Horst Wein redet KLARTEXT

Horst Wein (Quelle: Wikipedia):
1980 wechselte Horst Wein als Ausbilder in den Fußball und erarbeitete ein Trainingsmodell für Kinder und Jugendliche das die Denk- und Spielweise des „Streetsoccers“ berücksichtigte. Seine Werke sind veröffentlicht in deutsch, spanisch, englisch, niederländisch, italienisch, japanisch und russisch. Der weltbekannte amerikanische Sportverlag Human Kinetics bezeichnet Wein als „perhaps the world’s foremost mentor of football coaches“.

Im Coachshop sind einige Medien von Horst Wein erhältlich. Sein bekanntestes Buch ist "Spielintelligenz im Fußball - Kindgemäß trainieren". Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um das erfolgreichste Buch zum Thema "Fußballtraining", welches jemals erschienen ist. Dieses Buch ist ein offzielles Lehrbuch des spanischen Fußballverbandes. Links zu weiteren Veröffentlichungen von Horst Wein findest du am Ende dieses Artikels.

Horst Wein

Permanentes Lernen
Ein muss für jeden Fußballtrainer


Nichts ist beständig mit Ausnahme des Wechsels. Was in unserer schnelllebigen Zeit heute gilt, ist häufig morgen schon veraltet. Alles ist im Fluss. Der Fußball macht da keine Ausnahme.

Der Weg zum Erfolg im Fußball muss ständig neu entdeckt werden. Dieses Suchen nach immer effektiveren Wegen ist ein lebenslanger Prozess. Weil sich das Fußballspiel in einer ständigen Entwicklung befindet, müssen sich auch die Trainer permanent weiterentwickeln - mit oder auch ohne Hilfe eines Mentors. Die Bereitschaft, das eigene Wissen ständig zu aktualisieren und zu erweitern, ist für einen Trainer von großer Bedeutung. Ein Trainer, der glaubt, bereits alles zu wissen, wird zwangsläufig in Rückstand geraten.

Horst Wein

Horst Wein bei einem Seminar für den FC Schalke 04

Eines ist jedenfalls klar: Von den Mitarbeitern und Trainern eines Fußballvereins wird heute mehr denn je verlangt!

Fußballtrainer müssen als ein wichtiges Kapital des Vereinsvermögens gesehen werden, die Möglichkeit erhalten sollten, sich regelmäßig weiterzubilden: In Fortbildungskuässirsen, Tagungen, Kongressen oder speziellen Seminaren. Alle Trainer sollten ihre Trainingsinhalte, ihre Methoden und Konzepte ständig in Frage stellen. Allein dadurch schon vermehrt sich ihr Wissen quasi automatisch. Außerdem wird ihnen auf diese Weise schnell die Notwendigkeit klar, ein Leben lang zu lernen. Nur so wird das „menschliche Kapital eines Fußballklubs“ in der Lage sein, regelmäßig Spieler für die erste Mannschaft auszubilden.


Ein Erfolg am Ende besteht immer aus einer Serie von kleinen, täglichen Erfolgserlebnissen.


Jeder Fußballklub sollte mehrere kreative Trainer haben, die neue Wege gehen. Anstatt die Spieler alles zu lehren, was sie selbst bereits wissen, sollten sie mit interaktiven Lehrmethoden das schlafende Potential jeden einzelnen ihrer Spieler erwecken und stimulieren. Nur so werden sie erreichen,dass ihre Spieler am Ende ihrer Karriere besser Fußballspielen, als es der Trainer auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn tat.


“Im Fußball ist es häufig so wie in der Musik. Um zu überleben, genügt es nicht, immer das gleiche zu tun, sondern du musst dein Wissen und dein Repertoire ständig erweitern und verbessern.”


Die Organisation eines Sieges auf kurze, mittlere und lange Sicht

Was hat die Welt der Wirtschaft mit der des Sports gemeinsam?


In beiden Welten gilt es zu gewinnen
In einem bedeutenden Fußballverein genügt es einfach nicht, die Aufgaben nur gut zu lösen. Es muss besser und origineller geschehen als in den anderen Fußballvereinen.

Der „größte Feind“ ist die Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit
Der erste Schritt zum Sieg für die Beschäftigten im sportlichen Bereich eines Fußballvereins liegt darin, einen (ganz bestimmten) Gegner zu besiegen, ( Und zwar einen Gegner,) der für viele ein größerer „Feind“ ist als das stärkste Team in der Liga: Dieser „Feind“ ist die Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit. Es ist die Erkenntnis, nur über ein beschränktes Wissen über die Optimierung der Leistung der Spieler zu verfügen. Und es ist die ihre geringe Sensibilität und Unruhe hinsichtlich eines lebenslangen Lernens. Auf dem Weg nach oben müssen sich Trainer und Spieler immer fragen, warum die optimale Leistung nocht nicht abgerufen werden konnte. Dies gilt sogar nach einem Sieg. Das größte Hindernis für den Fortschritt ist die Macht der Gewohnheit!

Das größte Hindernis für den Fortschritt der Trainer ist die Macht ihrer Gewohnheit!
Erst dann, wenn sich die Trainer selbst besiegt haben, können alle anderen Hindernisse, die sich ihnen in den Weg gestellt und die Leistung ihrer Spieler limitiert haben, überwunden werden. Häufig wenden Trainer Inhalte und Methoden an, die längst überholt sind. Mangels effektiverer Alternativen werden diese veralteten Methoden nicht zum Wohl der Mannschaft und ihrer Spieler eingesetzt.


Ein Trainer, der immer und immer wieder tut, was er schon vor Jahren getan hat, wird kaum weiterkommen.


