Traininseinheit Futsal - Neue Lauf- und Passwege mit Torabschluss

Der Autor Wendelin Kemper gehört seit 2015 als Co-Trainer zum ersten Trainerstab einer Deutschen Futsal-Nationalmannschaft (Weitere Infos am Ende der Seite)

Liebe Soccerdrills-Leserinnen und Leser,

die alljährliche Winterpause und damit verbundene „Hallensaison“ bietet für viele Mannschaften eine beliebte Abwechslung zum Ligaalltag. Dabei weichen die klassischen Hallenfußball-Regeln mehr und mehr den hierzulande „neuen“ Futsal-Regeln und es wird beispielsweise statt mit einem klassischen Lederball, mit einem sprungreduzierten Futsal gespielt. Auch wird oftmals auf den Einsatz von Banden verzichtet. Beide Änderungen stellen sowohl Spieler/innen als auch Trainer/innen vor neue Herausforderungen, da insbesondere der Verlust der Bande bedeutet, neue Mittel zu finden, um das Spielgerät in den eigenen Reihen zu halten. Auch die Verkleinerung des Tores von 5x2 Meter (Größe eines Hallenfußballtores) auf 3x2 Meter (Handballtor) bedeutet, dass Distanzschüsse und gewohnte Torerfolge schwieriger werden. Spieler/innen müssen also:

a) ihre Taktik anpassen (effizientere Laufwege wählen oder mehr Positionswechsel vornehmen, um gegnerische Abwehrreihen vor Probleme zu stellen)
b) ihre Technik erweitern (da der Ball andere Sprungeigenschaften vorweist, verwenden Futsaler sowohl andere Annahme-, Pass- als auch Schusstechniken)

In den folgenden Übungen möchte ich Euch eine Trainingseinheit des Futsals näherbringen, um beim nächsten Hallenturnier zu helfen, Gegnerinnen und Gegner durch geschickte Laufe- und Passwege schwindelig zu spielen. Getreu dem Motto „wildes Gebolze weicht Spielkultur“ lautet der Schwerpunkt des Trainings: Neue Lauf- und Passwege mit Torabschluss.

Viel Freude beim Lesen wünscht,
Wendelin Kemper
Futsaltrainer.com

Phase: Aufwärmen

Name Geordnetes Chaos
Art Übungsform
Schwierigkeitsgrad **
Bes. Anspruch Technik, Handlungsschnelligkeit, Kommunikation, Konzentration
Materialien/Spieler Drei verschiedenfarbige Hütchen (2x), Bälle
Aufgabe • Spieler positionieren sich gegenüber in Gruppen
• Gegenüberliegende Spieler passen sich den Ball nach vorheriger Sohlenannahme zu
• Nach Ballabgabe erfolgt ABC-Lauf um das nebenstehende Hütchen
• Anschließend schließt Spieler sich wieder seiner Reihe an
• Nach ca. 5 Minuten Temposteigerung durch Direktpässe und ohne Lauf-ABC
Variationsmöglichkeiten • Distanzen vergrößern/verkleinern, um Spieleranzahl und Niveau anzupassen
• Spieler gibt für Passempfänger Laufrichtung durch Ansage einer der drei Hütchenfarben vor
• Trainer ruft Farbe des Hütchens, das umrundet werden muss (z.B. „Gelb“ bei nahmen oder „Diagonal-gelb“ bei fernliegendem Hütchen)
• Richtungswechsel des Balles bei Pfiff (rot zu blau und umgekehrt)
Coachingpunkte • Kopf oben behalten
• Sauberes Passspiel vor Geschwindigkeit
• Ball verbal fordern
• Auftaktbewegung vor Ballannahme
• Miteinander sprechen/Coaching der angesagten Farbe
• Anpassen des Tempos bei variierender Distanz, um Spielfluss des Balles zu gewährleisten

Traininseinheit Futsal

Phase: Hauptteil

Name Grundrotation im 3-1-System (mit freiem Torabschluss)
Art Übungsform
Schwierigkeitsgrad ***
Bes. Anspruch Technik, Orientierungsfähigkeit
Materialien/Spieler Vier Spieler, ein Torhüter, ein Ball
Aufgabe • Spieler positionieren sich im 3-1-System (wie abgebildet)
• A passt Ball auf B und läuft (mit Blickrichtung zum Ball) in die Tiefe
• B dribbelt in das Zentrum und passt auf Spieler D
• Spieler C übernimmt die Position von Spieler B
• Spieler D dribbelt in das Zentrum und passt auf Spieler C
• Spieler A übernimmt die Position von Spieler D
• Es entsteht eine Schleife (auch Brille genannt)
Variationsmöglichkeiten • Nach zwei-drei Schleifen erfolgt freier Torabschluss
Coachingpunkte • Blickrichtung immer zum Ball
• Flaches, sauberes Passspiel
• „Gegner“-entfernten Fuß anspielen
• Beidfüßigkeit einfordern
• Auftaktbewegung in die Tiefe vor Ballannahme

