Ein Pflaster als Allheilmittel (2)
Flexibilität beschleunigt Heilungsprozess
Die Kinesiotapes haben aber auch noch einen anderen Vorteil: „Die bisher überwiegend verwendeten Tapes sind starr“, erklärt Dr. Klingenberg. „Sie geben den Gelenken beispielsweise bei einem Bänderriss zwar Halt, sind aber starr und schränken daher die Beweglichkeit ein.“ Da die Gelenke bereits durch das Tape gestützt werden, entwickeln sich die nicht gebrauchten Muskeln und Bänder nur langsam, sodass der Heilungsprozess deutlich langsamer verläuft. Zudem können Stauungen im Blut- und Lymphsystem auftreten. Das Kinesiotape stabilisiert das Gelenk zwar, dennoch werden die betroffenen Muskeln gefordert und schneller aufgebaut.
Auch bei einer Prellung helfen die Kinesiotapes: „Bei dieser Verletzung kommt es zu einer Schwellung im betroffenen Bereich“, erklärt der Sportmediziner. „Außerdem kann sich das Gewebe entzünden. Das Kinesiotape schmiegt sich eng an die Haut und massiert bei jeder Bewegung die betroffene Stelle. Das beschleunigt den Heilungsverlauf, da der Blut- und Lymphfluss angeregt wird. Zudem klingen Entzündungen schneller ab und Schwellungen gehen stärker zurück“
Vielseitig einsetzbar bei Verletzungen
Die elastischen Tapes können bei vielen verschiedenen Sportverletzungen helfen. Neben Prellungen und Knöchelverletzungen stabilisieren sie auch Schulter und Ellenbogen, lockern Verspannungen im Rücken und Nacken und helfen bei Entzündungen wie beispielsweise beim Tennisarm oder Golferellenbogen. Auch Muskelfaserrisse sollen dank der Kinesiotapes um 50 Prozent schneller heilen. Sofern die Bänder richtig angebracht werden.
Der Vorteil der Bänder ist klar. „Der Schmerz wird gelindert“, sagt Dr. Klingenberg. „Dadurch fällt man weniger stark in eine Schonhaltung und kann so auch Folgeprobleme wie Verspannungen oder Fehlhaltungen vermeiden.“
Die Kinesiotapes helfen aber nicht nur bei akuten Problemen. Man kann sie auch präventiv, beispielsweise vor einem Marathon anlegen, um Krämpfe, Verspannungen, Überlastungen oder Reizungen zu vermeiden.
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