Der Fußballtrainer - Erfolg und Misserfolg

Mit Zielen, klaren Strukturen und Konsequenzen zum Erfolg

Als Außenstehender ist es immer wieder interessant die Verhaltensweisen in einer Mannschaft zu beobachten und das nicht nur bei den Profis. Oft kann man schon an kleinen Dingen, wie der Körpersprache, dem Umgang der Spieler untereinander oder mit dem Trainer festmachen, ob es im Team stimmt oder nicht. Antipathie, fehlendes Pflichtbewusstsein oder Mangel an Ehrgeiz können schon in kleinsten Mengen die Leistung einer Mannschaft negativ beeinflussen.

Der Fußballtrainer - Erfolg und Misserfolg
©Hugh O'Neill/Fotolia.com

Nicht jeder Spieler ist wichtig fürs Team

Es ist nicht immer nur das fußballerische Können, welches über den Erfolg entscheidet und deshalb sollte jeder Trainer seine Mannschaft, jeden einzelnen Spieler gut beobachten. Zur Beurteilung eines Spielers gehört nicht nur seine Ballbehandlung, auch sein Charakter und insbesondere seine Teamfähigkeit entscheiden darüber, ob er dem Team wirklich weiterhelfen kann.

Im Amateurfußball wird das häufig unterschätzt .. aber vorsichtig: auch hier ist der Trainer für Erfolg oder Misserfolg verantwortlich und dies ist nicht nur von der Spielstärke seines Teams abhängig.

Wie bei den Profis ist nicht jeder "Star" eine Hilfe auf dem Weg zum Erfolg. Manchmal ist es besser auf Spieler zu verzichten, die ständig für Unruhe im Mannschaftsklima sorgen. Deshalb sollte ein Trainer schnellstens herausfinden, warum sich diese Problemspieler so verhalten und eine Lösung suchen. Oft gibt es Auswege und eine Integration ins Mannschaftsgefüge ist möglich. Geht das nicht und dazu gehört auch etwas Mut, sollte der Trainer zum "entweder ... oder" übergehen. Matthias Nowak beschreibt das in seinem E-Book "Powercoaching" als "Klartext-Kommunikation".

"Mut" deshalb, weil dem betreffenden Spieler deutlich vorgetragen wird, welche Verhaltensweisen unerwünscht sind und in einem bestimmten Zeitraum abgelegt werden müssen. Sich von einem guten Spieler zu trennen, der charakterlich nicht in die Mannschaft passt, kann mit einer Leistungs- und Motivationssteigerung des gesamten Teams einher gehen. Außenstehende, insbesondere die Vereinsführung finden das nicht immer prima, deshalb sollte der Trainer solche Maßnahmen gut erklären können.

Das gilt übrigens auch für den Kinder- und Jugendfußball, nur liegen hier die Hürden wesentlich höher. Ein Kind oder ein Jugendlicher kann das Mannschafsgefüge durch schlechtes Sozialverhalten sprengen und hier ist, nach ausgiebigen Gesprächen mit dem Spieler und auch den Eltern irgendwann der Zeitpunkt gekommen, wo es nicht mehr geht.

Wer ist Schuld bei sportlichen Misserfolgen?

Na klar, es ist der Trainer, denn er trägt die Verantwortung. Das "Spielermaterial" das ihm zur Verfügung steht ist dabei erstmal unbedeutend. Er hat für eine Leistungssteigerung zu sorgen und klappt das nicht, ist er der Schuldige.

Um dem vorzubeugen, sollte der Trainer sich einige Fragen stellen, bevor er ein Team übernimmt. Die fußballerischen Fähigkeiten des Teams sind wichtig, denn damit fällt bereits die Entscheidung ob es Sinn macht, eine Mannschaft in einer bestimmten Spielklasse zu übernehmen. Menschlich sollte es zwischen Trainer und Team stimmen, denn dies ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft.

  • Was will ich als Trainer erreichen, welche Ziele habe ich?
  • Kann ich die Ziele mit den zur Verfüg stehenden Spielern erreichen?
  • Sind meine Ziele auch die der Mannschaft, des Vereins und des Umfeldes?
  • Wie reagieren die beteiligten Personen, wenn meine Ziel nicht ihre sind?
  • Wie würde das Team und das Umfeld reagieren, wenn ich die Ziele nicht erreiche?
  • Kann ich über Zielkorrekturen allein entscheiden?

Diese Fragen sollte sich ein Fußballtrainer immer wieder stellen, auch wenn er ein Team bereits übernommen hat oder schon viele Jahre trainiert. Fallen die Antworten nicht mehr wunschgemäß aus, muss dringend gehandelt werden, bevor es zu spät ist.

Es geht um klare Strukturen, die dem Trainer die Sicherheit geben vernünftig zu arbeiten. Im Amateurbereich geben gute Strukturen dem Trainer zusätzliche Sicherheit und Akzeptanz und er kann Fragen wie..

  • Warum spiele ich nicht?
  • Warum spielen wir dieses System?
  • Wieso darf ich nicht auf einer anderen Position spielen?

.. beantworten, ohne das noch viele anderen Personen ihre Meinung dazu abgeben.

Misserfolg schafft Emotionen

Die neue Trainergeneration
©Soccerdrills.de

Läuft alles, ist alles gut. Stellt sich Misserfolg ein und/oder werden gemeinsame Ziele nicht erreicht, muss der Trainer sofort gegensteuern.

Schnell wird seine Autorität untergraben, erst hinter seinem Rücken und dann mit offenem Visier. Der Trainerfrust kommt und nicht selten gibt er seinen Trainerjob auf.

Auf Dauer kann niemand Misserfolg kompensieren und irgendwann heißt es "der Trainer erreicht die Mannschaft nicht mehr".

Niemand wird auf die Idee kommen, die Mannschaft auszuwechseln, da gibt es keinen Unterschied zwischen Amateur- und Profifußball. Die Spieler wissen das und nicht selten sorgen sie mit ihrem Verhalten dafür, dass der Trainer gehen muss. Es kommt ja ein "Neuer" und dann kann man seine Verhaltensweise immer noch rechtzeitig ändern.

Deshalb liebe Trainer, achtet auf die Chemie zwischen euch und euren Teams, nur dann kann eine gemeinsame Entwicklung funktionieren. Ein emotionaler Trainer wird mit vielen Schlaftabletten im Team auf Dauer scheitern und Spieler die andere Ziele haben als ihr Coach, sind irgendwann komplett unzufrieden.

Die richtige Mischung macht es und daran muss kontinuierlich gearbeitet werden. Zufriedenheit ist Stillstand, deshalb ist der Trainer ständig gefordert Ziele, klare Strukturen und Konsequenzen umzusetzen und einzufordern.

Uwe Bluhm

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