Quälix hat ausgedient - Die Alten werden ausgewechselt
Buddhas und andere Irrtümer
Spitzenclubs in Europa haben es vorgemacht und auch Klinsmann mit seinen
Bayern gehörte dazu. Leider wurde er nur auf Buddhas reduziert, weil dies
medienwirksamer ist, als sich mit den Inhalten zu beschäftigen.
In Zeiten, wo moderne Crosstrainer und Kraftstationen selbst den privaten Fitnessbereich erobern, sollte sich der Fußball nicht mehr altertümlichen Trainingsmethoden unterwerfen.
Die Anforderungen an die körperlichen Fitness und die umfassenden
psychologischen Betreuung, sind keine Klinsi-Erfindung, sondern heutige
Erfolgsgrundlagen in der Weltklasse, nicht nur beim Fußball. Ob er
derjenige ist, der Spielern das vermitteln kann, darüber kann man
streiten. Um das in Schulnoten auszudrücken: Theorie = gut, Praxis
= mangelhaft. Trainer vom alten Schlag, wie zum Beispiel Lorant, werden zwischenzeitlich
bei der Trainerwahl kaum noch berücksichtigt, nur Ausnahmen bleiben uns
erhalten. Magath ist ein gutes Beispiel und ob Erfolge dieser Trainer der
Entwicklung im Deutschen Fußball wirklich helfen, kann jeder für sich
beurteilen. Selbst Magath hat, so sieht es jedenfalls aus, ein Umdenken
hinter sich. Der "Quälix" der er einmal war, ist er heute nicht mehr,
jedenfalls nicht so extrem. Mit "alter Schlag" ist übrigens nicht das
Lebensalter des Trainers, sondern die Trainingsmethodik gemeint. Seit Jahren überfällig war die "Ausbildungsreform" für Traineranwärter,
denn international hing Deutschland der Entwicklung hinterher. Dies betraf
insbesondere die inhaltliche Ausbildung, wo häufig ehemaligen Aktiven die
Trainerscheine praktisch hinterhergeworfen wurden. Diese praktizierten
dann das in den Vereinen, was sie aus ihrer aktiven Laufbahn kannten und
eine Weiterentwicklung fand nicht statt. Zwischenzeitlich wurden die Anforderungen zum Erwerb der Trainerlizenzen
erheblich angezogen und das ist gut so. Leider wird es noch einige Jahre
dauern, bis auch wieder deutsche Coaches stärker in den oberen Ligen
berücksichtigt werden. Schaut man sich die Nationalitäten der unter
Vertrag stehenden Trainer in den höheren Ligen an, ist der Anteil der
Trainer aus dem Ausland enorm hoch. Dies ist natürlich kein Zufall. Die Ausbildung, insbesondere in Holland,
Frankreich, Spanien und Italien, ist schon seit Jahren an die
Anforderungen des modernen Fußballs angepasst worden. Jetzt gilt es den
Rückstand schnellstmöglich aufzuholen und nicht nur das:
wer sich jetzt ausruht und meint, es ist alles getan für die Zukunft,
verfällt genauso in den Stillstand wie in den vielen Jahren zuvor.
Stillstand ist Rückschritt und es bleibt zu hoffen, dass trotz
kurzfristiger Erfolge eine ständige Weiterentwicklung in den
Ausbildungsinhalten für Trainer stattfindet.
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