Der DFB-Kader für die WM 2026 steht - Analyse, Gegner und Titelchancen

Der Countdown läuft. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat am 21. Mai 2026 den 26-köpfigen Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko bekanntgegeben - und nicht alle Entscheidungen waren so, wie man sie erwarten durfte.

Eine Überraschung vorneweg, eine bewusste Abkehr andernorts: Der Kader spiegelt die taktische Handschrift Nagelsmanns wider, deutlicher als je zuvor.

Der Kader im Überblick mit den auffälligsten Entscheidungen

Das wohl meistdiskutierte Element des Aufgebots ist das Comeback von Manuel Neuer zwischen den Pfosten. Der 40-Jährige ist der einzige verbliebene Weltmeister von 2014 und bleibt die unbestrittene Nummer eins. Hinter ihm stehen Oliver Baumann und Alexander Nübel bereit. Kapitän ist Joshua Kimmich, der das Mittelfeld anführt. Leon Goretzka als frisch gebackener Meister ist ebenfalls dabei.

Auffällig ist, dass Nagelsmann bewusst auf einen klassischen Stoßstürmer verzichtet. Weder Niclas Füllkrug noch Tim Kleindienst wurden nominiert. Stattdessen darf der junge Lennart Karl zeigen, was in ihm steckt. In der Abwehr setzen Rüdiger, Tah, Schlotterbeck, Anton und Thiaw die Hierarchie, wohingegen Matthias Ginter fehlt. Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt gilt als dynamische Wildcard auf der Außenbahn.

Was wartet auf die DFB-Elf in Gruppe E

Deutschland spielt in Gruppe E gegen Curaçao, Elfenbeinküste und Ecuador. Auf dem Papier ist das keine Hammergruppe. Sogar Nagelsmann selbst nannte sie „machbar, aber nicht leicht". Konkret heißt das für die Nationalelf, dass der Auftakt findet am 14. Juni in Houston gegen Curaçao statt (19 Uhr MESZ), den WM-Debütanten unter Trainer Dick Advocaat, stimmen muss. Eine Pflichtaufgabe, aber keine, die man auf die leichte Schulter nehmen darf.

Dann kommt am 20. Juni in Toronto die Elfenbeinküste (22 Uhr MESZ), dreimaliger Afrikameister und nach Einschätzung des Bundestrainers der gefährlichste Gegner im Bund - mit „drei, vier echten Topstars". Den Abschluss bildet am 25. Juni in New Jersey das Duell mit Ecuador (22 Uhr MESZ), dem wohl taktisch unbequemsten Gegner der Gruppe.

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Wie weit kann Deutschland wirklich kommen?

Der Gruppeneinzug sollte gelingen, auch die Voraussetzungen sprechen dafür. In der K.-o.-Runde wartet als Gruppensieger voraussichtlich ein Dritter aus einer der benachbarten Gruppen, als Zweiter ein Team aus Gruppe I. Beides wäre händelbar. Die eigentliche Nagelprobe kommt im Viertelfinale. Dort können Schwergewichte wie Frankreich, Spanien oder Argentinien warten. Nagelsmann hat die Tiefe im Kader, die taktische Flexibilität und - laut eigenen Aussagen - eine überragende Stimmung im Team. Für einen Titelgewinn braucht es das alles gleichzeitig, über mehrere Wochen.

Der Sommer, auf den Deutschland gewartet hat

Vier Jahre nach dem enttäuschenden Aus in der Vorrunde in Katar, zwei Jahre nach dem Halbfinal-Aus bei der Heim-EM, will diese Mannschaft endlich liefern. Der Kader ist nicht perfekt, aber welcher ist es schon? Aber er hat Qualität, Charakter und einen Trainer, der weiß, was er will. Die WM 2026 beginnt für Deutschland am 14. Juni. Der Rest ist noch offen.

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