Welcher Fußballtrainer-Typ bist du?

Der erfolgreichste Trainertyp im Fußball ist ...

Fußballtrainer sind auch nur Menschen mit Kompetenzen, die sich nicht verbergen lassen.

Der Schleifer - Ich werde es euch schon zeigen

Fußballtrainer - Spaßbremse
© Alan Poulson Photography-Shutterstock.com

In einem Atemzug mit dem Trainertyp "Schleifer" wird immer noch Felix Magath genannt. Eigentlich sollte es diesen Typen so nicht mehr geben, Der Schleifer bringt seine Spieler immer wieder an die Grenzer der körperlichen Belastbarkeit und fordert dabei die uneingeschränkte Mitwirkungspflicht seiner Spieler ein.

Kritik am eher militärischen Umgangston und schon gar nicht den Trainingsmethoden sind absolut unerwünscht, denn diese kommt nur von "unwilligen" Spielern, die nicht bereit sind sich zu quälen. Der Schleifer fordert komplette Unterwürfigkeit und wer glaubt, dies gibt es nur bei Profis, der täuscht sich gewaltig. Spieler die da nicht mitziehen, werden schnell aussortiert oder finden sich auf der Ersatzbank wieder.

Bei den Profis ist die Haltbarkeitsdauer dieser Trainer meistens länger, Amateure fragen sich schon schneller, warum sie sich das antun. Eins haben die Spieler aus beiden Lagern aber gemeinsam: Der sportliche Erfolg gibt dem Trainer Recht, zum Problem wird es, wenn dieser Erfolg ausbleibt. Der Schleifer steht dann schneller in der Kritik als andere Trainertypen, für die Spieler kommt endlich der "Tag der Abrechnung" für die ganzen Quälereien.

Beliebt ist der Schleifer selten, für ihn gelten Anerkennungen wie "er ist gerecht" oder "ich bin so fit wie nie". Eigentlich ist er ein Trainertyp, der nach den Anforderungen der modernen Sportwissenschaft als Trainer ungeeignet ist. Auch hochbezahlte Stars sind immer noch Menschen und wo Angst regiert, wird der Erfolg irgendwann ausbleiben.

Die Spaßbremse - Mit Kommunikation gewinnt man keine Spiele

Die Trainer-Spaßbremse ähnelt dem Schleifer in einigen Punkten. Ernst Happel, war ein Vertreter dieser Zunft. "Was die Spieler wollen ist mir egal" und damit hat sich die Kommunikation schon erledigt.

Diese Trainer sind nie zufrieden, unabhängig vom Spielausgang. Sie laufen ständig mit einem Gesichtsausdruck herum, als hätte man gerade haushoch verloren. Als Spieler sollte man nicht versuchen unnötig mit dem Trainer zu kommunizieren oder ihm Ratschläge geben zu wollen. Eine Spaßbremse kann und weiß alles und ist in der Regel nicht kritikfähig.

"Fußball ist kein Spaß und wer Spaß hat, dem fehlt der Druck und ohne Druck kein Erfolg". Dieses Prinzip funktioniert auch tatsächlich nur, wenn der Erfolg vorhanden ist. Wehe der Spaßbremse, wenn dieser ausbleibt, dann droht ihm das Schicksal des Schleifers.

Der Professor - Ich back mir mein Team

Fußballtrainer - Professor
© Dusit-Shutterstock.com

Auch hier gibt es ein gutes Beispiel, Ralf Rangnick. Kritiker beschreiben diesen Trainertyp auch gerne als "Oberlehrer". Nach eigenen Aussagen benötigt dieser Typ Zeit, um eine Mannschaft über Jahre zu entwickeln. Dass er diese Zeit im Profifußball nicht hat, wird im spätestens bewusst, wenn der kurzfristige Erfolg ausbleibt. Mit diesem Trainertyp benötigt der Vereinsvorstand Geduld, was in den Amateurklassen manchmal möglich ist.

Der Professor beschäftigt sich gerne mit jungen Spielern, die seinen oft revolutionären Ideen noch folgen können. Ältere Spieler, die meinen schon alles zu wissen und zu können, haben mit ihm häufig ein Problem.

Er muss seine Ideen gut verkaufen können und ist meistens ein ruhiger Typ, der ständig und alles analysiert, viel mit den Spielern redet und ihnen viele Freiräume lässt, denn nur so können sie sich frei entwickeln, dies ist jedenfalls die Hoffnung des Professors.

Der Ersatzvater - Voll im Trend

Der Ersatzvater kennt seine "Söhne" ganz genau. Er kümmert sich um ihre persönlichen Schwächen und privaten Sorgen, hat immer ein offenes Ohr und ist bei seinen Spielern unglaublich beliebt.

