Reformen im Kinderfußball

Verkleinerung der Spielfelder - Eine logisch Konsequenz

Der Nachwuchsfußball erfährt in den letzten Jahren immer wieder Reformen, die aus dem Fußball der jungen Jahrgänge das machen, was er sein soll: Kinderfußball.



Welche Kinder spielen Kinderfußball?

Wenn wir über "Kinderfußball" reden, fangen die Probleme schon an. Eine Altersstruktur zum Thema ist nicht definiert und deshalb gehen die Diskussionen, auch im Soccerdrills-Forum Trainertalk.de häufig aneinander vorbei.

Verkleinerung der Spielfelder
© Daniel Goodchild/Shutterstock.com

Hört bei einigen Usern der Kinderfußball bereits nach der F-Jugend (U 9/U 8) auf, zählt bei den Anderen die D-Jugend (U 13/U 12) noch dazu. Missverständnisse im Zusammenhang mit dem DFB-Ausbildungskonzept sind vorprogrammiert.

Deshalb ist es dringend erforderlich, so eine Forderung der FairPlayLiga, dem Kinderfußball einen eigenen Status zu geben. Wir müssen für die Begriffe "Kinderfußball", "Jugendfußball" und "Seniorenfußball" eine deutliche Abgrenzung schaffen. Der Kinderfußball hat mit dem Jugendfußball wenig gemeinsam, ob Spielfeldgröße oder Trainingsinhalte, die Unterschiede sollten deutlicher werden und das beginnt schon bei der Definition.

Das Problem - die Altersklassen

Soccerdrills hat das Schubladen-Ausbildungssystem oft kritisiert, weil das Leistungsvermögen im Kindesalter extrem unterschiedlich ist. Ausbildungsinhalte für einzelne Jahrgänge sind festgelegt und berücksichtigen die verschiedenen Entwicklungsstufen nicht. Viele Fragen bleiben unbeantwortet und führen oft zu riesigen Missverständnissen, insbesondere bei unerfahrenen Trainern.

Ausbildungsinhalte pauschal für einen oder zwei Jahrgänge anzubieten, passen nicht mehr in den heutigen weltweiten Standard, weder im fußballerischen, noch im schulischen Bereich. Die Trainer benötigen Freiräume, um die Ausbildung ihrer Kinder dem Leistungsvermögen anzupassen. Häufig kommt es zur Unter- oder Überforderung, wenn der Coach sich streng an die Vorgaben hält, ähnlich wie in der Schule.

Wie schule ich zum Beispiel Kinder, die erst in der E-Jugend mit dem Fußballspielen beginnen, überspringe ich dann die Ausbildungsvorgabe für die F-Jugend? Wie kompensiere ich die Leistungsunterschiede der Kinder im Trainingsangebot?

Verkleinerung der Spielfelder

Um ein altersgerechtes Fußballspiel zu ermöglichen, wurden in den letzten Jahren die Spielfelder bis zur D-Jugend verkleinert. Dies ist ein Zeichen, dass der Bereich der D-Jugend immer mehr dem Kinderfußball zugeordnet wird.

In der Vergangenheit war es bei D-Jugend Spielen nicht zu übersehen, dass ein Fußballspiel auf Großfeld nicht der körperlichen Entwicklung dieser Altersklasse entsprach.

Das Großfeldspiel verführte viele Trainer dazu, die Kinder viel zu früh an taktische Elemente heranzuführen. Wertvolle Zeit für die Schulung der Kreativität und Technik ging verloren und das im "Goldenen Lernalter".

Durch die Verkleinerung der Spielfelder werden so in der D-Jugend erfolgsorientierte Trainingsinhalte automatisch eingeschränkt. Das kleinere Spielfelder für mehr Ballkontakte sorgen und Spiele offensiver gestalten, ist bekannt. Dadurch kommen auch die körperlich schwachen, aber technisch guten Spieler häufiger zu ihren Erfolgserlebnissen und bleiben dem Fußball erhalten.

Die Argumente der Kleinfeld-Gegner verblassen, wenn man sich die Vorteile in der fußballerischen Entwicklung der Kinder ansieht. Trainerknappheit oder Auf- und Abbau der Spielfelder sind zwar organisatorische Probleme, aber es sind die Probleme der Erwachsenen, die gelöst werden müssen. Sie dürfen nicht wichtige, längst überfällige Reformen im Kinderfußball verhindern.

Falscher Ansatz, richtige Maßnahmen?

Bleibt zu hoffen, dass die Reformen im Kinderfußball wirklich im Ansatz den Kindern geschuldet sind und nicht dem Demografischen Wandel.

Ob Förderprogramme für die Alt-Senioren, dem Mädchen- und Frauenfußball oder die Schulsportinitiative, viele dieser Reformen wurden in den letzten Jahren auf den Weg gebracht, um Mitglieder zu werben. Auch die angedachte Verkleinerung der Spielfelder im Jugend- und Seniorenfußball sind dem Demografischen Wandel geschuldet.

Gehen wir einfach davon aus, dass der Ansatz im Kinderfußball ein Anderer war. Die Maßnahmen sind zwar richtig, aber ein falscher Ansatz kann zu falschen Ergebnissen führen.

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