Nachwuchsfußballer im Terminstress

Viele Kinder würden gerne mehr spielen, aber ihnen fehlt die Zeit

Viele Kinder würden gerne mehr spielen
© DenisNata - Fotolia.com


Glaubt man dem Ergebnis einer repräsentativen Umfrage in Deutschland, dann leidet unser Nachwuchs unter erheblichen Terminstress. Viele Hausaufgaben, Fußballtraining, Musikunterricht und oft noch eine weitere Sportart, lassen den Kindern keine Zeit und mit zunehmenden Alter wird der Stress immer größer.


Am Montag Hausarbeiten und Klavierunterricht, am Dienstag Hausarbeiten, "English for Kids" und Fußballtraining, am Mittwoch Hausarbeiten, Klavierüben und Deutsch-Nachhilfe, am Donnerstag Hausarbeiten, Klavierüben, lernen für den Biologie-Test und Fußballtraining, am Freitag Logopädie-Sprechstunde, "Künstlerisches gestalten für Kinder" und anschließend zu Omas Geburtstag.


Soziales Leben lernen und dabei permanent von Erwachsenen kontrolliert


Früher konnten Kinder zum Spielen einfach vor die Tür gehen, heute ist ihre Zeit im Sinne einer "guten" Erziehung komplett verplant, denn aus dem Kind soll mal was werden.


Der Kindertherapeut Wolfgang Bergmann sagt dazu: "Vor einigen Jahrzehnten konnten Kinder soziales Leben lernen, ohne dabei permanent von Erwachsenen kontrolliert zu werden. Das können sie heute nicht mehr.“ Und das liegt vor allem in der heutigen Leistungsgesellschaft begründet. Eltern möchten für ihr Kind natürlich nur das Beste. Eine möglichst gute Schulausbildung, aber auch Erfahrungen im musischen, sportlichen und kulturellen Bereich. Das Angebot ist riesig, die Möglichkeiten vielfältig. Schon früh brauchen Kinder einen Terminkalender.





Die Kinder beschweren sich


Weit mehr als jedes dritte Kind (39%) im Alter zwischen 6 und 12 Jahren beschwert sich, zu wenig Zeit zum Spielen zu haben. Der Terminkalender dieser Kinder ist einfach zu voll.


Bei den 6- bis 7-Jährigen sind es noch 24,7 %, bei den 8- bis 9-Jährigen 32,7 % und bei den 10- bis 12-Jährigen schon 51,5 %, die sich mehr freie Zeit wünschen.


Auffallend dabei ist, dass die Kinder den Sport nicht als Spiel empfinden, sondern als Pflichtveranstaltung.


Sport ist Spaß


Ein Grund mehr für jeden Kinderfußballtrainer aus dem Fußball das zu machen, was er sein soll: ein Spiel, das nicht zum Lernstress wird, denn sonst werden viele Kinder und Jugendliche weiterhin die Vereine verlassen. Kinder dürfen die sportliche Betätigung nicht als Stress empfinden, denn Sport ist Spaß an der Bewegung und sich dabei im Wettkampf mit Anderen messen.


Oft wird das falsch verstanden, aber der Spaß schließt den Lernerfolg nicht aus, ganz im Gegenteil. Nehmt den Leistungsdruck aus dem Kindersport, der wird schon in der Schule oder beim Musikunterricht genügend aufgebaut. Freuen sich die Kinder aufs Training , auf den Trainer und ihre Teamkameraden, dann werden sie den zeitlichen Aufwand nicht mehr als störend empfinden, sondern als perfekte Freizeitgestaltung.



Quellen:

Eine repräsentative Umfrage des Apothekenmagazins "BABY und Familie", durchgeführt vom Marktforschungsinstitut iconkids & youth bei 725 Kindern im Alter zwischen 6 und 12 Jahren.


familie-kompakt.de


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