Kindertraining - Organisationsfehler und Lösungen
H. Zeitdruck
Trainingsstress!
Der Trainer ist immer gut vorbereitet und möchte seinen Trainingsplan konsequent durchziehen. Das ist falsch, weil Übungen mehr Zeit beanspruchen können, als geplant war. Nicht jeder Tag ist gleich und so wird es Trainingseinheiten geben, die nicht reibungslos funktionieren.
Jeder Trainer sollte Zielvorgaben haben, diese sind aber über einen längeren Zeitraum zu erreichen und nicht von einem Training abhängig Ein Trainer bleibt immer geduldig, denn es ist besser eine Übung zu perfektionieren, als fünf Übungen unter Zeitdruck abzuhaken. Es kommt auf die Klasse an, nicht auf die Masse der Trainingsinhalte. Jeder erfahrene Trainer kann schnell auf veränderte Situationen reagieren und variiert oder streicht geplante Übungen.
I. Leistungs- und Positionstraining
Schublade auf, Kind rein!
So ganz kann ich dann doch nicht vor Fehlern im Trainingsinhalt lassen, jedenfalls am Rande. Denn diese Fehler behindern auch die Trainingsorganisation. Trainer teilen im Gruppentraining die Kinder oft nach Leistungsstärke auf, damit jedes Kind optimal gefördert wird. Stures Positionstraining ist auch immer wieder im Kindertraining anzutreffen. Kinder, die in der Abwehr spielen, werden bei Übungen auch als Verteidiger eingeteilt, der Torwart ist und bleibt auch im Training Torwart. Also bereit sich der Coach ständig auf ein Training für unterschiedliche Leistungsmerkmale und verschiedene Spielpositionen vor. Dies ist nicht nur ein riesiger Erklärungsaufwand und damit Zeitverlust, es ist im Trainingsablauf auch nicht mehr ausreichend zu kontrollieren.
Fehlen bestimmte Kinder beim Training, können geplante Übungen können nicht mehr ausgeführt werden, weil der Ausbildungsstand bei den Kindern unterschiedlich ist. Der Trainer muss organisatorische Änderungen ausführen, die den Trainingsfluss behindern.
Die Gruppeneinteilung nach Leistungsvermögen lässt sich nicht immer vermeiden, sollte aber selten erfolgen. Die Kinder merken schnell, dass sie nach Leistungsvermögen aufgeteilt werden und damit kann schnell die Trainingsmotivation sinken. Ein Kind, das sich "schwach" eingestuft fühlt, wird schnell keine Freude mehr am Vereinsfußball haben.
Eine Vision des Trainers wäre, die Kinder alle auf den gleichen Leistungsstand zu bringen, erst dann ist eine optimale Ausnutzung der Trainingszeit gegeben. Dies ist unmöglich, aber ein guter Trainer verzichtet, wo immer es geht, auf diese Aufteilung.
Die Differenzierung nach Spielposition verstößt schon im Ansatz gegen die Grundsätze der optimalen Trainingsgestaltung. Der moderne Fußball verlangt eine vollständige fußballerische Entwicklung der Kinder, nicht nur als Angreifer oder Verteidiger. Hierzu gehört auch und gerade der Torwart, der immer wieder im Feld spielen muss. "Rotation" ist das Zauberwort im Kinderfußball. Jeder trainiert und spielt auf sämtlichen Positionen. Keine Spezialisierung auf Positionen im Kinderfußball. Den Kindern darf nicht die Möglichkeit genommen werde, sich frei zu entwickeln.







