Der Fußballtrainer, ein verständiger und umsichtiger Mensch!

Hast du alles unter Kontrolle?

Das Haftungsrisiko bei der Beaufsichtigung von Kindern und Jugendlichen ist immer wieder ein Thema für Fußballtrainer. Kaum jemand weiß genau, welche Risiken bestehen oder inwieweit der Verein Haftungsschäden übernehmen muss und kann.

Der Fußballtrainer, ein verständiger und umsichtiger Mensch!
© fotomek/Fotolia.com

Wir wollen aber auch nicht übertreiben, denn: ein rechtliches Risiko gibt es in allen Lebensbereichen, ob als Eltern, Autofahrer oder im Berufsleben, überall besteht die Sorgfaltspflicht. Der Fußballtrainer ist deshalb nicht übermäßig gefährdet, sollte sich seiner Verantwortung aber bewusst sein und sich über seine Pflichten informieren.

Wir können und dürfen hier keine Rechtsberatung übernehmen, aber pauschal auf Dinge aufmerksam machen, über die jeder Trainer einmal nachdenken sollte. Für konkrete und rechtssichere Auskünfte frage bitte einen Rechtsanwalt.

Die Rechtsprechung sorgt nicht für Sicherheit, denn In den letzten Jahren wurden die Haftung der ehrenamtlichen Trainer (Übungsleiter) immer weiter ausgebaut, Schmerzensgeldzahlungen oder Vorstrafen von und für die betreffenden Trainer waren die Folge.

Man kann nicht sämtliche Risiken ausschalten, aber seine Verhaltensweisen so anpassen, dass man sie minimieren kann.

Der Verein haftet nicht immer

Fußballtrainer sind sogenannte Verrichtungsgehilfen des Vereins. Deshalb muss der Verein sich davon überzeugen, dass die Trainer wissen was sie machen und die Grundsätze der Aufsichtspflicht einhalten und entsprechende Sorgfaltsplichten bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen beachten. Neben dem Verein haftet aber auch grundsätzlich der Trainer, denn er ist der Leiter bei Wettkämpfen, Trainings und anderen Veranstaltungen.

Er sollte dafür sorgen, dass seine Aktivitäten mit dem Team auch abgesicherte Vereinsveranstaltungen sind und der Verein sollte grundsätzlich darüber informiert sein, welche Veranstaltungen in seinem Namen durchgeführt werden. Als Beispiel seien genannt: Ausflüge oder besondere Trainingsmaßnahmen, wie das Hallentraining. Beim Hallentraining sollte zum Beispiel die Halle vom Verein angemietet sein. Organisiert der Trainer selbst Hallenzeiten , muss der Verein darüber informiert werden.

Der Hinweis auf Gefahren reicht nicht aus

Im Zusammenhang mit der Gefahrenabwendung, sollte der Trainer Gefahrenquellen erkennen und sichern. Nicht jede Gefahr kann dabei komplett ausgeschlossen werden, es müssen aber alle Vorkehrungen getroffen werden, die ein verständiger und umsichtiger Mensch für notwendig hält und zu diesen Menschen sollte jeder Trainer gehören. Dies ist der Grundsatz und nicht besonders konkret, aber er schließt vielleicht 99 % der Haftungsrisiken aus.

Beispielhaft nennen wir hierzu den sicheren Einsatz von Geräten in der Halle und die Torsicherung auf dem Feld.

Kinder und Jugendliche halten sich nicht immer an Verbote

Allein dies reicht aber nicht. Auch Geräte oder Gegenstände die gar nicht eingesetzt werden, müssen gesichert werden und es muss dazu klare Anweisungen geben. Toben im Geräteraum ist grundsätzlich zu verbieten, aber nicht einmal das reicht aus: als Trainer sollte dir klar sein, dass Kinder und Jugendliche sich nicht immer an Verbote halten und deshalb muss die Einhaltung ständig überwacht werden.

Damit haben wir einen Teil des Haftungsrisikos angeschnitten, aber das große Feld der Aufsichtspflicht ist noch gar nicht erfasst.

Die Aufsichtspflicht für ihre Kinder haben die Eltern. Sie können diese Pflicht auf andere Personen übertragen, was nicht schriftlich erfolgen muss. Bereits durch die Anmeldung im Verein und die gewollte Teilnahme des Kindes am Training und Spielbetrieb, wird die Aufsichtspflicht übergeben. Beachte aber, es gibt Ausnahmen und bei besonderen Veranstaltung (z.B.: Ausflüge) ist unbedingt eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern erforderlich.

Wann die Übertragung der Aufsichtspflicht beginnt und wann sie endet?

Dazu muss beiden Seiten klar sein, wann die Übertragung der Aufsichtspflicht beginnt und wann sie endet. Um dies den Eltern zu verdeutlichen, könnte ein Formular helfen, in dem dies genau beschrieben wird.

Die Aufsichtspflicht beginnt mit dem Betreten der Sportanlage und endet, wenn die Kinder und Jugendlichen die Anlage wieder verlassen haben. Es ist also nicht der Trainingsbeginn oder das Trainingsende entscheidend. Der Trainer muss schlüssig die Aufsichtspflicht wieder an die Eltern übergeben und er darf nicht das Gelände verlassen, wenn ein Kind verspätet abgeholt wird. Sämtliche Schutzmaßnahem sind dabei zu beachten. Tritt ein Kind allein den Heimweg an, muss das mit den Eltern abgesprochen sein.

