Der Bolzplatz als Vorbild
Die „Trainingsphilosophie Deutschland“ ist eng mit dem Namen Hannes Wolf verbunden. Als DFB-Direktor für Nachwuchs, Training und Entwicklung hat er gemeinsam mit einem Kompetenzteam den Anspruch formuliert, das Kinder- und Jugendtraining in Deutschland neu auszurichten. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die perfekte Übung, sondern der Spieler. (DFB)
Die Grundidee klingt zunächst fast banal: Kinder sollen möglichst viel Fußball spielen. Doch genau darin liegt die Konsequenz des Konzepts. Statt langer Erklärungen, Warteschlangen und Übungen, bei denen ein Kind aktiv ist und fünf zuschauen, sollen möglichst viele Spieler gleichzeitig am Ball sein.
Oder anders gesagt: Der Bolzplatz soll zurück ins Training.
Dabei geht es nicht um eine nostalgische Rückkehr zum Straßenfußball. Die Philosophie verbindet die Freiheit und Spielfreude des Bolzplatzes mit modernen Erkenntnissen aus Training und Entwicklungspsychologie. Kleine Spielformen schaffen Situationen, in denen Kinder ständig Entscheidungen treffen, dribbeln, passen, schießen, verteidigen und reagieren müssen. (Bayerischer Fussball-Verband)
Drei Wörter, die das Training verändern
Die gesamte Philosophie lässt sich auf drei zentrale Begriffe reduzieren: Freude, Intensität und Wiederholung.
Freude bedeutet: Kinder sollen gerne zum Training kommen. Viele Ballkontakte, Tore, Zweikämpfe und Erfolgserlebnisse sorgen dafür, dass Fußballtraining nicht als „Pflichtprogramm“, sondern als Spiel erlebt wird.
Intensität bedeutet: möglichst viel aktive Spielzeit. Standzeiten sollen vermieden werden. Wer 90 Minuten auf dem Trainingsplatz steht, sollte nicht automatisch 90 Minuten trainieren – entscheidend ist, wie viel davon tatsächlich Fußball gespielt wird. (DFB)
Und dann ist da die Wiederholung. Ein Kind verbessert sich nicht dadurch, dass es eine Aktion einmal perfekt erklärt bekommt. Es verbessert sich, wenn es dieselbe Entscheidungssituation immer wieder erlebt. Deshalb stehen viele Wiederholungen in kleinen Spielformen im Mittelpunkt.