Die Notwendigkeit, das ganze Leben zu lernen


Vor 40 Jahren war das Vorbereiten von Spielern und Mannschaften auf Wettspiele für viele Trainer hauptsächlich eine unbezahlte Freizeitbeschäftigung.
Heute aber ……
muss sich der Trainer besonders im Profi-Fußball mit seinen enormen Anforderungen, die der Leistungssport an ihn stellt, den Wissenschaften und ihren Ergebnissen gegenüber aufgeschlossen sein und sie im Training zum Nutzen seiner Mannschaft einsetzen. Dies hält ihn ganz automatisch zu permanentem Lernen an.


“Das Fußballspiel entwickelt sich nicht durch die Organisation von vielen Meisterschaften und Turnieren, sondern durch eine kontinuierliche Entwicklung von orginellen Ideen und Konzepten zur Verbesserung der Ausbildung unserer Spieler.”


… fordert die Gesellschaft immer besser ausgebildete Spezialisten für die Ausbildung der Spieler. Und dies nicht nur im Profi-Fußball, sondern auch bei den Anfängern. Leider werden jedoch immer noch ehemalige Profi-Fußballer den Pädagogen der Sportwissenschaftler als Ausbilder in den Klubs vorgezogen.

… hat sich der Fußball für viele Menschen in verschiedenen Bereichen als wichtiger Arbeitsgeber entwickelt.

… muss ein Verein professionell verwaltet und gemanagt werden.

So wie in allen anderen Berufen, sind auch die Anforderungen an die Profis und die Fußballtrainer ständig gestiegen. Aus diesem Grunde ist es auch erforderlich, dass die Ausbildung unserer Fußballer und Trainer immer professioneller wird. Fußball ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor geworden.

Fußball ist jedoch keine Wissenschaft. Trotzdem müssen die Fortschritte im Feld der Sportbiologie, der Methodik, der Psychologie, der neuen Technologien und der Informatik in den Prozess der Optimierung der Leistung eines Fußballtrainers und Fußballspielers einfließen.

Wissen muss auch angewendet werden
Das Ziel einer modernen und effektiven Ausbildung ist nicht nur die Vermittlung von Wissen und Kenntnissen. Ebenso wichtig ist es, die Fähigkeit zu erlangen, das neugelernte Wissen korrekt anwenden zu können. Was nützt den Trainern und Spielern alles Wissen, das sie sich erarbeitet haben, wenn sie es nicht zu ihrem Vorteil anwenden können? Enorme Fortschritte sind in naher Zukunft besonders in der Ausbildung von Spezialisten für den Kinder- und Jugendfusball zu erwarten, weil es in diesem Bereich,

bedingt durch das geringe öffentliche Interesse, noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Kind- und altersgemäß trainieren
Noch gibt es zu wenig Trainer im Kinder- und Jugendbereich, die das Fußballspiel mit seiner Schwierigkeit und Komplexität der Altersstufe ihrer Spieler perfekt anpassen. Sie vertreten noch die Meinung, dass diese sich dem Fußball anpassen müssen statt umgekehrt. Alle Jugend- und Kindertrainer sollten wissen, wie ein Kind einer bestimmten Altersstufe am besten Fußballspielen lernt. Oder welche Lehrweise sie bei den jungen Talenten anwenden müssen, um die besten Lernerfolge zu erzielen.


“Wer nur etwas vom Fußball versteht, versteht vom Fußball gar nichts”
Cesar Luis Menotti


Trainerfortbildung

Ein guter Kinder- und Jugendtrainer lehrt seine jungen Spieler praktisch gar nichts. Stattdessen hilft er ihnen, im Lern- und Lehrprozess selbst zu entdecken, was er mit den Inhalten seiner Übungen und vereinfachten Spielen beabsichtigt.
Ein guter Trainer versteht es, seine Spieler dauernd zum Denken und Handeln anzuregen und sie mit gezielten Fragen zu stimulieren. Je mehr ein guter Ausbilder weiß, desto weniger gibt er preis! Das höchsterreichbare Ziel eines Jugendtrainers: Seinen Spielern das Gefühl zu geben, dass sie ihren Trainer gar nicht mehr brauchen. Jedenfalls bis zur nächsten Niederlage ...


„Den besten Rat, den ich Kindern auf den Weg geben möchte, ist es, jede freie Minute zum Spielen zu nutzen, anstatt sich von den Erwachsenen in eine Schachtel sperren zu lassen.“
Mikel Jordan


Große Firmen haben seit Jahren erkannt, dass die Fortbildung ihrer Beschäftigten enorm wichtig ist, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ähnlich ist es im Fußball...


„Auch die Technologie, die alle Welt beleckt, hat auf den Fußball sich erstreckt”
frei nach J.W. von Goethe Faust 1


So wie heutzutage die multinationalen Unternehmen einen Teil ihrer finanziellen Überschüsse in die Weiterbildung ihrer Angestellten investieren, so müssten die Fußballklubs ihre Trainer mit wissenschaftlichen Erkenntnissen mehrmals im Jahr konfrontieren. Damit wird ihre Trainingsarbeit erleichtert, ihre Komunikationsfähigkeit verbessert und ihre Arbeit mit ihrer Mannschaft optimiert. Wenn ein Klub eine permanente Fortbildung der Trainer ermöglicht, investiert er in eine hoffungsvollere Zukunft.


Den Fußball von gestern sollten wir respektieren, den Fußball von heute studieren und den Fußball von morgen antizipieren!
Bora Milotinovich


Von Horst Wein sind folgende Publikationen erhältlich:
Heft: Spielintelligenz im Fussball
DVD: Entwicklung der Spielintelligenz im Fußball 1+2
DVD: Spielintelligenz im Fußball 3
Doppel-DVD: Horst Wein - Fußballentwicklungsmodell - 1
Doppel-DVD: Horst Wein - Fußballentwicklungsmodell - 2

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