Kindertraining - Organisationsfehler und Lösungen
C. Der Trainer als Star
So talentiert ist keiner!
Mit der Überschrift provoziere ich, aber wer hat es nicht schon erlebt: Der Trainer spielt beim Trainingsspiel in einem Team mit und zeigt was er kann.
Ebenso ist es einem Trainer oft unmöglich, nicht direkt in eine Übung einzugreifen. Er übernimmt den Ball, führt Dribblings aus und schlägt Pässe. Der Trainer hat dann oft die meisten Ballkontakte und die Kinder schauen der Arbeit des Trainers zu, dabei sollte es doch umgekehrt sein. Wer profitiert von solchen Übungsformen?
Noch ein Beispiel: Der Trainer will den Zweikampf schulen, zum Beispiel das Spiel 1 gegen 1. Er übernimmt die Rolle des Verteidigers. Ein Erwachsener tritt gegen ein Kind in einem physischen Duell an. Das Kind steht so stark unter Druck, es wird den Kopf nicht heben und ist chancenlos im Zweikampf. Was soll das Kind dabei lernen?
Trainingsspiel: Hier hat der Trainer nichts zu suchen. Besser eine Mannschaft spielt in Unterzahl oder es gibt einen freien Anspieler, der immer bei der angreifenden Mannschaft mitspielt, als den Trainer als Spielmacher.
Der Coach hält sich aus den Übungsabläufen physisch raus. Für einen korrekten Übungsablauf wird der Trainer als Mitspieler nicht benötigt. Bei großen Problemen wird die Übung kurz gestoppt und der Fehler mit einer kurzen Anweisung beseitigt. Kurz gestoppt? Geht dabei nicht unnötige Aktivität und Zeit verloren? Nein! Nur dann nehmen Kinder die komplexen Anweisungen bewusst auf. Während eine Übung läuft, können nur kleine Korrekturen durch Zuruf ausgeführt werden. Ansonsten lobt der Trainer, oder feuert die Kinder an. Im Idealfall kann ein Kind zur individuellen Fehlerkorrektur kurz aus der Übung genommen werden, wenn die Übung dies zulässt.
Merke: Ein Trainer der mittrainiert, stört den Übungsablauf, die Konzentration und die Entwicklung der Kinder. Es ist besser auf die Durchführung von Übungen zu verzichten, als physisch am Ablauf teilzunehmen.







