Der Muskelfaserriss (2)
Therapie beim Muskelfaserriss
Wie bei vielen anderen Sportverletzungen hilft auch beim Muskelfaserriss die PECH-Methode. PECH steht hier für Pause, Eis, also die betroffene Stelle kühlen, Compression, also Druck auf die Stelle, und Hochlegen, damit die Schwellung nicht zu groß wird. Auch sanfte Massagen helfen beim Muskelfaserriss. Der Muskel muss außerdem geschont werden, wobei eine komplette Ruhigstellung nicht notwendig ist. Eine Operation ist nur bei einem kompletten Muskelriss notwendig. Ob andere Therapieformen wie Reizstrom, Wärmebehandlung oder Sportsalben helfen, ist umstritten. Bei Sportprofis werden zum Teil abenteuerliche Injektionsmischungen verabreicht, die von einfachen Schmerzmitteln über pflanzliche Mittel wie Traumeel bis zu Kälberblutextrakten alles Mögliche enthalten. Für den Breitensportler dessen Sportfähigkeit für ihn oder einen Verein meist nicht mit hohen Geldsummen verbunden ist sollten Injektionen nicht zur Basistherapie gehören. Die Sportpause ist die wesentliche Therapie!
Muskelfaserriss vorbeugen
Wirklich verhindern kann man einen traumatischen Muskelfaserriss nicht. Aber ein gut aufgewärmter Muskel ist widerstandsfähiger gegen Überlastungen. Insofern sollte man sich zunächst gut aufwärmen, bevor man die Muskeln mit einem Sprint belastet. Die Faserrisse treten zudem häufig zwischen 30 und 60 Minuten nach Beginn einer Belastung auf. Falls man die Möglichkeit hat, sollte man starke Belastungen bei zunehmender Ermüdung eher vermeiden. Weiterhin ist ein gut gedehnter Muskel weitaus weniger anfällig für Muskelfaserverletzungen. Neben dem intensiven Aufwärmen und einem gut gedehnten Muskel spielt die Kraft auch eine Rolle. Insbesondere bei vielen Laufsportlern (Leichtathletik, Fußball, etc.) ist die Oberschenkelrückseite muskulär unverhältnissmäßig schwach im Vergleich zu Oberschenkelvorderseite ausgeprägt. Bei zunehmender Ermüdung kommt diese Muskeldysbalance vermehrt zum Tragen und erhöht deutlich das Risiko für eine Muskelfaserverletzung.In der Regel verheilt ein Muskelfaserriss nach vier bis sechs Wochen folgenfrei. Es kommt zwar zu einer lokalen Vernarbung des Gewebes, doch die wird vom Patienten in den meisten Fällen nicht bemerkt.
Christian Riedel
Originalartikel: netzathleten.de
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