Eine Überraschung vorneweg, eine bewusste Abkehr andernorts: Der Kader spiegelt die taktische Handschrift Nagelsmanns wider, deutlicher als je zuvor.
Der Kader im Überblick mit den auffälligsten Entscheidungen
Das wohl meistdiskutierte Element des Aufgebots ist das Comeback von Manuel Neuer zwischen den Pfosten. Der 40-Jährige ist der einzige verbliebene Weltmeister von 2014 und bleibt die unbestrittene Nummer eins. Hinter ihm stehen Oliver Baumann und Alexander Nübel bereit. Kapitän ist Joshua Kimmich, der das Mittelfeld anführt. Leon Goretzka als frisch gebackener Meister ist ebenfalls dabei.
Auffällig ist, dass Nagelsmann bewusst auf einen klassischen Stoßstürmer verzichtet. Weder Niclas Füllkrug noch Tim Kleindienst wurden nominiert. Stattdessen darf der junge Lennart Karl zeigen, was in ihm steckt. In der Abwehr setzen Rüdiger, Tah, Schlotterbeck, Anton und Thiaw die Hierarchie, wohingegen Matthias Ginter fehlt. Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt gilt als dynamische Wildcard auf der Außenbahn.
Was wartet auf die DFB-Elf in Gruppe E
Deutschland spielt in Gruppe E gegen Curaçao, Elfenbeinküste und Ecuador. Auf dem Papier ist das keine Hammergruppe. Sogar Nagelsmann selbst nannte sie „machbar, aber nicht leicht". Konkret heißt das für die Nationalelf, dass der Auftakt findet am 14. Juni in Houston gegen Curaçao statt (19 Uhr MESZ), den WM-Debütanten unter Trainer Dick Advocaat, stimmen muss. Eine Pflichtaufgabe, aber keine, die man auf die leichte Schulter nehmen darf.
Dann kommt am 20. Juni in Toronto die Elfenbeinküste (22 Uhr MESZ), dreimaliger Afrikameister und nach Einschätzung des Bundestrainers der gefährlichste Gegner im Bund - mit „drei, vier echten Topstars". Den Abschluss bildet am 25. Juni in New Jersey das Duell mit Ecuador (22 Uhr MESZ), dem wohl taktisch unbequemsten Gegner der Gruppe.
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