Grundrotation im 3-1-System

Name Grundrotation im 3-1-System mit gezieltem Torabschluss – Pass in die Tiefe mit Ablage (1v3)
Art Übungsform
Schwierigkeitsgrad ****
Bes. Anspruch Technik, taktisches Spielverständnis, Orientierungsfähigkeit
Materialien/Spieler Vier Spieler, ein Torhüter, ein Ball
Aufgabe • Spieler rotieren 2-3 Schleifen der Grundrotation (siehe Übung 1)
• Spieler A startet Aktion mit Pass auf Spieler B
• Spieler C verlagert auf die ballführende Seite
• Spieler B spielt in die Tiefe auf Spieler C
• Spieler A hinterläuft Spieler B und bekommt den Ball aufgelegt zum Schuss
• Spieler D besetzt 2. Pfosten
• Spieler B besetzt Rückraum und sichert ab
Variationsmöglichkeiten • Spieler B besetzt 2. Pfosten
• Spieler A schießt nicht, sondern dribbelt den Ball die Linie runter und legt zurück
• Selbe Übung auf linke Seiten spielen
Coachingpunkte • Timing beachten
• Offene Spielstellung, um Ball besser weiterleiten zu können
• 2. Pfosten immer besetzen, um Tor zu vergrößern
• Absicherung erfolgt in Nähe des Balles

Grundrotation im 3-1-System mit gezieltem Torabschluss

Name Grundrotation im 3-1-System mit gezieltem Torabschluss – Doppelpass (2v3)
Art Übungsform
Schwierigkeitsgrad ****
Bes. Anspruch Technik, taktisches Spielverständnis, Orientierungsfähigkeit
Materialien/Spieler Vier Spieler, ein Torhüter, ein Ball
Aufgabe • Spieler rotieren 2-3 Schleifen der Grundrotation (siehe Übung 1)
• Spieler A startet Aktion mit Pass auf Spieler B
• Spieler C öffnet auf 2. Pfosten
• Spieler A startet nach vorne weg und kappt abrupt ab
• Spieler B passt auf Spieler A für Doppelpass und startet in die Tiefe
• Spieler D besetzt Rückraum und sichert ab
Variationsmöglichkeiten • Spieler D besetzt 2. Pfosten und Spieler C Rückraum
• Spieler A dreht auf nach Pass von B und schließt selber ab
• Selbe Übung auf linke Seiten spielen
Coachingpunkte • Timing beachten
• Auftaktbewegung in den Rücken des Gegners, um Raum zu gewinnen
• 2. Pfosten immer besetzen, um Tor zu vergrößern
• Absicherung erfolgt in Nähe des Balles

Grundrotation im 3-1-System mit gezieltem Torabschluss

Name Grundrotation im 3-1-System mit gezieltem Torabschluss – Chip (3v3)
Art Übungsform
Schwierigkeitsgrad ***
Bes. Anspruch Technik, taktisches Spielverständnis, Orientierungsfähigkeit
Materialien/Spieler Vier Spieler, ein Torhüter, ein Ball
Aufgabe • Spieler rotieren 2-3 Schleifen der Grundrotation (siehe Übung 1)
• Spieler A startet Aktion mit Pass auf Spieler B
• Spieler C öffnet Raum entgegen der ballführenden Seite
• Spieler A startet nach vorne weg und zieht Tempo an
• Spieler B passt parallel der Linie auf durchstartenden Spieler A in die Tiefe
• Spieler B dreht auf und bleibt anspielbar für Hackenablage
• Spieler D besetzt 2. Pfosten
• Spieler C besetzt Rückraum und sichert ab
Variationsmöglichkeiten • Spieler D besetzt 2. Pfosten und Spieler C Rückraum
• Spieler A dreht auf nach Pass von B und schließt selber ab
• Selbe Übung auf linke Seiten spielen
Coachingpunkte • Tempowechsel von Spieler A entscheidet, um Tempovorteil zu haben
• Offene Spielstellung, um Ball besser weiterleiten zu können
• 2. Pfosten immer besetzen, um Tor zu vergrößern
• Absicherung erfolgt in Nähe des Balles

Grundrotation im 3-1-System mit gezieltem Torabschluss – Chip

Phase: Schluss

Name Abschlussspiel mit Provokationsregeln
Art Spielform
Schwierigkeitsgrad -
Bes. Anspruch -
Materialien/Spieler Wenigstens vier Feldspieler + Torwart pro Team
Provokationsregeln • Tore nach geübter Variante 1, 2 oder 3 zählen dreifach
• Tore nach Schuss am 2. Pfosten zählen zweifach

Zum Autor:
Wendelin Kemper wird am 14. August 1987 in Coesfeld nahe Münster geboren. Kein Wunder, dass er beim UFC Münster seine sportliche Heimat findet, für den er seit 2009 die Futsalstiefel schnürt. Bereits ein Jahr nach seinem Debut wird Kemper als Spieler für die Westfalenauswahl berufen, bei der er seit 2014 fortan als Trainer die Geschicke leitet. Im selben Jahr wird Kemper zudem als Spieler der Studenten-Nationalmannschaft berufen und trägt erstmals das deutsche Trikot bei einer Studenten-Weltmeisterschaft.

Sowohl als Spieler als auch als Spielertrainer sammelt der angehende Lehrer zahlreiche Titel und Erfolge. So wird Kemper in seiner bisherigen Laufbahn unter anderem fünfmaliger Westdeutscher Meister, dreimaliger Deutscher Hochschulmeister und Deutscher Vize-Meister. Neben der Vereinsarbeit und Trainertätigkeit der Westfalenauswahl macht sich Kemper im März 2016 als einer der ersten deutschen Futsaltrainer selbstständig und ist als Referent im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen für Trainerfortbildungen tätig.

Kemper, der sowohl die Fußball-Trainer-B-Lizenz als auch die B-Lizenz für Futsal-Trainer hat und DFB-Futsal-Instruktor ist, gehört seit 2015 als Co-Trainer zum ersten Trainerstab einer Deutschen Futsal-Nationalmannschaft.

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