Wenn wir diese Chance nicht nutzen, welche dann?
Frauenfußball-WM 2011 - Der Countdown läuft
Bald ist es soweit: ab 26. Juni 2011 rollt der Frauen-WM-Ball in Dresden, Bochum, Frankfurt/Main, Leverkusen, Augsburg, Mönchengladbach, Wolfsburg, Berlin und Sinsheim. Die Stadien werden voll sein,
die Organisatoren werden dafür sorgen. Das Fernsehen wird die Spiele übertragen und beim DFB werden sämtliche Ressourcen für dieses Ereignis bereits jetzt gebunden. Richtig Perfekt wird es, wenn die Frauen es schaffen in Deutschland eine Fußball-Euphorie auszulösen. Nicht die von 2006, sondern eine Frauenfußball-Euphorie. Keine billige Kopie von den Männern, sondern etwas Eigenes. Wie das aussehen könnte, kann niemand genau einschätzen. Die Deutschen Fans sind immer wieder für eine Überraschung gut, warum nicht auch 2011? Von den insgesamt 700.000 Tickets sind bereits ca. 250.000 verkauft.
Steffi Jones, die Organisationschefin des Organisationskomitees:
"Wenn wir diese Chance nicht nutzen, welche denn dann?"
Der Frauenfußball ist immer noch eine Entwicklungssportart, auch in Deutschland. Die wohl stärksten Teams sind neben Deutschland die Mannschaften aus Brasilien und den USA. China verpasste überraschend erstmals die Qualifikation für die Weltmeisterschaft, sie verloren gegen Japan. Danach klafft eine Lücke und es folgen einige Teams die auf einem guten Weg sind, diese zu schließen.
Das der Frauenfußball von weltweiter Anerkennung noch weit entfernt ist, musste Steffi Jones auf ihrer Werbetour bei der Männer-WM in Südafrika ernüchternd feststellen. Gerade in Afrika ist der Frauenfußball nur eine Randsportart und wird oft nur geduldet. Das überragende afrikanische Team bei den Frauen kommt aus Nigeria. Diese Überlegenheit schafft viele Probleme. Bei einem WM-Teilnehmer-Feld von 16 Mannschaften (ab 2015 = 24) qualifizieren sich nur zwei Teams aus Afrika. Damit ist es für die meisten Regierungen und für die Sponsoren uninteressant, Zeit und Geld in die Frauen zu investieren. Ähnlich sieht es in Asien und Südamerika aus.
Erinnern wir uns an das 11:0 der Deutschen Frauen im WM-Eröffnungsspiel 2007 gegen Argentinien. Solche Spiele helfen dem Frauenfußball nicht weiter und machen deutlich, dass die Leistungsdichte fehlt. Die Aufstockung von 16 auf 24 Teilnehmern ab 2015 ist sinnvoll, um mehr Ländern die Möglichkeit zu geben, sich zu qualifizieren. Ob die zu erwartenden, deutlichen Leistungsunterschiede dem Ansehen des Frauenfußballs helfen, bleibt abzuwarten.
Zurück zum Sommermärchen der Frauen und den Chancen, die sich daraus ergeben. Das Deutsche Team steht gewaltig unter Druck. Jeder erwartet den Titel, denn anders als bei den Herren, haben die Frauen in den letzten Jahren viele Pokale nach Deutschland geholt.
Hoffen wir, dass alles funktioniert, damit der Wunsch von Steffi Jones in Erfüllung geht: Die Fußball spielenden Mädchen in Deutschland sollen sich mit Birgit Prinz identifizieren und nicht mit Michael Ballack.
Weltmeisterschaften im Überblick
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| Jahr | Weltmeister | Vizeweltmeister |
| 1991 | USA | Norwegen |
| 1995 | Norwegen | Deutschland |
| 1999 | USA | China |
| 2003 | Deutschland | Schweden |
| 2007 | Deutschland | Brasilien |








