Sportlich aktiv mit Pollenallergie - ein Risiko? (2)


Welche Gefahren bestehen für Allergiker und gibt es mögliche Spätfolgen?


Anja Schwalfenberg: Durch den Allergenkontakt kommt es z.B. zur Schwellung der Nasenschleimhäute, der Sportler bekommt durch die Nase keine Luft mehr, atmet über den Mund, und so gelangen noch mehr Pollen in die Atemwege. Durch andauernden Allergenkontakt und einer nicht ausreichenden Behandlung der allergischen Symptome, kann bei einer Vielzahl der Heuschnupfenpatienten ein allergisches Asthma entstehen.


Kann man sich schützen und wenn ja, wie?


Anja Schwalfenberg: Generell können antiallergische Medikamente zur Linderung der Symptome eingesetzt werden. Der Patient muss individuell entscheiden, ob eine sportliche Betätigung für ihn sinnvoll ist. Bei mäßigem bis starkem Pollenflug sollte auf Outdoor-Sport lieber verzichtet werden. Die Medikamente könnten bei der hohen Allergenbelastung nicht ausreichen. Langfristig kann eine Spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt, die Beschwerden lindern und das Risiko für die Entstehung eines allergischen Asthmas stark verringern. Um sich vor den Allergenen zu schützen, empfiehlt Anja Schwafelberg folgende Maßnahmen:

Fußball - Pollenallergie
Foto: © istockphoto.com/mandygodbehear

  • Pollenflugvorhersage beachten
  • Haare vor dem Zubettgehen waschen
  • Kleider nicht im Schlafzimmer ausziehen, evtl. häufiger waschen
  • Staubsauger mit Hepa-Filter-System
  • Evtl. Pollenschutzgitter vor den Fenstern (z.B. Schlafzimmer) anbringen
  • Pollenfilter im Auto regelmäßig wechseln
  • Zur Zeit der individuellen Hauptpollensaison in Regionen verreisen, in denen die entsprechenden Pollen nicht vorkommen
  • Kleidung während des Pollenflugs nicht im Freien trocknen
  • Regelmäßige Anwendung einer Nasendusche (täglich) kann Pollenkontakt vermindern und zur Symptomlinderung beitragen
  • Sonnenbrillen können sehr empfindliche Bindehäute vor übermäßigem Lichteinfall schützen, gut geeignet sind Modelle, die um die Augen herum dicht abschließen
  • Rauchverzicht, da die Allergene durch die ständige Reizung der Atemwege noch viel besser an den Schleimhäuten angreifen können und auf Dauer chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen entstehen können (COPD)
  • Kreuzreaktionen auf Lebensmittel, Beispiel Frühblüher: Allergene in Äpfeln, Kern- und Steinobst sind hitzelabil: erhitzt, also gekocht oder gebacken werden Äpfel und Co in der Regel problemlos vertragen.

Ist Sport an der frischen Luft überhaupt ratsam?


Anja Schwalfenberg: Solange eine ausreichende Kontrolle der allergischen Entzündungsreaktionen gegeben ist, steht einer sportlichen Betätigung nichts im Wege. Wer unsicher ist, sollte vor dem Sport seinen Hausarzt befragen.


Müssen Leistungssportler besonders vorsichtig sein?


Anja Schwalfenberg: Bei Sportarten, die im Freien betrieben werden, hat ein Leistungssportler natürlich genau die gleichen Probleme wie ein Hobbysportler. Da Leistungssportler natürlich in der Regel viel öfter trainieren, sind sie während der Pollenflugzeit auch mehr Pollen ausgesetzt. Alternativ sollte das Training dann besser in die Sporthalle verlegt werden. Auch hier sollte eine gute symptomatische Behandlung und gegebenenfalls eine Hyposensibilisierung erfolgen, damit die Entstehung eines allergischen Asthmas vermieden wird.


Wann beendet man ein Training besser?


Anja Schwalfenberg: Sobald allergische Reaktionen oder bei Pollenallergiker mit Asthma Atemnot auftreten, sollte das Training abgebrochen werden, um die Beschwerden nicht noch zu verstärken.


Christian Riedel


Originalartikel: netzathleten.de


Seite 1: Wie sehr beeinträchtigt die Allergie den Sport?
Seite 2: Kann man sich schützen und wenn ja, wie?

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