Die Ursache liegt häufig nicht im Kontakt mit dem Ball, sondern in dem, was vorher passiert ist. Oder eben nicht passiert ist.
Dann stellt sich die Frage nicht, wie gut der Pass eines Spielers ist. Sondern wie früh er erkennt, was um ihn herum passiert.
Warum viele Ballverluste schon vor dem ersten Kontakt entstehen
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beschreibt Spielandlungen immer wieder als Folge von Wahrnehmen, Entscheiden und Handeln. Diesen Ablauf hebt auch die Trainingsphilosophie Deutschland (TPD) der DFB-Akademie hervor. Spieler müssen ihre Umgebung wahrnehmen, eine Entscheidung treffen und diese schließlich auch technisch umsetzen. Das Technische ist oft nur der letzte Schritt.
Doch in vielen Amateurspielen liegt der Fokus sehr stark auf dem Technischen. Der Trainingsalltag ist geprägt von Passformen, Koordinationsübungen oder isolierten Abläufen. Diese haben natürlich ihre Berechtigung, greifen aber zu kurz, sobald der Gegner Druck macht.
Ein Spieler kann einen Ball sauber verarbeiten, obwohl er die falsche Entscheidung getroffen hat. Gesehen hätte er das aber sofort.
Schwierig hierbei ist jedoch, dass die Wahrnehmung nicht sichtbar ist. Trainer sehen den Fehlpass, aber den Moment davor, an dem einem Spieler die Informationen fehlen, nur selten.
Warum fällt uns die Wahrnehmung heutzutage so schwer?
Viele Wahrnehmungsschwierigkeiten hängen mit dem digitalen Alltag zusammen. Wir sind es gewohnt, Übersichten auf Knopfdruck im Netz zu finden, bei denen alles bereits vorsortiert ist und keine aktive Orientierung mehr verlangt. Plattformen, Vergleichsseiten und Rankings ordnen Informationen vor, bevor eine Entscheidung getroffen wird.
Das hat in bestimmten Bereichen auch seine Daseinsberechtigung. Im iGaming beispielsweise sind seriöse Vergleichsportale, die Casino Seiten mit rascher Auszahlung, fairen Boni oder klaren Lizenzinformationen auflisten, für Nutzer eine wichtige Orientierungshilfe.
Im Fußball existiert diese Ordnung nicht. Ein Spieler erhält keine Liste möglicher Lösungen. Informationen entstehen gleichzeitig. Ein Mitspieler startet in die Tiefe, ein Gegner rückt aus der Kette, ein weiterer schließt den Raum im Rücken. Die Situation verändert sich ständig.
Die Wahrnehmung muss all diese Eindrücke gleichzeitig verarbeiten. Das erklärt, warum der Unterschied zwischen Training und Spiel manchmal so deutlich ausfällt. Im Training wirkt vieles klarer. Passwege sind sichtbar, Abläufe wiederholen sich. Im Spiel dagegen verändert sich jede Situation mit jeder Bewegung eines Gegners.