Futsal

Spielintelligenz-im-Fussball

Fussball - modernes Nachwuchstraining

Hast du alles unter Kontrolle?

Der Kinder- und Jugendtrainer sollte zu jeder Zeit wissen, wo sich die Kinder- und Jugendlichen befinden und was sie für Aktivitäten entwickeln. Gerade jüngere Jahrgänge können Gefahren oft nicht richtig einschätzen und deshalb muss der Trainer diese erklären und darauf hinweisen. Eine Aufzählung von möglichen Gefahrenquellen ist unmöglich, sie sind von Ort zu Ort viel zu unterschiedlich, womit wir wieder beim vernünftigen und umsichtigen Menschen sind.

Insgesamt bedeutet dies, die Kinder und Jugendlichen ständig unter Kontrolle zu haben. Die Aufsichtspflicht darf nicht aufgegeben werden. Sind die Kinder beim Training angekommen und es fällt aus, sind die Eltern davon umgehend zu unterrichten.

Ein Kind nach Hause zu schicken, weil es sich im Training nicht ordnungsgemäß verhält oder beteiligt, geht nicht.
Falls ein Aufgeben der Aufsichtspflicht unumgänglich ist (z.B.: Verletzung eines Kindes , etwas aus dem Auto holen), muss der Trainer sicherstellen, dass sämtliche gefährliche Aktivitäten gestoppt werden und ein älteres Kind mit der Aufsicht beauftragen. Bei längeren Abwesenheit ist schnellstens ein Erwachsener heranzuziehen, der die Aufsicht übernimmt.

Haftungsausschluss des Fußballtrainers und des Vereins

Ein kompletter Haftungsausschluss des Fußballtrainers und des Vereins ist nicht möglich. Würde man dies in der Vereinssatzung verankern, hätte es rechtlich kaum Bedeutung und welche Eltern würden ihr Kind unter diesen Voraussetzungen einem Verein überlassen?

Es gilt der Grundsatz der "Gefahrenabwehr" für die Kinder und Jugendlichen. Dabei ist dann noch die reife und das Alter zu berücksichtigen. Keine leichte Aufgabe für den Fußballtrainer, aber es ist möglich das Risiko einzugrenzen.

Wer sich intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, sollte sich Rechtsberatung einholen und wer sich über die Absicherung durch die private oder die eventuell vom Verein abgeschlossene Haftpflichtversicherung informiere möchte, sollte die Möglichkeit nutzen, beim Verein oder beim Versicherungsträger nachfragen.

Uwe Bluhm

Quelle: VereinsBrief

Falls dir der Magazin-Artikel gefällt, kannst du ihn hier weiterempfehlen:
  • Fußballtraining Facebook
  • Twitter
  • Google Plus Fußballtraining
  • Fußballtraining RSS-Feed
  • Youtube Soccerdrills
  • Fußballtraining-News

Fußballtraining-Tipps * Modernes Fußballtraining im Verein

Der Traineralltag erfordert ständige, gezielte Trainingsplanung für jede Altersklasse. Im Buch findet jeder C-Junioren-Trainer schnell, unkompliziert, maßgeschneidert und praktikabel die entsprechenden Inhalte.


46 Trainings- und Spielformen, mit Tipps zum Aufbau, wichtigen Hinweisen zur Übungsorganisation und Trainingsschwerpunktübersicht, sorgen für altersgerechte Trainingsinhalte. Zusätzlich gibt es noch viele weitere, wichtige Informationen für Trainer von C-Junioren.

Fußballtraining Special
Fußballtraining Special 07. Positionstraining 2. Mittelfeldspieler und zentrale Angreifer
Positionstraining 2

Mit rund 130 erläuternden Spielfeldabbildungen und rund 70 Fotos

Fußballtraining Special 7, der zweite Band zum Positionstraining, beschäftigt sich mit den Offensiv-Positionen. Die wichtigsten Positionstechniken lassen sich durch genaue Analysen der Spielsituationen aus dem Spiel selbst ableiten. Der Band zeigt Lösungsmöglichkeiten auf und schult diese in spielnahen Trainingsformen. 

Kernkompetenzen einer neuen Trainergeneration
Powercoaching - Die Kernkompetenzen einer neuen Trainergeneration

Ein E-Book der Spitzenklasse - exklusiv nur hier

Ein Fußballtrainer muss vieles können: Das Team führen, motivieren und er muss Visionen haben. Die neue Trainergeneration hat noch viele zusätzliche Kernkompetenzen und andere sind weggefallen, denn sie gehören in die Mottenkiste der Traineraufgaben.


Folge dem Link und lese die dir die weiteren Inhalte dieses E-Books durch, einen Link zu einer Leseprobe findest du dort auch. Informiere dich über die Kernkompetenzen der modernen Trainer.

Fussball Fibel
Fußball-Fibel für Fußballtrainer

Handliches Format, aus wasser- und kratzfesten Material!

Sämtliche Grafiken in diesem Buch sind sofort verständlich und etwas ganz Besonderes. Der Autor Christian Arentz hat bei der Konzeption darauf geachtet, dass sein Buch auch direkt auf dem Trainingsplatz als Nachschlagewerk genutzt werden kann.


Bei der Auswahl der vielen Übungs- und Spielformen wurde bewusst auf den Einsatz von aufwendigen Hilfsmitteln verzichtet.


Folge dem Link und informiere dich ausführlich ... es lohnt sich.