Neue Auslegung der Abseitsregel - Warten auf Post von der FIFA

Aktiv – passiv – unpassiv

Für viel Verwirrung sorgt eine Meldung der "Bild"-Zeitung, dass die FIFA an der Abseitsregel Veränderungen vornehmen will. Zwischenzeitlich wird diese Meldung von vielen Online-Medien bestätigt.

Nach den bisherigen Informationen wird das Abseits nicht einfacher, es wird komplizierter. Die Hoffnung vieler Fußballfans auf eine einfachere Regel wird also enttäuscht, wir werden auch zukünftig nach Spielende endlose Diskussionen führen, vielleicht noch mehr als vorher.

Neue Auslegung der Abseitsregel
Foto: © mikele-Fotolia.com

Abseits - kurz und knapp

Die Abseitsregel zu erklären, erübrigt sich für unsere Leser. Für Besucher, die nicht so regelfest sind, sollten folgende, vereinfachte Erklärung ausreichen:

Im Abseits steht, wer sich näher zum Tor des Gegners befindet, als zwei gegnerische Verteidiger (zwei Verteidiger oder ein Verteidiger mit Torwart).

Ist das so, dann steht der Angreifer nur im Abseits und das allein ist noch kein Regelverstoß, solange er nicht mitspielt. Er ist passiv im Spiel und deshalb nennen wir das "passives Abseits". Bekommt er den Ball von einem Mitspieler, wird er "aktiv" und erst dann wird seine Abseitsstellung zu einem Regelverstoß und der Schiedsrichter sollte pfeifen. Die Begriffe "passives" und "aktives" Abseits gibt es so im Regelwerk nicht, sie verdeutlichen nur die Regel bei Erklärungen.

Ganz wild wird es, wenn der Spieler der im Abseits steht, erst auf Umwegen "aktiv" wird, sich dann aber nicht mehr im Abseits befindet, weil zwischenzeitlich eine neue Spielsituation entstanden ist. Dies muss wohl so sein, weil sonst ein Spieler der einmal im Abseits stand, sich für den Rest des Spieles dort befindet ;-)

Wirklich kompliziert ist die Abseitsregel nicht, die Auslegung der Spielsituation ist das Problem und wird es auch zukünftig bleiben.

Fehler der Abwehrspieler werden nicht mehr bestraft

Nach den Informationen die bisher vorliegen, ist bei der Abseitsregel zukünftig folgendes geplant, Focus online nennt das in einer Überschrift "Aktiv – passiv – unpassiv":

Bisher hatten die Verteidiger ein Riesenproblem, wenn sie einen im passiven Abseits postierten Angreifer versehentlich anspielten. Der Angreifer bedankte sich und schoss dann auch oft gleich ein Tor.

Es soll jetzt gelten: Gelangt der Ball vom Abwehrspieler zum gegnerischen Angreifer der im passiven Abseits steht, entsteht ein aktives Abseits, also ein Regelverstoß der zu pfeifen ist. Der auf den Plätzen häufig zu hörenden Ruf: "Der Ball kam doch vom Verteidiger...", hat sich damit fast erledigt.

Aber nur "fast"! Denn der Verteidiger muss den Angreifer bewusst anspielen, aber was ist "bewusst"? Ihr ahnt das schon, dies entscheidet der Schiedsrichter und so haben wir endlich noch eine zusätzliche Diskussionsgrundlage in der Abseitsregel.

Der Sinn dieser neuen Regelauslegung ist wohl, dass ein Spieler der im passiven Abseits steht, nicht von den Fehlern der Abwehrspieler profitieren soll.

Vielleicht dürfen wir uns jetzt auch auf wirklich pfiffige Abwehrspieler freuen, die einen Angreifer, der sich im passiven Abseits befindet, bewusst anspielen und so eine brenzlige Situation lösen.

Nach den vorliegenden Informationen beschäftigt sich Pierluigi Collina (ehemals Weltschiedsrichter, jetzt Schiedsrichter Chef der UEFA) mit der Regel und nächste Woche sollen die deutschen Schiedsrichter auf einem Lehrgang unterrichtet und geschult werden.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Fix ist die Änderung noch nicht und wenn sie kommt, dann werden wir in den nächsten Wochen näheres über die Auslegung erfahren. Momentan interpretieren alle nur was da kommen wird ... wir auch.

Eins steht aber fest: Herbert Fandel (DFB-Schiedsrichter-Boss) wartet auf Post von der FIFA. "Ich warte jeden Tag darauf, bis Ende dieser Woche sollte sie auf jeden Fall beim DFB eingetroffen sein".

Uwe Bluhm

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