Sportlich aktiv mit Pollenallergie - ein Risiko?
Von CHRISTIAN RIEDEL
Nach dem langen Winter kommt irgendwann auch einmal der Frühling. Was für den einen eine Erlösung ist, kann für den anderen eine Qual werden. Denn mit den Plusgraden kommen auch die Pollen, die Allergikern das Atmen erschweren. Gerade beim Sport an der frischen Luft kann das zum Problem werden. Aber wie gefährlich ist Sport mit Pollenallergie und wie kann man sich schützen?
Allergologen warnen bereits, dass die Pollenbelastung in diesem Jahr stärker und länger dauern wird als in den Jahren zuvor. Denn nach dem langen, kalten Winter werden mehrere Bäume wie Hasel, Erle und Birke, die mit ihren Pollen die Atemwege von Allergikern besonders belasten, voraussichtlich eine Zeit lang gleichzeitig blühen. Darunter leiden auch Sportler wie Läufer oder Radfahrer, die ihrem Hobby am liebsten unter freiem Himmel nachgehen. Wer zu den Allergikern zählt, leidet besonders unter der Pollenbelastung. Doch grundsätzlich ist Sport unter freiem Himmel auch für Allergiker möglich. Dazu haben wir Dipl. Biologin Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V befragt.
Wie sehr beeinträchtigt die Allergie den Sport? Welche Symptome können auftreten?
Anja Schwalfenberg: Pollenallergiker können bei Sport im Freien stark durch allergische Symptome wie Niesen, Augentränen und -jucken oder eine verstopfte Nase beeinträchtigt werden. Bei Pollenallergikern, die bereits ein allergisches Asthma entwickelt haben, kann es durch den vermehrten Pollenkontakt zu Atemnot kommen.
Wer darf und wer darf keinen Sport im Freien treiben?
Anja Schwalfenberg: Das ist individuell sehr verschieden. Es kommt darauf an, auf welche Pollenallergene man reagiert, also in welcher Jahreszeit Sport getrieben wird, und wie stark die Symptome sind. Ein Birkenpollenallergiker muss beispielsweise im April/Mai mit erhöhten Pollenkonzentrationen rechnen und kann in dieser Zeit durch allergische Reaktionen sehr beeinträchtigt sein, während ein Heuschnupfenpatient, der zusätzlich noch auf Gräserpollen reagiert, eine viel längere Leidenszeit durchlebt. Auf jeden Fall sollten die Pollenflugzeiten und die Stärke des Pollenflugs bei der Entscheidung zur sportlichen Betätigung berücksichtigt werden.
Worauf muss man als Allergiker achten?
Anja Schwalfenberg: Grundsätzlich gilt: Ist der Pollenflug besonders stark, sollten längere Aufenthalte sowie Sport im Freien eingeschränkt bzw. vermieden werden. Aber auch geringe Pollenkonzentrationen können für manche Allergiker schon problematisch sein, so dass ein Outdoor-Training nicht möglich ist.
Welche Sportarten sind empfehlenswert und welche Sportarten sollte man vermeiden?
Anja Schwalfenberg: Während der Pollensaison sind Allergikern eher Sportarten zu empfehlen, die in der Sporthalle stattfinden. Die Sportkleidung sollte dann auch erst vor Ort angezogen werden, um möglichst wenig Pollen einzuschleppen. Für Asthmatiker sind besonders Ausdauersportarten geeignet, ungeeignet sind Sportarten mit heftigen Belastungsphasen wie etwa Fußball oder Basketball.
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