Fair Play: Saarbrückens Frauen machen es richtig, Rothenfeldes Männer falsch

Fair Play geht über die bloße Einhaltung von Regeln hinaus

Der Frauenfußball-Zweitligist 1. FC Saarbrücken hat sein letztes Heimspiel der Saison mit einer ungewöhnlichen Fair-Play-Geste beendet. Nachdem sich eine Spielerin des 1. FFC 08 Niederkirchen schwer verletzt hatte und nicht mehr auflaufen konnte, führten die Saarländerinnen die Partie freiwillig zu zehnt fort.

Der respektvolle Umgang mit Mitspielern
© drx/Fotolia.com

Vorbildlich: Saarbrücken beweist Fairness

21. Spieltag der 2. Frauen-Bundesliga Süd: Der 1. FFC 08 Niederkirchen war beim 1. FC Saarbrücken zu Gast. Die Niederkirchener Mittelfeldspielerin Solveig Ruhfaß stürzte auf den Kopf und wurde kurzzeitig bewusstlos. Mit einem Notarztwagen wurde sie in eine Klinik gebracht.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste jedoch bereits dreimal gewechselt, sodass die Partie zu zehnt fortgesetzt werden musste. Aus Solidarität entschied sich das Team vom 1. FC Saarbrücken für eine ungewöhnliche Fair-Play-Geste: Sie verzichteten ebenfalls auf eine Spielerin.

Niederkirchens Trainer Goran Barisic sagte dazu auf DFB.de: „Eine faire Geste meines Kollegen, den ich als Sportsmann sehr schätze.“ Das Team von FCS-Trainer Winfried Klein gewann das Spiel dennoch mit 9:2, was angesichts der vorbildlichen Aktion etwas in den Hintergrund rückte. Hinter Sand und Köln belegt Saarbrücken Platz drei in der Tabelle. Niederkirchen ist, punktgleich mit Bochum, auf dem siebten Platz (Wissenswertes über Spiele, Mannschaften und Vereine gibt es auf der Informationsplattform www.sportbuzzer.de).

SV Bad Rothenfelde tritt Fair-Play-Gedanken mit Füßen

Dass Fair Play keinesfalls immer ernstgenommen wird, zeigten die Herren des SV Bad Rothenfelde im Landesligaspiel gegen den FC Schüttdorf 09:

Bis zur 89. Spielminute führte Gastgeber Schüttdorf nach einem Treffer von Diyar Acar. Weil ein Mitspieler, der Innenverteidiger Jan-Patrick Frenkel, sich verletzt hatte, schoss Torhüter Malte Möring auf Höhe des Schüttdorfer Strafraums den Ball ins Seitenaus.

Anstatt den Ball anschließend zurückzuspielen, holten die Bad Rothenfelder mit dem Einwurf direkt zum Gegenangriff aus, in dem Stürmer Patrick Fiß das Ausgleichstor schoss. Doch damit nicht genug: Die Unordnung im Team der Schüttdorfer nach den wütenden Protesten im Zuge des Ausgleichs nutzten die Gäste für ein weiteres Tor und siegten schließlich 2:1.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Der respektvolle Umgang mit Mitspielern, Gegenspielern, Schiedsrichtern und Zuschauern: Fair Play geht über die bloße Einhaltung von Regeln hinaus und ist im Sport unverzichtbar. Die Frauen des 1. FC Saarbrücken gehen hier mit gutem Beispiel voran.

Selbstverständlich ist der Ehrgeiz bei Sportlern hoch und der Erfolg steht dabei im Vordergrund, dennoch sollten bestimmte Fairness-Aspekte berücksichtigt werden. Gerade bei Profisportlern, die in der Öffentlichkeit stehen und für viele junge Menschen ein Vorbild darstellen, sollte auf Fair-Play geachtet werden.

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