Fußballtrainer sind Vorbilder

Regeln festlegen, einhalten und Verstöße bestrafen

Betrachten wir die Vorbildfunktion, die ein Trainer unumstritten einnimmt, muss diese Rolle zunächst nach Altersklassen differenziert werden.

Leider gibt es auch hier, wie in der von uns bevorzugten Trainingsmethodik kein Schubladensystem, in die wir die Entwicklungsphasen von Kindern stecken können.

Fußballtrainer sind Vorbilder
©Monkey Business - Fotolia.com

Folgende Richtschnur kann dabei eine Hilfe sein: von den Bambini bis vielleicht zur U12/U13, dies entspricht der D-Jugend, sehen die Kinder den Trainer immer als Vorbild, ohne das er sich besonders anstrengen muss. Die Verantwortung, die ein Trainer aufgrund seiner Vorbildfunktion trägt, ist erheblich und darf nicht unterschätzt werden.

In den älteren Jahrgängen wird das schon deutlich schwieriger, die Jugendlichen wollen überzeugt werden und beginnen, das Trainerverhalten kritischer zu betrachten. Eine starke Persönlichkeit als Trainer ist die beste Voraussetzung, um als "Vorbild" anerkannt zu werden.

Beachte hierzu bitte auch unseren Artikel:

Die Pubertät - Was geht ab?

Wie verhält sich ein "Vorbild"?

Die Vorbildfunktion eines Trainers wird von Vereinen oft unterschätzt. Ein Trainer gehört zu den wichtigsten Kontaktpersonen bei Kindern und Jugendlichen. Deshalb sollte dieser Job nur an verantwortungsbewusste Personen übertragen werden, die den Kids Werte vermitteln können, denn es geht auch um die Entwicklung im zukünftigen gesellschaftlichen Leben.

Jugendspieler wollen mit ihrem Trainer angeben und überall erzählen, wie toll er ist. Oft ist die Trainerperson, gerade in der Pubertät, eine wichtigere Person als die eigenen Eltern, eine Vertrauensperson. Jeder Trainer sollte sich dieser unglaublichen Verantwortung bewusst sein und sie annehmen.

Nehmen wir als Beispiel die schulischen Leistungen. Sinken diese, geht das oft mit einem Fußballverbot der Eltern einher. Es gibt Spieler, die in solchen Momenten den Kontakt und die Hilfe des Trainers suchen. Der Spieler sollte dann vom Trainer auf seine Pflichten aufmerksam gemacht werden, gut wäre es ein dosiertes Training anzubieten, um sich intensiver auf die Schule konzentrieren zu können. Es ist auch durchaus möglich, verbesserte schulische Leistungen mit erweiterter Einsatzzeit auszuloben und dies auch vor dem Team zu erwähnen.

Aber nicht nur schulische Leistungen beeinflussen die Zuverlässigkeit eine Kindes. Kinder und Jugendliche müssen dazu angehalten werden, ihr "privates" Leben so zu organisieren, dass elterliche Maßnahmen nicht der Mannschaft schaden (zum Beispiel: Zimmer aufräumen). Das ist nicht immer einfach und natürlich auch abhängig vom Elternhaus. Jedes Kind weiß, wann es welche elterliche Konsequenz zu erwarten hat und es ist ein Lernprozess, diese Konsequenz zum Wohle der Mannschaft zu verhindern.



Regeln festlegen, akzeptieren und vorleben

In einer Gruppe gibt es feste Regeln, die entweder gewachsen oder festgelegt worden sind.

Grundsätzliche ist dem Team das Rauchen, der Genuss von Alkohol, Gewalt und das Beleidigen anderer Personen zu verbieten. Hinzu kommen die rechtzeitige Abmeldung vom Training oder Spiel, Pünktlichkeit und weitere Werte. Einige Punkte sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben und nicht diskutabel, ob es dem Trainer passt oder nicht. Ein Vorbild hat diese Regeln ebenfalls einzuhalten, insbesondere vor den Kids, sonst verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit. Was nach dem Fußball passiert und ob die Eltern der Kinder diese Regeln beachten, spielt dabei keine Rolle. Es gilt das hier und jetzt und dafür ist der Trainer verantwortlich.

In einer gut funktionierenden Mannschaft ist die Einhaltung der vorgegebenen Regeln kein Problem und Verstöße können in der Gruppe besprochen werden. Oft klären die Kinder dies auch untereinander, wenn sie die Regeln akzeptiert haben.

Strafen als letzte Konsequenz

Strafen sind natürlich möglich (zum Beispiel: eine Woche Balldienst). Solch ein "Strafenkatalog" kann nur gemeinsam mit den Spielern entwickelt werden, denn nur dann werden die Inhalte auch verstanden und angenommen. Wenn ein Kind eine Strafe nicht versteht, verfehlt sie ihr Ziel.

Von Geldstrafen sollte bei Kindern und Jugendlichen abgesehen werden, zu unterschiedlich sind die finanziellen Möglichkeiten. Die Gerichte entscheiden ja auch nach Tagessätzen, die dem Einkommen angepasst sind. Wie soll ein Trainer das gerecht lösen? Er darf es eigentlich auch nicht, der Gesetzgeber lässt für Geldstrafen solcher Art keinen Spielraum.

"Wie man in den Wald hineinruft...", dies gilt auch für jeden Fußballtrainer. Die beste Lösung wäre, keine Sanktionen aussprechen zu müssen. Wenn das gemeinsame Fußballerlebnis eine "Vertrauensbasis" ist, dann hat der Trainer das Optimum erreicht.

Vorbild sein bedeutet Vorleben, eine schwere Aufgabe und in der Theroie einfacher als in der Praxis. Ein Trainer ist aber auch nur ein Mensch und der darf Fehler machen und diese auch zugeben.

Quelle: www.vorbildsein.de

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