EM 2024 - So viele Eigentore wie noch nie?

64 Tore sind in der Gruppenphase gefallen. Das entspricht einem Schnitt von 2,46 Toren pro Spiel.

Bei der letzten EM fielen zwar mehr Tore - und zwar 2,78 pro Spiel - doch noch ist genügend Zeit, um den Durchschnitt der letzten EM zu übertreffen.

Aber nicht nur der Tordurchschnitt pro Partie könnte übertroffen werden: Bei der letzten EM wurden 11 Eigentore, 8 in der Gruppenphase, verbucht. Nach der Gruppenphase der EM 2024 liegt man bereits bei 7 Eigentoren und ist auf einem guten Weg, in Richtung Eigentorrekord zu steuern. Doch wieso sind bei den letzten beiden Europameisterschaften so viele Eigentore gefallen?

Torschütze wider Willen

Viele Tore machen das Spiel attraktiv. Wer zudem noch die beliebten Over-Wetten tippt, darf sich dann am Ende sogar noch über einen Gewinn freuen: Mit einem Tordurchschnitt von 2,46 ist es durchaus ratsam, Tipps auf Over 2,5 abzugeben - das heißt, im Spiel müssen mindestens 3 Treffer erzielt werden. Abhängig davon, welche Teams aufeinandertreffen, liegt die Quote bei einem Wettanbieter ohne Registrierung für Over 2,5 oftmals zwischen 1,8 und 2,5. Treffen zwei starke Teams aufeinander, die für ihre gute Verteidigung bekannt sind, kann die Quote sogar in Richtung 3,0 gehen. Tippt man Over 2,5, so ist der Spielausgang irrelevant, solange 3 Treffer erzielt werden - da freut man sich mitunter auch über das eine oder andere Eigentor.

Zählt man die Eigentore der EM 2024 mit dem vergangenen Turnier zusammen, liegt man bereits bei 18 Eigentoren. Das sind 67 Prozent aller Eigentore, die in der bisherigen EM-Geschichte gefallen sind: Bis zum Jahr 2021 lag die Zahl der erzielten Eigentore bei 27.

Deutschland vs Schottland: Antonio Rüdiger

Antonio Rüdiger (Deutschland) hat im Eröffnungsspiel das erste Eigentor des Turniers erzielt, jedoch zu einem Zeitpunkt, als das Spiel schon entschieden war. Beim Stand von 4:0 für Deutschland gegen Schottland erzielte er unglücklich den Ehrentreffer für die Schotten - das Spiel endete mit 5:1.

Österreich vs Frankreich: Maximilian Wöber

Maximilian Wöbers (Österreich) Eigentor war schon etwas schwerwiegender: Es war der einzige Treffer im Spiel Frankreich gegen Österreich - und die einzige Niederlage der Österreicher in der Gruppenphase, die sogar dann die „Todesgruppe D“ gewinnen konnten: Man blieb mit 6 Punkten vor Frankreich (5 Zähler), der Niederlande (4 Zähler) und Polen (1 Zähler).

Tschechien vs Portugal: Robin Hranac

Robin Hranac (Tschechien) hat mit seinem Tor sozusagen die Wende im Spiel Portugal gegen Tschechien eingeläutet: Nachdem die Tschechen mit 1:0 in Führung gegangen sind, sorgte Hranac für den unglücklichen Ausgleich - am Ende mussten sich die Tschechen mit 2:1 geschlagen geben.

Kroatien vs Albanien: Klaus Gjasula

Klaus Gjasula (Albanien) sorgte mit seinem Eigentor für die Führung der Kroaten: Am Ende konnte Albanien gegen Kroatien aber einen Punkt holen.

Italien vs Spanien (Riccardo Calafiori)

Riccardo Calafiori (Italien) erzielte im Spiel Italien gegen Spanien den einzigen Treffer: Sein Eigentor bescherte den Spaniern einen 1:0 Sieg und drei Punkte.

Türkei vs Portugal (Samet Akaydin)

Samet Akaydin (Türkei) hat mit einem Rückpass seinen Torhüter überrascht und die Portugiesen 2:0 in Führung gebracht. Am Ende hat Portugal 3:0 gewonnen.

Niederlande vs Österreich (Donyell Malen)

Donyell Malen (Niederlande) hat die Österreicher mit 1:0 in Führung gebracht. Dem Spiel hat das Eigentor letztlich gut getan: Die Partie hat sich zu einem offenen Schlagabtausch entwickelt, bei dem die Niederlande zweimal ausgleichen konnten, am Ende jedoch Österreich 3:2 gewann.

Wann fiel das erste Eigentor bei einer EM?

Das erste Eigentor der EM fiel am 16. Juni 1976 beim Spiel Tschechoslowakei gegen die Niederlande. Die Tschechoslowaken gingen mit 1:0 in Führung: Anton Ondrus gelang jedoch nicht nur der Führungstreffer, sondern auch in der 73. Minute der Ausgleich. Die Tschechoslowaken gewannen danach in der Verlängerung 3:1 und wurden durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen Deutschland Europameister.

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