Dieser Trainertyp nutzt ganz geschickt seine Beliebtheit, um die Spieler so zu steuern, wie er es gerne haben möchte. Er wirkt ständig locker, erkennt aber auch, wann er die Zügel anziehen muss.

Der Ersatzvater ist der ideale Typ für Teams, die fußballerisch bereits gut ausgebildet sind und/oder in denen eine große Leistungsdichte herrscht. Mit geschickten Worten ist er in der Lage, den Platz auf der Reservebank als wichtigsten Platz in einer intakten Familie zu vermitteln.

Fällt dir dazu ein Trainername ein? Natürlich, Jupp Heynckes, die Bayern-Spieler haben ihm am Ende alles geglaubt. Aber auch für den Ersatzvater gilt: Nur Erfolg macht sexy.

Der Psychologe - Am Nordpol Kühlschränke verkaufen

Der Psychologe ist der Trainertyp, der auch schnell nerven kann. Nie hat man bei ihm das Gefühl, seine Wortwahl ist zufällig. Er scheint ständig alle zu durchschauen, deshalb mag ihm niemand tief in die Augen blicken.

Manchmal geht es sogar soweit, dass er seinen Spielern erklärt, warum er was sagt. Er schützt seine Spieler wo er kann und stellt sich immer vor das Team. Die Spieler lieben diesen Typ, weil sie so niemals selbst in der Schusslinie stehen. Niemals würde der Psychologe seine Spieler öffentlich kritisieren und falls es dann doch passieren sollte, höchstens mit "daran müssen wir noch arbeiten".

Der Psychologe ist selbstverständlich ein Motivationsgenie. Er würde sich zum Beispiel niemals bei der Motivations-Ansprache vor dem Spiel wiederholen, die Angst "künstlich" zu wirken ist viel zu groß.

Jürgen Klopp ist solch ein Genie, er schafft es seinen Spielern im DFB-Pokal gegen viertklassige Mannschaften zu vermitteln, dass es ein ganz schweres Spiel wird, wahrscheinlich würde er es auch schaffen, diesen Gegner als Favoriten zu verkaufen. Die Spieler nicken das nicht nur ab, sie glauben fest daran, wie Klopp das macht, bleibt sein Geheimnis.

Es gibt aber noch einen großen Unterschied zu den anderen Trainertypen: Der Psychologe wartet meistens nicht, bis er entlassen wird. Er entscheidet, wie es in seiner Laufbahn weitergeht, zieht zur Not selbst die Bremse und nimmt auch finanzielle Nachteile in Kauf. Für einen Psychologen ist nichts schlimmer, als unglaubhaft zu wirken, schlechte Zeiten schön zu reden ist nicht sein Ding.

Der Idealtrainer - Nicht nur ein Typ

Fußballtrainer - Kernkompetenzen

Einige Trainertypen wurden hier beschrieben und dazu auch Namen geliefert. Es wäre jetzt aber ungerecht, die einzelnen Typen bei den "Guten" und "Bösen" einzusortieren.

Ein Idealtrainer bedient sich aller Typen und spürt, welcher Trainertyp er in welcher Situation gerade sein muss. Eins haben aber alle Trainertypen gemeinsam: Ohne Fußballverstand und der entsprechenden Aus-und Fortbildung geht gar nichts.

Die Spieler benötigen den Ersatzvater und den Psychologen, die Spaßbremse, den Professor und den Schleifer wollen wir auch nicht vergessen. Ein moderner Trainer passt sein Verhalten ständig an, er benötigt viele Kompetenzen, auch die des Schleifers und der Spaßbremse. Nur weiß er ganz genau, wann er diese Trainertypen wieder wegsperren sollte, nämlich so schnell wie möglich.

Ob du als Fußballtrainer in positiver Erinnerung geblieben bist, wirst du erst viele Jahre später erfahren oder aber auch nie. Falls du selbst aktiv warst oder vielleicht noch bist, erinnerst du dich an deine Trainer. Waren sie gut? Was sagen die Spieler von damals? Waren die Trainer Persönlichkeiten, an die man sich gerne erinnert? War ein Trainer nur gut, weil der Erfolg da war? War ein Trainer schlecht, nur weil das Team erfolglos war?

Ein Fußballtrainer muss heute Mut zu Veränderung haben. Hierzu gehören insbesondere drei wichtige Kernkompetenzen: Managen von menschlichen Beziehungen, Talent for attractiveness und Leadership, wie sie Mathias Nowak im E-Book "Powercoaching - Die Kernkompetenzen einer neuen Trainergeneration" beschreibt.

Uwe Bluhm

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