Werteverfall oder taktisches Mittel?

Teste deine Einstellung zum Fairplay im Fußball

In einer kleinen Studie aus dem Jahr 2008 kam die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu interessanten Ergebnissen.

Bewusst wurde untersucht ob das Fairplay-Verhalten von Fußballern kontrolliert durch das Streben des Menschen nach Gerechtigkeit beeinflusst wird.

Dabei wurde zwischen der Bereitschaft zum Foulspiel und dem Einsatz von taktischen Regelverstößen unterschieden.

Werteverfall oder taktisches Mittel?
© drx-Fotolia.com

Die in den letzten Jahren umgesetzten öffentlichkeitswirksamen Kampagnen zum Thema Fairplay (z.B.: Fair geht vor) deuten es ja schon an: der Volkssport Fußball ist aggressiver geworden und das nicht nur bei den Zuschauern, auch auf dem Rasen nimmt die Brutalität immer weiter zu.

Dabei können wir ganz bewusst den Profifußball ausklammern, denn das ist eine andere Welt. Stark ansteigend werden Im Amateurfußball Schwalben, Notbremsen und bösartige Fouls registriert. Dort wo der Fußball eigentlich Spaß machen sollte und als Ausgleich zum Alltag dient, werden Schiedsrichter beleidigt, gegnerische Spieler beschimpft und auch schon mal die Trainer verprügelt.

Mit zunehmenden Alter nimmt die Bedeutung des Fairplays ab

So zeigten bereits 1996 Gabler und Mohr auf, dass die Bedeutung des Fairplays mit zunehmenden Alter und Wettkampforientierung rapide abnimmt.

Für viele Spieler und Fußballtrainer hat der Begriff "Fairness" einen hohen Stellenwert. Sie suchen den Erfolg unter Einhaltung des Fairplays. Dann gibt es aber auch noch die Spieler, die jede Gelegenheit ausnutzen, um zum eigenen Vorteil die Regeln zu brechen. Unfaire Tricks und übermäßig harter Einsatz gehören zur fußballerischen Taktik.

In den letzten Jahrzehnten scheint sich das Fairplay-Verständnis jedoch stark verändert zu haben. Fouls die einen gewissen Punkt nicht überschreiten, werden zwischenzeitlich toleriert und von Fußballtrainern sogar gefordert. Wo dieser "gewisse Punkt" angesiedelt wird, ist dabei völlig individuell. Unbestritten ist aber, dass taktische Fouls, Notbremsen oder Zeitspiel zwischenzeitlich ein allgemeingültiges Mittel sind, um ein Fußballspiel zu gewinnen.

Das "faire Foul" gehört heute zum Repertoire vieler Spieler und wird entsprechend als gute Leistung anerkannt, es darf nur niemand verletzt werden.

Das inoffizielle Regelwerk - Bloß nicht erwischen lassen

Neben dem offiziellen Regeln gibt es also ein inoffizielles Regelwerk, das zwar nicht regelkonform ist, aber zum Fußball dazugehört.

Die Uni Halle-Wittenberg unterscheidet aber noch weiter. Der formelle Fairness (Einhaltung der Regeln) steht die informelle Fairness gegenüber. Diese beinhaltet die Achtung gegenüber dem Gegner und dem Schiedsrichter. Dies sind faire Gesten, wie das Gratulieren zum Sieg nach dem Spiel oder sich bei einem gefoulten Spieler zu entschuldigen.

Der Mensch strebt nach Gerechtigkeit und viele Dinge in seinem Leben sind darauf aufgebaut. Fühlt er sich ungerecht behandelt, wird dieser Gerechtigkeitssinn beschädigt und es kann zu unfairen Handlungen kommen. Brutale Gegenspieler oder vermeintlich falsche Schiedsrichterentscheidungen lassen ein Fußballspiel dann schnell eskalieren.

Meine Schwalbe war erfolgreich, die des Gegenspielers unsportlich

Jeder der sich darüber aufregt sollte bedenken, dass er im Spiel vielleicht schon mehrfach versucht hat die Regeln zu brechen und nur nicht erwischt worden ist. So regen sich häufig Spieler über Schwalben der Gegenspieler auf, die einige Minuten vorher selbst durch ein "faires Foul" die Regeln gebrochen haben.

Gibt es für dich das "Faire Foul" und wo ist die Grenze?

Beantworte die folgenden Fragen ehrlich mit "ja" oder "nein". Alles unfair, aber legitim?

1. Versteckte Fouls gehören im Fußball dazu

2. Manchmal muss man auch am Trikot des Gegenspielers ziehen, um sich Vorteile zu verschaffen

3. Taktische Fouls sind ein Mittel und jeder Spieler sollte entsprechend handeln

4. Für mich gehört Schummeln einfach zum Fußballspiel

5. Im Eifer des Gefechts kann es passieren, dass ein Spieler getreten wird, wenn der Schiedsrichter es nicht sieht

6. Im gegnerischen Strafraum sollten meine Spieler sich fallen lassen, wenn die Situation das hergibt

7. Wird einer meiner Spieler brutal gefoult, kann ich es verstehen, wenn er sich revanchiert

8. Den Gegner zu provozieren kann Vorteile bringen und gehört zum Spiel dazu

9. Wenn ein Spieler vor dem gegnerischen Tor nicht mehr an den Ball kommt, soll er die Hand zur Hilfe nehmen, vielleicht sieht es der Schiedsrichter ja nicht

10. Meine Spieler müssen bereit sein in bestimmten Situationen ein Foulspiel zu begehen

Quelle: Uni Halle (PDF)

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