft verlässt der Ball dabei zu früh die Hände und dann gibt es wieder ein Problem mit den Regeln.

Weitere Tipps:

  • Der Einwurf wird aus dem Anlauf durchgeführt. Trainiere hierbei zunächst den Einwurf aus einem "Angehschritt" und erhöhe die Schrittzahl langsam.
  • Es lauert dabei immer die Gefahr, dass beim Abwurf mindestens ein Fuß im Feld steht.
  • Beide Hände sind hinter dem Ball, so verlangt es die Regel. Was bedeutet aber "Hände"? Versuche einmal den Ball nicht komplett in die Handflächen zu legen, sondern leicht, kaum sichtbar (!) auf die Finger. Die Ballkontrolle beim Abwurf und die Wurfweite lassen sich dadurch bei vielen Spielern steigern.
  • Beim Abwurf benötigen wir Körperspannung. Der Oberkörper wird dabei wie ein Flitzbogen gespannt, so bekommen wir zusätzliche Dynamik vom Körper in die Arme.
  • Die Arme sollten locker aber kräftig von hinten über den Kopf durchgezogen werden und die Fingerspitzen drücken beim Abwurf zusätzlich gegen den Ball.

Zur Perfektion gilt es, einen flüssigen Ablauf hinzubekommen. Der Anlauf, die Körperspannung und der Abwurf sind ein einheitlicher Bewegungsablauf. Nach etwas Übung kann die Dynamik immer weiter gesteigert werden, aber Vorsicht:

Werfe den Ball nicht auf die gegenüberliegende Seite ins aus ;-)

Uwe Bluhm

Gute Technik, toller Spieler

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