Passspiel ist was für Franzosen

Die schöne alte Zeit des Fußballspielens

Die schöne alte Zeit des Fußballspielens
©LeitnerR - Fotolia.com

Manchmal benötigt man als Fußballtrainer Geschichten, um seinen Fußballern die "Fußballwelt" zu erklären. Es ist ja auch nicht schlecht, wenn man etwas erzählen kann, was sonst keiner kennt.

Zum Start der EM wollen wir ins Mutterland des Fußballs schauen, damals als alles begann. Es wird behauptet, Fußballspielen wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien "erfunden", aber wer weiß das schon genau?

Als Ausländer verspottet

Fußball ähnelte damals dem Rugby und war ein purer Männersport, es ging um Härte, Leiden und viel Mut, alles was einen Mann eben ausmacht. Wer meinte technisch glänzen zu müssen, wurde in Großbritannien als Ausländer verspottet oder zur damaligen Zeit noch schlimmer ... als Franzose.

Durch den Fußball hoffte man, die Jugend zu stärken und zu richtigen Männern zu formen. Die Erzieher waren zum Beispiel der Meinung, dass Masturbation die Lebenszeit verkürzt und dieser Sport davon ablenkt. Die Trainer hatten also vor rund 200 Jahren schon genügend Probleme, sie sahen nur anders aus.

Fußballspiel in seiner reinsten Form

Regeln gab es nicht, weder Foulspiel noch Spieleranzahl, es wurde einfach drauf los gespielt. Das erste Regelwerk ist aus 1863 überliefert.

Insbesondere wurden dort die Pflichten des Torwarts eingeführt. Er musste nun namentlich bestimmt werden und durfte den Ball in die Hand nehmen .... bis zur Mittellinie. Dann kam die Torwartlegende Leigh Richmond Roose, der erste mitspielende Torwart. Er hielt ständig den Ball in den Händen und lief bis zur Mittellinie. Roose war der Grund für eine Regeländerung und seinetwegen darf heute jeder Torhüter den Ball nur noch im eigenen Strafraum mit den Händen halten.

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Der Siegeszug der Taktik

Taktisch war es alles ganz einfach, dafür sorgte die Abseitsregel. Jeder Spieler der sich vor dem Ball befand stand im Abseits. Schön einfach, aber Passspiel ging deshalb nur rückwärts und außerdem galt es als unmännlich den Ball freiwillig herzugeben, insofern wurde darauf komplett verzichtet. Wer trotzdem abspielte wurde dann auch schnell als "Franzose" verspottet.

Deshalb versuchte jeder Ballbesitzer den Alleingang und wurde von seinen Mitspielern mit allen Mitteln dabei unterstützt. Bei elf Spielern befanden sich somit 9 Spieler im Angriff, dann gab es den Spieler, den wir heute als Libero bezeichnen und den Torwart. Als Spielsystem ist das dann wohl ein 1-0-9.

1866 wurde die Abseitsregel modifiziert, allerdings mussten nicht zwei, sondern drei gegnerische Spieler im Moment der Ballabgabe dem Tor näher sein, als der vorderste Angreifer. Der Siegeszug und die Diskussion über Spielsysteme begann, daran hat sich bis heute nichts geändert.

Die ersten Kopfbälle wurden 1875 in einem Spiel präsentiert. Laut Überlieferung fanden die Zuschauer das richtig lustig, aber hielten es für nutzlos.

Wenn du jetzt schmunzelst denke immer daran, in 150 Jahren lacht man vielleicht über uns.

Uwe Bluhm

Quellen:
Wikipedia
Leigh Richmond Roose Lost in France: The Remarkable Life and Death of Leigh Richmond Roose, Football's First Play Boy [Paperback]
www.spox.com

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