Gibt es den perfekten Elfmeter?
Gibt es den perfekten Elfmeter?
Ein Patentrezept für das Verwandeln von Elfmetern gibt es nicht. Sowohl der Niederländer Johan Neeskens (mit der Vollspann-Variante) als auch der Spanier Gaizka Mendieta (den Torwart "ausgucken" und den Ball locker mit der Innenseite in die andere Ecke schieben) haben mit ganz unterschiedlichen Techniken eine enorme Erfolgsquote vom Punkt gehabt. Ihre Sicherheit hatte daher wohl eher mit ihrer Überzeugung zu tun, dass sie wirklich verwandeln werden.
Sportpsychologe Jens Heuer rät daher allen Schützen, sich voll auf ihre Aufgabe zu konzentrieren: "Der Glaube an sich selbst erhöht die Erfolgsaussichten enorm, sowohl beim Schützen als auch beim Keeper. Eine positive Körpersprache spielt hierbei eine wichtige Rolle. Allerdings: Sie dokumentiert nach außen zwar Selbstsicherheit, kann aber auch gespielt sein."
Positiv denken, eventuelles Scheitern relativieren
Entscheidender ist da schon, wie es beim Schützen innen drin aussieht: "Ich kann jedem Elfmeterschützen nur raten, die Bedeutung dieses einen Schusses zu relativieren. Etwa indem er sich vor Augen föhrt, dass er kein schlechterer Fußballer ist, falls er den Elfmeter verschießt. Dieses Thema sollte ein potentieller Elfmeterschütze allerdings im Vorhinein und nicht unmittelbar vor dem Schuss für sich erarbeiten, da er andernfalls misserfolgsorientiert denken würde", erläutert der Sportpsychologe.
Generell rät Heuer zu einer positiven Denkweise: "Der Schütze sollte sich auf die positive Möglichkeit konzentrieren und sich seine Fähigkeiten vor Augen führen. Diese Überzeugung sollte allerdings nicht in Arroganz ausarten." Kleine Randnotiz: Der norwegische Sportpsychologe Geir Nordet ist in einer kürzlich veröffentlichten Studie zu der Erkenntnis gelangt, dass Spieler, die den Blickkontakt mit dem Keeper scheuen und/oder den Elfmeter schnell ausführen, häufiger scheitern als Kollegen, die sich Zeit nehmen und eine positive Körpersprache haben.
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