Fairplay? Ist doch klar, oder? (2)
3. Stars als Vorbilder
Die Profis sollen Vorbilder für die Kinder sein. Wie sie diese Vorbildfunktion leben, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Die Verhaltensweise von Fußballstars puscht im Jugendbereich immer mehr die Rücksichtslosigkeit im Fußballspiel. Häufig wird aber auch von Eltern und von Trainern die Hektik ins Spiel übertragen. Falscher Ehrgeiz, auch dies sind Beobachtungen, lassen Kinder auf dem Feld weinen, die eigentlich lachen sollten.
Erinnern wir uns noch mal an die WM 2002, als Ballack im Halbfinale ein "taktisches" Foul ausführte und dafür die gelbe Karte sah. Niemand machte ihm das zum Vorwurf, im Gegenteil: Er wurde zum Helden. Verantwortung hat er mit diesem Foul übernommen, zum Wohle des deutschen Fußballs.
Der Türke Özalan erhielt bei der EM 1996 den Fairplay-Preis. Er hinderte einen kroatischen Spieler nicht beim Durchbruch zum Tor durch eine Notbremse. Diese Szene führte zum Siegtreffer für die Kroaten. In seiner Heimat wurde Özalan dafür massiv beleidigt.
Dann war da noch die WM 1986. Argentinien gegen England. Maradona erzielt das 1:0 deutlich mit der Hand. Auf Nachfrage der Journalisten nach dem Spiel, sagte Maradona über das Tor: "Es war ein bisschen die Hand Gottes und ein bisschen Maradonas Kopf". Erst im Jahr 2005 gab Maradona zu, den Ball wirklich mit der Hand gespielt zu haben.
Der Hinweis "Hand Gottes" steht immer noch auf den Fußballschuhen der argentinischen Nationalspieler. In Argentinien vergöttert man diesen Torerfolg als genialen Schachzug Maradonas. Ist dieser Betrug eigentlich jemals bestraft worden? Diese Schuhe gibt es übrigens auch für Kinder (pädagogisch wertvoll).
Deutlich zum Thema Fairplay äußerte sich Paul Breitner: "Denn eines ist klar, und das gilt für Schüler genauso wie für Profis: Bevor ich dem Gegner erlaube, ein Tor zu schießen, muss ich ihn mit allen Mitteln daran hindern - und wenn ich das nicht mit fairen Mitteln tun kann, dann muss ich es eben mit einem Foul tun. Lieber einen Freistoß als ein Tor. Wer das nicht zugibt, der lügt sich was vor - oder er ist kein Fußballer".
Der Erfolg steht im Vordergrund und, solange hier kein Umdenken stattfindet, wird der Fairplay-Gedanke weiterhin ein Schattendasein führen. Dies gilt auch, oder gerade, für den Kinderfußball. Selbst Jürgen Klinsmann ließ sich, mit Blick aufs Fairplay, zu folgenden Sätzen hinreißen (Zitat): "Manche Eltern und Trainer führen sich auf wie Zombies. Viele Spieler sind dadurch bereits mit 14 oder 15 verheizt. Bis zum 18. Lebensjahr verlassen dann rund 60% der Jugendlichen die Fußballvereine. Bereits achtjährige Kinder werden einem Druck ausgesetzt, der nicht kindgemäß ist. Diese Kinder sind später nicht in der Lage ihr Potenzial zu erreichen".
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4. Was können Jugendtrainer tun?
Der Kinder- und Jugendtrainer hat den größten Einfluss auf sein Team. Ist beim Trainer der Fairplay-Gedanke stark ausgeprägt, werden auch die Spieler in ähnlicher Weise handeln und zwar auf dem Feld, vor dem Spiel und nach dem Spiel.
Hierzu gehört aber auch eine gute und konsequente Ausbildung von Trainern und damit ist nicht nur der Umgang mit dem Ball gemeint. Es gibt keine andere Sportart, in der die Trainerausbildung so schlecht ist wie beim Fußball, auch dies haben Studien bewiesen. Der DFB muss unbedingt handeln.
Viel wird vom Kinder- und Jugendtrainer verlangt, aber er wird kaum gefördert oder bei seiner Arbeit unterstützt. Es ist ein Wunder, dass es so viele gibt, die sich der Aufgabe als Fußballtrainer widmen und dazu noch als Freizeitbeschäftigung.
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5. Fragen, die Du für Dich beantworten solltest
Wo ist für Dich die Grenze zwischen Fairplay und Siegeswillen?
Gibt es das "Faire Foul"?
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