Kindertraining - Organisationsfehler und Lösungen
B. Wartezeiten vor und während des Trainings
Warten auf den Ball!
Vor Trainingsbeginn: Für die Kinder beginnt das Training, sobald sie auf dem Fußballplatz ankommen. Der Trainer ist schon da, aber redet mit Eltern, baut sein Training auf oder kümmert sich um andere organisatorische Dinge. Jede Minute, die ohne Bewegung vergeht, ist für die Kinder eine Qual.
Im Training: Wartezeiten im Training entstehen oft durch Fehler in den Punkten c. bis i. und werden dort abgehandelt.
Ein Beispiel möchte ich hier dann doch nennen. Nicht jeder wird davon begeistert sein, weil es häufig anders gelehrt wird:
In der Trainingspraxis der technischen Ausbildung passiert oft ein ganz gravierender Fehler. Es wird ein, besonders begabtes Kind, herausgesucht, das die Übungen vorführt. Der Rest der Kinder langweilt sich und wartet ungeduldig, endlich ausprobieren zu dürfen. So wird die Übung eine kleine Show für das talentierte Kind und es dauert einige Minuten bis es richtig losgeht. Diese Zeit wird verschenkt, weil die "Vorführung" häufig viel zu lange andauern.
Vor Trainingsbeginn: Was passiert, wenn der Trainingsbeginn sich verzögert, oder wie beschäftige ich Kinder, die früher auf dem Platz stehen? Zunächst muss die Aufsichtspflicht gewährleistet sein und kann von einem Elternteil oder dem Co.-Trainer übernommen werden.
Erarbeite einen Aktivitätsplan. Jedes Kind hat einen Ball, schon bevor das Training offiziell beginnt. Dies ist für die Kinder besser, als auf den Trainer mit dem Ballnetz zu warten. Warten ist grundsätzlich schlecht, die Kinder kommen dabei nur auf dumme Ideen. Ich empfehle die Anschaffung eines kleinen Heftes (Vokabelheft?) und eines Stiftes für jedes Kind. In diesem Heft trägt der Trainer kleine Aufgaben ein, die die Kinder vor Trainingsstart erledigen können. Beispiele: - "Hochhalten des Balles mit dem rechten Fuß". Das Kind trägt dann Datum und den besten Versuch ins Heft ein. - "10 x Schuss aus 10 m Entfernung auf ein 2 m breites Tor". Das Kind trägt dann Datum und die Anzahl der erfolgreichen Versuche ein. Haben zwei Kinder diese Aufgabe in ihrem Heft, können sie sich gemeinsam organisieren. Es gibt unzählige Aktivitäten, deshalb ist es sinnvoll, jedem Kind drei bis vier Varianten einzutragen. Das Heft wird dann nach einigen Monaten erweitert und die Inhalte besprochen.
Im Training: "Learning by doing" ist der Grundsatz. Auch bei technischen Übungsteilen können alle Kinder sofort die Bewegungsabläufe imitieren. Wenn überhaupt, reicht ein kurzes "Vormachen". Die Kinder verarbeiten das Geschehen sehr schnell visuell, es sind keine langen Demonstrationen notwendig. Die Korrektur erfolgt dann individuell.
Im Idealfall hat jedes Kind ständig einen Ball zum Spielen, dies kommt ihrem Bewegungsdrang am Nächsten. Wettkämpfe, Dribblings, Drehungen, Sprints, Sprünge und Torschüsse sollen jedem Kind eine Höchstzahl von Ballkontakten ermöglichen. Die individuelle Bewegungsfreiheit ist für die Kinder sehr wichtig, aber auch die Disziplin bei Übungsabläufen.







