Der Fußballtrainer-Frust?

Es ist nie zu spät für Veränderungen

Für jeden Fußballtrainer kommen irgendwann die Tage oder Wochen, wo die Tätigkeit als ehrenamtlicher Trainer belastend ist und man am liebsten alles hinwerfen möchte.

Der Fußballtrainer-Frust
©Olga Dmitrieva - Shutterstock.com

Vom Enthusiasmus beim Start in den Trainerjob ist dann nur noch wenig übrig. Die "Freizeitbeschäftigung" hat sich in eine Richtung entwickelt, die man sich so nicht vorstellen konnte.

Der Unterstützungs- und Familienfrust

Frustauslöser sind oft Probleme mit den Spielereltern, mangelnde Unterstützung vom Verein oder der Druck aus der eigenen Familie, die den Zeitaufwand so nicht mehr hinnehmen will.
Bei Beginn der Tätigkeit wird dies meistens unterschätzt. Die Wochenenden laufen jetzt anders ab, als man es gewohnt ist. Dies war sämtlichen Beteiligten zwar bekannt, aber das es so schlimm wird, nicht wirklich bewusst.

Der Alltagsfrust

Verschärft wir das Ganze durch mangelnde Trainingsbeteiligung, die Pflicht Spieler vom nächsten Spiel auszuschließen, soziale Probleme im Team und die immer wiederkehrenden organisatorischen Aufgaben. Dazu noch muffige Umkleideräume, der Mangel an Trainingshilfsmitteln oder Bällen und wenn es ganz schlecht läuft, eine Niederlagenserie.

Der Spieltagsfrust

Das Ausschlafen an Sams- und Sonntagen fällt oft aus, stattessen gibt es schlechten Kaffee aus Plastikbechern bei klirrender Kälte und wahrscheinlich ist wieder kein Schiedsrichter anwesend. Schlimmstenfalls tritt die gegnerische Mannschaft gar nicht erst an.

Hinzu kommen eigenen Spieler, die erst kurz vor Spielbeginn absagen und die Mannschaft deshalb in Unterzahl spielen muss. Wenn man dann noch dreimal hin- und hergefahren ist, weil wieder nicht genügend Autos zur Verfügung standen, ist das Wochenende im Eimer. Dafür hat man dann am Vorabend eine private Feier früher verlassen und weniger getrunken, verantwortungsbewusst wie ein Fußballtrainer eben ist.

"Durch Mannschaftssport lernt man Sozialkompetenz", leider verstehen viele diese Aussage nicht.

Der Veranstaltungsfrust

Dann kommen die spielfreien Zeiten und jetzt geht es erst richtig los. Turniere, Freizeiten und die damit verbundenen Tätigkeiten stehen an. Wenn wir schon dabei sind, kann der nächste Elternabend und die Weihnachtsfeier gleich mit geplant werden.

Der Wunsch nach einer Trainerfortbildung ist auch da. Dafür kann dann das nächste halbe Jahr herhalten, natürlich die Wochenenden. Manchmal geht dabei auch noch der ein oder andere Urlaubstag drauf.

Wie kommt es zum Trainerfrust?

Diesen Trainerfrust kann man nicht komplett beseitigen, aber man kann ihn kontrollieren, wenn man sich nicht mit sämtlichen Problemen auseinandersetzen muss.

Gerade als Trainer-Newbie meint man, sämtliche Dinge allein erledigen zu müssen. Zunächst ist das alles noch ganz "easy", aber dies ist eine Momentaufnahme, die im Laufe der Zeit der Ernüchterung weicht. Je früher man versucht organisatorische Angelegenheit auf viele Schultern zu verteilen, desto besser. Ein Co-Trainer wäre super und ein oder zwei zuverlässige Helfer aus der Elternschaft, können einem Trainerjob um ein vielfaches erleichtern.

Ist dieser Zeitpunkt verpasst worden, dann wird es deutlich schwieriger, etwas zu verändern. Hat der Frust erstmal eingesetzt, beginnt eine psychische Spirale, die nur schwer zu stoppen ist.

Klare Regeln, klare Worte

Die erste Veranstaltung als Trainer sollte ein Elternabend sein, dort wird unmissverständlich auf organisatorische Maßnahmen hingewiesen. Fahrdienste und die Regeln für Spiel- und Trainingsabsagen von Spielern, all dies muss dort geklärt werden. Diese "Regeln" sollten gut vorbereitet werden, der Trainer hat eine klare Linie und die entsprechenden Lösungen.

Ein Elternabend sollte mindestens einmal vor oder nach der Saison durchgeführt werden. Bei größeren Problemen nicht lange warten, sondern sofort das Gespräch suchen.

In guten an die schlechten Zeiten denken

Du kennst diese Sorgen und Probleme nicht? Dann bist du ein Glückspilz und kannst noch klare Strukturen aufbauen und Regeln vorgeben. In den jungen Jahren ist es noch möglich Spielern Sozialkompetenz zu vermitteln. Eltern unterstützen dich dann noch gerne und gewöhnen sich daran, Aufgaben übernehmen zu müssen.

Handel frühzeitig, dann wirst du es in den älteren Jahrgängen mit diesen Spielern einfacher haben, oder ein Nachfolgetrainer wird es dir danken.

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